handy steuer
 

Neue Studie: Was wirklich gegen Handynutzung am Steuer hilft

„Den Menschen mangelt es an Wissen“ – Durch richtige Aufklärung könne die Handynutzung am Steuer um die Hälfte gesenkt werden

03.11.2014 Online Redaktion

Viel wird getan, um die Menschen von der Handynutzung am Steuer abzubringen. Von kreativen Videos bis hin zu (versuchten) Strafmaßnahmen wie dem Handy-Radargerät, das erkennen soll, ob Fahrer Telefonieren oder SMSen. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Handynutzung am Steuer zu unterbinden – zumindest, wenn es nach einer aktuellen Studie der Universität Arizona geht.

„Den Menschen mangelt es an Wissen“

„Ohne Zweifel ist die Handynutzung am Steuer eine ernstzunehmende Gefahr und für immer mehr Todesfälle in der Welt verantwortlich“, stellt Studienautor Bellal Joseph fest. „Den Menschen mangelt es an Wissen über die wahren Gefahren, die vom SMS schreiben während dem Autofahren ausgehen. Sie wissen zwar, dass es nicht sicher ist, aber sie verstehen nicht wirklich, wie gefährlich es tatsächlich ist.“

Fahrverhalten der Mitarbeiter beobachtet

Um zu überprüfen, wie viele Menschen von ihren Handys abgelenkt Auto fahren, beobachteten die Studienautoren das medizinische Personal der Universität Arizona. Sie positionierten sich an der Garagenausfahrt und zählten eine Woche lang, wie viele Angestellte telefonierend oder textend wegfuhren. Danach erhielten die Angestellten eine Fragebogen, der Aufschluss über ihr Wissen über unaufmerksames Fahren, ihre Autofahrgewohnheiten und Handynutzung während der Autofahrt gab.

Breite Aufklärungskampagne

Um die Anzahl derer, die auf das Handy auch während der Fahrt nicht verzichten wollen, zu senken, wählten die Forscher einen einfachen Weg: Sie erklärten den Angestellten, warum das Handy am Steuer Gefahren birgt und vor allem, wie hoch diese Gefahren sind: Beispielsweise, dass die Handynutzung das Fahren gleichermaßen beeinflusst wie ein Blutalkoholspiegel von 0.8 Promille, oder dass man während des Schreibens einer Textnachricht die Länge eines Fußballfeldes quasi blind zurücklegt. Zusätzlich verteilten die Wissenschaftler Informationsbroschüren und brachten Aufklärungsplakate in der Cafeteria an.

Handynutzung ging um die Hälfte zurück

Als Ergebnis der Kampagne konnten die Studienautoren beobachten, dass nach der umfassenden Information die Handynutzung am Steuer um  die Hälfte zurückging. In einer erneuten Umfrage gaben 51 Prozent der Befragten an, während der Kampagne Informationen über die Gefahren erhalten zu haben, die sie davor noch nicht kannten.

Prävention wichtig für Unfallvermeidung

Für Dr. Joseph spricht dieses Resultat eine klare Sprache: “ Unsere Studie zeigt, dass Prävention ein wichtiger Teil zur Unfallvermeidung ist. Wenn wir die Leute nicht aufklären, wird der gefährliche Trend [zur vermehrten Handynutzung am Steuer] weiter wachsen.“ Also, kluge Autofahrer: Hände weg vom Handy!

Mehr zum Thema
pixel