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Der neue Opel Corsa OPC: Kleiner großer Durst

Der neue Opel Corsa OPC macht natürlich großen Spaß. Fahrwerk und Sitze überzeugen, dagegen ist der Verbrauch äußerst relativ.

11.04.2016 Press Inform

Auf dem Display des neuen Opel Corsa OPC leuchtet in folgende Zahlen- und Wortkombination auf: „12,5 Liter Super Plus auf 100 Kilometern“ – der Durchschnittsverbrauch nach 350 recht flott gefahrenen Kilometern. Dass der von einem 45 Liter Treibstofftank gefütterte Verbraucher gerade einmal 1,6 Liter Hubraum aufweist, ist da schon fast wieder bemerkenswert. Die Rede ist vom Vierzylinder-Benzinmotor des neuen Opel Corsa OPC. Ja, Corsa, nicht Astra oder sonst irgendwas. Ein Giftzwerg mit 207 PS und einer maximal erreichbaren Höchstgeschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde. Abgesehen vom kaum erreichbaren 7,5 Liter-Normverbrauch hält der kleine Rüsselsheimer jedoch alles, was sein Äußeres und auch sein Marketingteam versprechen. Er ist flott, spritzig, lässt sich super lenken und bricht einem nicht gleich das Rückgrat, wenn es mal ein bisschen holprig wird.

Das Fahrwerk im Opel Corsa OPC

Letzteres trifft vor allem dann zu, wenn der Opel-Kunde bereit ist, neben dem Basispreis von 24.530 Euro mindestens noch 2.400 Euro für das OPC Performance Paket oben drauf zu legen. Denn dann verfügt der 6,8 Sekunden-Sprinter nicht nur über eine Brembo-Bremse, 18 Zoll-Räder und ein hervorragend agierende, mechanische Differenzialsperre, sondern über das Performance-Fahrwerk. Viele mögen jetzt glauben, dass genau dieses noch viel früher zu Rückenschmerzen führt, doch da irren sie. Das optionale Fahrwerk spricht beim Anfedern sanfter an, als sein Basispendant. Also werden kleine Unebenheiten, wie quer zur Fahrtrichtung verlaufende Rillen, weggebügelt. Geht es hingegen so richtig OPC-artgerecht zur Sache, sorgt das Fahrwerk für eine perfekte Voraussetzung für mächtig Spaß.

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Sportsitze im Opel Cora OPC

Und genau dieser geht richtig los, wird der hakelige zweite Gang im Beschleunigungsrausch gegen den dritten getauscht. Der Drehzahlmesser giert förmlich nach hohen Zahlen und sollte auch genau dort gehalten werden. Das gilt auch für das Herunterschalten, das sich am besten per Zwischengas ertragen lässt, werden in diesem Fall die Insassen nicht durch harte Drehzahl-Differenzen durchgeschüttelt. Ansonsten gibt es für die maximal vier Mitfahrer kaum Grund zum Meckern. Vor allem die beiden Vorderen Insassen erfreuen sich der sehr gut Seitenhalt bietenden Sportsitze, die zudem auch in ihrer Höhe für bis zu zwei Meter große Personen keinerlei Probleme darstellen. Auf der Rückbank gibt es zudem Platz für zwei Kindersitze (Isofix).

Parkpilot hilft bei Sichteinschränkung

Dabei sorgt das Design des Corsa für ein äußerst sicheres Grundgefühl. Das Problem an der Sache ist nur, dass mit diesem Gefühl auch eine mangelhafte Rundumsicht verbunden ist. Wen allein die Tatsache irritiert, die Motorhaube seines Fahrzeugs nicht sehen zu können, wird mit einem Corsa nicht glücklich, da gleichzeitig nahezu nichts hinter der C-Säule mehr zu erkennen ist. Der Parkpilot ist daher eigentlich keine Option mehr, sondern ein Muss.

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Kein Winterauto

Worauf bei einer Fahrt im bis zu 280 Newtonmeter starken Rennsemmel geachtet werden sollte, ist die Reifenwahl. Auf Winterreifen ist der Spaßfaktor aufgrund der mangelhaften Traktion um glatt die Hälfte reduziert. Das führt soweit, dass sich für den Corsa OPC vielleicht sogar ein Saisonkennzeichen anbieten würde. Wer hingegen für ein paar Monate auf maximalen Grip und den dazugehörigen, benzinvernichtenden Fahrspaß verzichten kann, für den mausert sich der mit Spiegeln 1,94 Meter schmale Corsa zum echten Alltagsfreund. Drei Getränkekisten finden im 280 Liter fassenden Kofferraum locker Platz. Ist mehr Platz von Nöten, werden die Rücksitze ruck zuck umgeklappt und bis zu 1.090 Liter Gepäck hineingewuchtet.

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