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Neue Tempo 30-Pläne für Wien – gute Idee oder Schikane?

Geht es nach der rot-grünen Koalition, soll künftig auch auf Hauptverkehrswegen wie dem Gürtel ein nächtliches Tempo 30-Limit eingeführt werden können – wie ist eure Meinung dazu?

20.11.2015 Online Redaktion

Seit einigen Tagen geistern Gerüchte über geplante Temporeduktionen auf Wiener Hauptverkehrsrouten durch die Medien – und erregen die Gemüter. Die Neuauflage der rot-grünen Koalition soll eine massive Ausweitung der 30er-Zonen in der Stadt planen – das könnte auch Hauptverkehrsstraßen wie den Gürtel betreffen.

Tempo 30 zwischen 22 und 5 Uhr

Neben der Ausweitung der Tempo 30-Zonen in Wohngebieten soll das Tempolimit nachts auch auf „stark lärmbelasteten“ Straßen geprüft und gegebenenfalls herabgesetzt werden. Wenn sich die betroffenen Bezirke dafür aussprechen, soll die Beschränkung auf Tempo 30 in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr gelten.

„Sinnlose und unverständliche Maßnahme“

Autofahrer-Klubs wie der ÖAMTC und der ARBÖ sprechen sich vehement gegen derartige Pläne aus. „Es kann nicht sein, dass schon wieder die Autofahrer mit einer ebenso sinnlosen wie unverständlichen Maßnahme schikaniert werden. Tempo 30 ist dort zu begrüßen, wo es Sinn macht, wie vor Schulen oder Kindergärten, nicht aber auf einer dreispurigen Hauptverkehrsader wie dem Gürtel“, kritisiert beispielsweise Direktor Günther Schweizer, Landesgeschäftsführer des ARBÖ Wien, die Überlegungen.

Studie zeigt keine Vorteile für die Umwelt

Auch für die Umwelt sei ein solches System nicht förderlich: Eine Studie der TU Wien habe „keine schlüssigen Emissionsvorteile für Tempo 30“ belegen können. Im Gegenteil: Ein solches Tempolimit erhöhe den Ausstoß von Emissionen sogar deutlich und sei somit kontraproduktiv, so der ÖAMTC. Auch der Automobil-, Motorrad- und Touring-Club sieht keinen Grund, das Tempolimit auf Hauptverkehrswegen herabzusetzen. ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried:

„Flächendeckendes Tempo 30-Zonen würden Fokus ablenken“

„Grundsätzlich haben wir in Österreich mit einem Tempolimit von 50 km/h im Ortsgebiet ein gutes und flexibles System. Aus Gründen des Lärmschutzes, etwa in Wohngegenden, oder aus Verkehrssicherheitsgründen kann es je nach Situation weiter reduziert werden. Flächendeckende Tempo 30-Zonen würden den Fokus von diesen sensiblen Stellen ablenken.“

Eure Meinung, bitte!

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  • Ingo G. Baeumler

    Wer rot-grün wählt darf sich nicht über Autofahrerschikane wundern. Das ist hier in Deutschland nicht anders.

  • patoon

    Einer Umweltpolitik sollten technische Argumente nicht fremd sein – wie man allerdings erkennen kann, werden diese wohl nicht verstanden. Tempo 30 bringt höhere Emissionen durch Fahren in kleineren Gängen (und damit höherer Drehzahl) und höherer Verweilzeit im Streckenabschnitt.

  • Alex Potuzak

    Wenn völlig inkompetente Politiker das Sagen haben, sowie Häupl und die grüne Vassilakou dann kann nur solch ein Schwachsinn dabei heraus kommen. Diese Sesselkleber gehören entmachtet und von ihren Ämtern entfernt bevor sie noch größeren Schaden anrichten können.

  • Michael B.

    Es gibt aus Zürich klare Testegebnisse der Technischen Universität, dass Tempo 30 den Stau erhöht, die Abgas-Emissionen vergössert und den Lärmpegel steigen lässt weil Autos und LKW’s in diesem Tempo nicht effizient sind. Also man erreicht genau das Gegenteil von dem was erreicht werden soll. In Zürich wurde aufgrund dieser Ergebnisse das Tempolimit wieder entfernt.
    Rein praktisch ist es auch ein Unterschied ob ich einen LKW nur kurz höre weil er rasch an meinem Haus vorbei ist oder fast doppelt so lange weil er 30 fahren muss. Allein die Dauer des LKW-Geräusches macht dieses zu einem wesentlich grösseren Störfaktor.
    Ruhiger wird es im Tempo-30-Bereich nur dadurch, dass alle Autofahrer die sich auskennen diesen Bereich umfahren. Klar belegt dadurch wie sich das Verkehrsaufkommen auf parallel verlaufenden kleinen Strassen erhöht.
    Ich kann nur hoffen, dass Österreich nicht den selben Schwachsinn mach wie Deutschland in vielen Städten.

  • E. Auer

    Wenn Ja, dann gehört den Schwachsinnigen die Zukunft.

  • A.Schärf

    Warum nur von 22-5 Uhr die Raser einbremsen. Schon bei Einbruch der Dämmerung sollte es geschehen oder besser gleich ganztags so wie es jetzt bereits bei den Raserstrecken wie Türkenstrasse, Hörlgasse, Augartenstrasse und Donaustrasse gemacht worden ist. Der Souverän hat entschieden. Der Wählerwille nach einer umweltfreundlichen Verkehrspolitik ist zu respektieren und asoziale Raser sind mit der vollen Härte des Gesetzes ab einer Überschreitung des Tempolimits von mehr als 30 Prozent mit Führerscjheinentzug zu bestrafen.

    • m.m

      nur knappe 10% der Wähler hatten sich für Grün und deren völlig schwachsinniger Verkehrspolitik entschieden. Schwer einzusehen warum diese Minderheit die Mehrheit der Autofahrer terrorisieren und schikanieren darf. Tempo 30 sind bei weitem nicht umweltfreundlich – aber hier gehts ja nur um eine mögliche weitere Abzocke bei „Übertretungen“ Ich würde den Grünen ja mal 14 autofreie Tage in Wien gönnen :-))) –> die Öffis brächen sofort zusammen, keine Stadteinahmen mehr durch Strafmandate, alle Autos parken – alle Strassen verparkt, grosses Wirtschaftssterben…… Also liebe Melkkühe der spezies Autofahrer, legt eure Karossen für 14 Tage gemeinsam still, lasst die Grünen währenddessen alles zu tode radeln, den ohne Einnahmen fallen diese dann auch bald tod vom radel :-)

  • ChV

    Ich hab’s ja gewußt, das Desaster geht weiter. Die bringen die arme Stadt noch um. Ist niemanden klar, daß 30 den 2. Gang erfordert und so mehr Lärm macht? Außerdem steigt, wie nachgewiesen, mit verringerter Geschwindigkeit in diesen Bereichen der Verbrauch/km und ergo der Abgasausstoß. Schöne Grün-Partei…
    Dafür gibt’s nun Diesel- statt sauberen Gasbussen. Sollten einen EURO6 Dieselbus einmal mit einem EURO6-Gasbus vergleichen, gibt’s eh von der gleichen Marke.
    Es liest ja leider niemand mehr Orwells „1984“oder sieht Filme wie „Brazil“. Was fällt auf? Die darin geschilderten totalitären, um keine deutlichere Bezeichnung zu gebrauchen, Gesellschaften, in denen wohl niemand leben wollte, zeichnen sich durch völlige Absenz von Individualverkehr aus. Da arbeitet wohl jemand an diesen Visionen, damit sie auch außerhalb der Elektroniküberwachung, die ja realiter „1984“ schon überholt hat, für uns grausame Wirklichkeit werden.
    Sollten es die Wiener schaffen, sich zu überwinden, diese Stadtregierung doch einmal wieder loszuwerden, sollte man als Pendant zum Brighton Run, dies mit einem Ring-Round-Run feiern.
    Die Vienna Classic Days unter der Schirmherrschaft des Neo-Luegers finde ich da mehr als heuchlerisch.

  • Eduard75

    Nur eine öffentliche „Parteibuchverbrennung“ der Sozialdemokraten kann diesen Wahnsinn noch stoppen. Wer von uns echten Sozialdemokraten trägt denn noch das mit, was die oberen dort mit uns aufführen ?

    • H.B.

      Man sollte die Ultra Grüne einmal eine Woche lang zum erleben dieses Schwachsinnes mir 30Kmh auf den Hauptstrecken(mit einem auf 30Kmh gedrosselten Wagen )fahren lassen.

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