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Renault Kwid, SUV für 3.500 Euro

72.000 Mal wurde der Renault Kwid verkauft und das in wenigen Monaten, eine echte Erfolgsgeschichte. Produziert und verkauft in Indien.

14.12.2015 Press Inform

Nein, der Renault Kwid hat nichts mit dem jungen russischen Formel-1-Fahrer Daniil Kwiat zu tun. Letzterer ist zwar in der Königsklasse mit einem Renault-Motor unterwegs, hat jedoch wahrscheinlich ebenso wie wir noch nie etwas von ersterem gehört. Dabei ist der Kwid ein richtiges Erfolgsmodell und bereits 72.000 Mal verkauft worden, in Indien. Wobei mehr der Verkaufspreis, als der Verkaufsort verblüfft, weniger als 4.000 Euro kostet das Kleinst-SUV.

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© Bild: Werk

Der Renault Kwid, exklusiv für Indien

Den pseudo-rustikalen Mikro-Crossover bietet Renault seit kurzem in Indien an. „Wir können pro Woche 2.000 Fahrzeuge produzieren“, sagt Renault-Chefdesigner Laurens van den Acker, „ein gigantischer Erfolg.“ Das wird man insbesondere in Wolfsburg nicht gerne hören, denn die Norddeutschen versuchten mit dem ehemaligen Opel-Topmanager Hans Demant jahrelang ein Billigmodell für Schwellenländer wie Indien auf zu entwickeln – bisher ohne Erfolg. Der Einsteiger-Renault erinnert mit seinen 18 Zentimetern Bodenfreiheit und leicht ausgestellten Kotflügeln etwas an einen geschrumpften Dacia Duster. Das 3,68 Meter lange und gerade einmal 1,58 Meter breite Mikromodell konkurriert auf dem asiatischen Subkontinent mit Modellen wie dem Suzuki Alto oder dem Hyundai Eon. Angetrieben wird der Renault Kwid von einem Dreizylinder-Triebwerk, der mit seinen 800 Kubikzentimetern 54 PS und ein maximales Drehmoment von 72 Nm bei 4.400 U/min leistet. Trotz seiner geringen Maße finden in dem Fahrzeug, dank des Radstands von 2,42 Metern, fünf Personen Platz.

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© Bild: Werk

Billige Autos braucht das Land

„Renault setzt mit dem Kwid die Strategie erschwinglicher Mobilität für einen möglichst breiten Kundenkreis fort“, so Carlos Ghosn, Vorstandsvorsitzender der Renault Gruppe, „indem er auf einer neuen Plattform der Renault-Nissan Allianz aufbaut, bietet der Kwid für Renault die Möglichkeit, sein internationales Wachstum fortzusetzen und gleichzeitig dem Bedürfnis der Kunden gerecht zu werden, die ein modern gezeichnetes, robustes und uneingeschränkt alltagstaugliches Fahrzeug wünschen.“ Für viele indische Kunden ist der Kwid nicht nur das einzige, sondern auch das erste Auto in der Familie. Die tägliche Fortbewegung in Indien läuft in erster Linie über Motorräder, Fahrräder und den öffentlichen Nahverkehr. Alles andere ist zu teuer. „In Indien kommen auf 1.000 Einwohner aktuell gerade einmal 14 Autos“, erklärt Laurens von den Acker, „daher muss ein Auto wirklich billig sein. Doch ein billiges Auto darf nicht arm aussehen. Sonst hat es keinen Erfolg.“ Daher gibt es trotz aller Einsparungen nicht nur ein ansehnliches Design, sondern auch Details wie Kopfstützen auf allen Sitzplätzen, elektrische Fensterheber, Funkfernbedienung und einen Touch Screen für Radio und Navigationssystem. Das weitgehend nackte Basismodell des Renault Kwid Standard kostet aktuell 256.968 Rupien; umgerechnet weniger als 3.500 Euro. Der zweite Kleinwagen von Renault mit Namen Pulse liegt mit 503.996 Rupien bereits beim Doppelten und ein Renault Duster startet bei 820.009 Rupien – umgerechnet über 11.000 Euro und somit sogar mehr als in Europa, wo es unter dem Dacia-Label bei knapp über 10.000 Euro losgeht.

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© Bild: Werk

Große Nachfrage bei Kleinstwagen

Was für das Designteam rund um Laurens van den Acker schwer war, wurde für die Entwicklungsabteilung zur Herkulesaufgabe, denn die anfängliche Überlegung, Teile aus dem Dacia-Regal für den Renault Kwid kostengünstig zu recyceln wurde schneller als erwartet verworfen. Die Teile von Modellen wie Duster, Sandero und Lodgy waren schlicht zu teuer für ein Billigstmodell. 98 Prozent des Kwid werden lokal in Indien produziert; 60 Prozent im Großraum Chennai. Während die Verhandlungen mit den Zulieferern normal rund drei Monate in Anspruch nehmen, wurde diesmal eineinhalb Jahre verhandelt. Renault-Nissan kann mit seinen verschiedenen Modellen bis zu 480.000 Konzernmodelle pro Jahr fertigen. Ein Import des Renault Kwid nach Zentraleuropa scheint unwahrscheinlich; doch die Nachfrage auf dem Heimatmarkt dürfte groß genug sein. Rund 30 Prozent der indischen Neuzulassungen entfallen auf das Einstiegssegment von Kleinstwagen.

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  • jirzi Hovno

    Bei uns kostet dasselbe Auto mindestens 3 mal so viel, da wir die Parasiten aus Politik und Wirtschaft, die uns beherrschen, verdummen und bestehlen, über die Maßen mitfinanzieren müssen

    • Marcus

      Und wir haben ein bisschen eine Infrastruktur, Krankenhäuser, ein Pensionssystem, Straßen mit vergleichsweise Null Schlaglöchern. Und die „Parasiten“ aus der Wirtschaft sind unsere Arbeitgeber – solche gibt es in Indien (Gott sei Dank) auch. Man kann immer etwas verbessern, aber von so einem Rundumschlag auf Kniehöhe hat auch keiner was (finde ich halt).

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