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Range Rover Evoque Cabrio, im Ernst?

SUV-Cabrio, eine Wortkombination, die kein geneigter Autofan jemals billigen kann. Ob diesen Umstand das Range Rover Evoque Cabriolet ändert?

07.10.2015 Press Inform

Seit ihrer Einführung sorgen SUV unter Autoenthusiasten für hitzige Debatten. Pragmatismus, Ästhetik und Umweltgedanken – zumeist stößt sich das Auge des Betrachters an einem dieser Eckpfeiler. Öl ins Feuer gießt in dieser Debatte Range Rover, mit der Cabrio-Version des Evoque. Aus dem Nissan Murano – und dessen Scheitern – hat Jaguar Land Rover offensichtlich keine Lehre gezogen.

Range Rover Evoque Cabriolet, im Ernst?

Nachdem Nissan mit dem Murano Cabrio Schiffbruch erlebte, ist nunmehr gleiches bei Jaguar Land Rover zu befürchten. Die emsigen Briten haben sich nach der Abspaltung von Ford in Tatas Armen prächtig entwickelt und haben bei beiden Konzernmarken Jaguar und Land Rover fast alles richtig gemacht. Doch nun gibt es erste seltsame Stilblüten. Wieso Jaguar mit dem F-Pace nunmehr einen SUV herausbringt, mag einem wortreich aus der Marketingabteilung noch erklärt werden können. Doch die Erfolgsaussichten einer Cabrioversion des überaus erfolgreichen Range Rover Evoque sollte man mit gemischten Gefühlen beurteilen. Bislang punktet der Evoque nicht mit seiner grandiosen Technik; seine Plattform stammt von dem betagten Land Rover Freelander oder exzellenten Triebwerken. Stattdessen macht das schicke Design die Musik. So hätte sich JLR durchaus darauf kaprizieren können, vor Jahren eine fünftürige Version des Range Rover Evoque anzubieten, denn auf den meisten Märkten steht die dreitürige Coupévariante ohne einen echten visuellen Mehrwert und deutlich weniger Alltagsnutzen schwer wie Blei in den Verkaufsräumen.

Range Rover Evoque Convertible

„Das Cabrio für alle Jahreszeiten“, im Ernst?

Im kommenden Frühjahr kommt der Evoque nunmehr auch als Cabriolet und entsprechend dritte Karosserievariante ins Portfolio. „Land Rover ist stolz auf seinen Ruf, Modelle zu produzieren, die für jedes Terrain geeignet sind. Das neue Range Rover Evoque Cabriolet macht hier natürlich keine Ausnahme“, sagt Chefentwickler Mike Cross, „mit seiner durchdachten Konzeption und seinen innovativen Technologien bietet es ein modernes SUV-Erlebnis: dynamisch, sicher und rund um die Welt getestet. Für uns ist das neue Range Rover Evoque Cabriolet das, Cabriolet für alle Jahreszeiten‘.“ Seine offizielle Weltpremiere feiert der offene Evoque auf der Los Angeles Autoshow im November. Das Motorenprogramm dürfte weitgehend dem der geschlossenen Varianten entsprechen. Es ist jedoch zu bezweifeln, dass die offene Version zum Start mit dem 150 PS starken Basistriebwerk des eD4 verfügbar sein wird. Wahrscheinlicher ist, dass der 132 kW / 180 PS starke Range Rover Evoque TD4 den Cabrioeinstieg bilden wird. Er leistet 430 Nm maximales Drehmoment und schafft – wahlweise mit Handschaltung oder Neungang-Automatik kombiniert – rund 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Da die Kombination aus Diesel und Cabriodach bei allen Herstellern jedoch viele potenziellen Kunden schreckt, kommt dem 176 kW / 240 PS starken Zweiliter-Turbobenziner im Evoque Cabriolet eine wichtige Bedeutung zu. Zudem dürfte weitere Evoque-Versionen mit mehr Leistung für Diesel und Benziner angesichts der starken Konkurrenz nur eine Frage der Zeit sein.

U-Bahn erprobt

Bei der Erprobung des neuen Range Rover Evoque Cabrios ging es nicht nur durch die normalen Testprogramme in Europa, Asien, Afrika und den USA, sondern auch über das besonders anspruchsvolle Land-Rover-Testgelände Eastnor Castle und durch den Londoner Untergrund. Hier wurden im 41 Kilometer langen Crossrail-Tunnel zusätzliche Testprogramme abgespult. 40 Meter unter den Straßen Londons baut das Crossrail-Konsortium in der derzeit größten Baustelle Europas einen Eisenbahntunnel, der die britische Hauptstadt von West nach Ost durchqueren wird. Hauptsache, die Verlaufszahlen des Range Rover Evoque Cabriolets werden nicht ebenso unterirdisch wie die des Nissan Murano. Den gibt es seit einigen Monaten nur noch als geschlossene Version.

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