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Skoda Kodiaq, dem Tiguan sein Bär

Eine erste Erprobungsfahrt im neuen Skoda Kodiaq zeigt wohin die Reise des Mittelklasse-SUV geht. Dabei sind Platz, Praktikabilität und Preis-Leistungs-Verhältnis besonders hervorzuheben.

07.07.2016 Press Inform

Der neue Skoda Kodiaq verdankt seinen Namen einer Unterart des Braunbären, ist in Alaska ansässig und machen im Winter einen ausgedehnten Schlaf. Letzteres wird das jüngste Skoda-Spross nicht abhalten, gerade in dieser Jahreszeit wird sich das Mittelklasse-SUV wohl fühlen. Aber auch sonst, im Alltag, wird er seinen Geländewagen stehen. Das 4,70 Meter lange SUV steckt dank der optional erhältlichen variablen Dämpfer auch grobe Schlaglöcher souverän weg und schlägt sich auch sonst bei der ersten Testfahrt durchaus beachtlich.

Was beim neuen Skoda Kodiaq noch nicht ganz passt

Allerdings ist die Spreizung der Fahrmodi bei der Erprobungsfahrt zu wenig ausgeprägt, was die die Techniker bis zum Marktstart Anfang 2017 ausbügeln wollen. Selbst in „Sport“ ist das Fahrwerk sehr komfortabel, die Lenkung ist nicht wirklich straff und gibt zu wenig Rückmeldung. Das ändert nichts an der Tatsache, dass der 140 kW / 190 PS Diesel im Zusammenspiel mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe hervorragend zum rund 1.650 Kilogramm schweren Vehikel passt. Der Selbstzünder wirkt dank des maximalen Drehmoments von 400 Newtonmetern wenig angestrengt und schont die Gehörgänge. Nach 8,6 Sekunden ist Tempo 100 erreicht – bei 209 km/h ist dann Schluss. Der permanente Allradantrieb arbeitet nach dem Hang-On-Prinzip, bietet also auch solide Konzern-Technik, genauso wie das optional erhältliche Voll-LED-Licht.

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© Bild: Werk

Kodiaq RS? Und ein Coupé für China?

Die Verbrauchswerte stehen noch nicht fest. Allerdings lässt sich Projektleiter Jiri Dytrich so weit in die Karten blicken, dass beim Frontantriebs-Einstiegsdiesel mit 110 kW / 150 PS die Fünf-Liter-Marke unterboten werden soll. Neben diesen beiden Zweiliter-Selbstzündern startet der Kodiaq mit drei Benzinern: zwei 1,4 TSI mit 92 /kW 125 PS und 110 kW / 150 PS sowie einem 2.0 TSI mit 132 kW / 180 PS. Das lässt noch Raum nach oben. Zumindest Bernhard Maier, Skoda Chef, wünscht sich einen Kodiaq RS. Da der Modulare Querbaukasten (MQB) die technische Basis für das Skoda-SUV ist, sind solche Spielereien ohne großen Aufwand möglich, genauso, wie eine Coupé-Variante, die den chinesischen Markt aufmischen könnte. Ob und wann solche Derivate kommen, steht noch nicht fest. Schließlich steht für Bernhard Maier die Wirtschaftlichkeit an erster Stelle. Deswegen hat der Skoda-Chef auch vor, die Produktpalette zu durchkämen und unnötige Modellvarianten zu streichen. Dazu gehören auch Farben, die nur eine homöopathische Anzahl der Skoda-Kunden ordert.

Da wird der Tiguan eifersüchtig

Manche Tiguan-Besitzer werden jetzt ein wenig Eifersucht verspüren, wenn sie denn in den Innenraum des Kodiaqs blicken. Das Infotainment basiert auf dem MIB-2-GP-Baukasten. Das bedeutet einen Acht-Zoll-Screen, aber anstatt der wenig ansehnlichen VW-Plastik-Knöpfe werden beim Skoda auch diese Bedienelemente per Berührung aktiviert. Aber nur keine Angst, die nächste VW-Infotainment-Generation wird ab Mitte 2017 einen 9,2 Zoll Bildschirm haben und keinen Drehknopf mehr. Wohin die Reise geht, sieht man beim Kodiaq. Google Earth, mit Online-Suche, Sprachbedienung und einer Hotline, die auf Wunsch sogar bei der Bedienung des Fahrzeugs hilft, sind Teil des Infotainments.

Skoda Vision S
© Bild: Werk

Skoda Vision S

5- oder doch lieber 7-Sitzer?

Die Tschechen haben aus dem Radstand von 2,971 Metern und der Breite von 1,882 Metern einmal mehr das Optimum herausgeholt. Da die beiden vorderen Sitzreihen verschiebbar sind, finden nicht nur Kinder sondern auch Erwachsene, die größer als der 1,70 Meter sind, ganz hinten Platz. Allerdings schrumpft dann der Kofferraum auf 270 Liter. Maximal sind beim Fünfsitzer 2.065 Liter möglich, 60 Liter mehr als beim Siebensitzer. Die Ladekante ist mit 75 Zentimetern ziemlich hoch, aber eine geriffelte Plastikverkleidung erleichtert das Wuchten von schwereren Gegenständen über diese Kante. Aber auch für das Grobe taugt das neue Skoda-SUV: 2,5 Tonnen zieht der Bär und beim Rangieren hilft der aus dem Tiguan bekannte Anhänger-Assistent.

Ausklappbares Ohr

Wenn man sich mit Skoda-Managern unterhält, werden sie nicht müde von dem Erfindungsreichtum ihrer Mitarbeiter zu erzählen, dann fällt auch gerne der Begriff „Simply Clever“ – das bereits bekannte Skoda Markenmotto. Da darf der Kodiaq natürlich keine Ausnahme machen. Eiskratzer und zwei Schirme, die in den Türen verstaut sind? Selbstverständlich. Dazu gibt es Neuigkeiten, wie einen Plastikschutz, der beim Öffnen der Türe blitzschnell nach außen schnellt und die empfindliche Kante bedeckt. So bleiben fast alle Parkrempler ohne Folgen. Wer im Fond des Kodiaq schlafen will, findet an den äußeren Sitzen eine Art ausklappbares Ohr, an dem er seinen Kopf anlehnen kann. Bei der Frage nach den Preisen ernten wir nur ein verschmitztes Lächeln.

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