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Porsche Mission E: Elektro-Superstar

Der Turbo-Carrera als Messehighlight (oder -aufreger) bei Porsche? Mitnichten. Es ist das Mission e Konzept. Die Zukunft, die alles in den Schatten stellen wird. Oder die Sonne verdunkelt, weil uns das Licht bei 800V-Ladespannung ausgeht.

14.09.2015 asphaltfrage

Der gleißend weiße Porsche Mission e war mit Abstand der Superstar dieser IAA. Ein vollelektrischer Porsche. Eh klar, hier geht es nicht um die Rettung des Planeten, es geht um: Power. Und der Konkurrenz, allem voran dem schillernden US-Boy Elon Musk mit seinen Teslas zu zeigen, warum Porsche Legende ist.

Was er kann, können wir schon lange. Oder zumindest bald.

Die reinen Leistungsdaten sind es nicht die beeindrucken. Natürlich: 600PS, 3.5 Sekunden auf Hundert, in 12 Sekunden auf 200 und unter 8 Minuten um der Nordschleife – das ist fein. Aber die Zahlen und Fakten der Elektroautos scheinen eben auch ein bisschen beliebig skalierbar, zu Mal wenn sie auf Kosten der Akkureichweite gehen.

Doch genau hier, hat Porsche mit dem Mission e den Vogel abgeschossen. 500 Kilometer versprechen sie. Ein sehr solider Wert, der nur getoppt wird von der unfassbaren Ladezeit. In 15 Minuten soll der Missionar über 80% geladen sein. Das ginge sich auf der Autobahn bei einem Kaffee an der Tankstelle locker aus.

Porsche Mission E: Knapp 500km in 15 Minuten.

Wie sie das schaffen wollen? So richtig sagen sie es nicht, aber sie haben da etwas. Man nennt es bedeutungsschwer schon einmal Porsche Turbo Charging (der Carrera wird insgeheim sicher ein bisserl weinen) und lässt ansonsten die Katze im Sack. 800V hat das Batteriepack, dass sich schwerpunktlagengünstig am kompletten Carbonunterboden breit macht, es müssten also sehr viele Ampere sein, die in der Viertelstunde im Mission e verschwinden. Wenn es wirklich in drei Jahren soweit sein soll, dann sind wir auf die Ladetechnik tatsächlich noch mehr gespannt, als auf den Mission e an sich.

Wobei sich die Vorfreude auf das Auto allein eh lohnen würde: tolle Optik, vorne ein bisschen 918 Spyder, die Dachlinie vom neuen Panamera, dazu fette Elferbacken und vielleicht sogar ein wenig 959 am Heck. Innen der ganze Studienwahnsinn aus Hightech-Materialien mit fliegenden Konsolen, dazu schweres Leder. Die Instrumente volldigital, per eye-tracking folgen sie dem Blick des Fahrers um immer unmittelbar ablesbar zu sein. Eine Kamera überwacht auch das Fahrerlachen und übersetzt es in ein Emoji. Das dann sofort mit den Elektrofreunden im social-web geteilt werden kann.

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© Bild: Werk

Ein Scherz ist das, freilich, der volle Ernst aber, dass Porsche vollelektrische Autos bringen wird. Auch im Elfer. Und das Konzept Mission e zeigt, dass ein Elektro-Porsche keinen Verzicht bedeutet. Weil man sonst weiter Panamera turbo S fahren würde. Man weiß das sehr gut in Zuffenhausen und deshalb sind wir hoffnungsvoll, dass man aus den Fehlern der Konkurrenz gelernt hat und der Mission e nicht nur in Sachen Ankündigung ein Erfolg ist, sondern auch auf der Straße. Wenn denn dann. Aber, so skeptisch wir auch sein mögen, angesichts der beeindruckenden Zahlen: Porsche war mit seinen Studien nie weit von der Serie entfernt. Warten wir es also ab (und graben schon einmal die Straße auf, um die dicken Ladekabel zu verlegen).

  • Teki

    Ich bleib lieber beim Model S von Tesla, mit dem ich seit Juni glücklich bin. Das kann das was Porsche hier verspricht bereits seit 3 Jahren. Hier erscheint mir zu viel Blabla. Porsche hat Null Erfahrung, will jetzt plötzlich mit 800 Volt laden, wo??? Induktion, die keine braucht, Gesten und Blicksteuerung – hat mit EVs wenig zu tun, könnten die seit Jahren im Verbrenner auch realisieren.
    500 Kilometer schafft ein Model S bereits heute, 2019 wenn die Emission herauskommt, vermutlich 800 km. Und auch dann wird der Porsche keine 500 Kilometer auf der vielgeliebten Nordschleife schaffen, genauso wenig auf Deutscher Autobahn mit Raserei um die 200 km/h – mit einer kolportierten 90 kWh-Batterie.
    Die Ambition finde ich beherzt, die Mission erscheint mir aber nicht Elektromobilität für den Massenmarkt anzustreben.

    • Marcus

      Bleiben Sie aber bei Ihrem „S“ nicht ZU lange – weil nach 10 Jahre Ihr Akku im Winter nicht mal mehr die 200 km von Graz nach Wien hergibt – wie schon des Öfteren besprochen. Und die 500 km schafft Ihr Auto auch neu nur im Traum.
      Cool finde ich die Bezeichnung von Porsche für das Schnelladen: „Porsche Super Charging“
      Ich bin überzeugt, dass man an den Porsche Ladesäulen auch andere Fabrikate von Elektrofahrzeugen laden wird können. Dass die Firma Tesla Lader hinstellt, die ausschließlich für deren paar Fahrzeuge gehen, das ist ein Skandal.
      Der Porsche wird natürlich wahnsinnig gut gehen, ein echter Sportwagen halt (und natürlich einen Akku mit entsprechender Haltbarkeit mitbringen), mit entsprechender Kurvengeschwindigkeit und Rundenzeiten. Wahrscheinlich wird er sogar bei „normaler“ Fahrweise mit weniger Strom pro 100 km auskommen. Die haben sich nämlich in punkto Luftwiderstand tolle Dinge überlegt.
      Unterm Strich halte ich aber saubere, sparsame, leistbare Benzin-Hybrid für die bessere Alternative, weil sie die Umwelt stark entlasten, OHNE sie auf der anderen Seite (Stromverbrauch, Akku-Recycling) wieder zu BElasten.

    • Teki

      Nach 10 Jahren liegen fast alle Verbrenner am Schrottplatz :) Ich hatte kein Auto länger als vier Jahre, beim Model S könnte ich es mir aber vorstellen, da es wohl nach paar Jahren einen weitaus größeren Akku gibt, den man tauschen könnte gegen kleinen Aufpreis, falls überhaupt.
      Sonst sind Ihre Aussagen Spekulation, potentielle Verleumdung und Träumerei – oder haben Sie Belege? (für den Leistungsnachlass des Akkus – bisher zeigen alle Stichproben von einzelnen eher nach 100.000 km+ und mehreren Jahren eher in die Richtung, dass es kaum oder vernachlässigbare Reduktionen gibt).
      Sollte Porsche mit samt VW-Konzern nicht in Konkurs gehen, werden die aber vermutlich jetzt sowieso andere Sorgen haben, als die E-Mission umzusetzen.
      Sollte Porsche nicht in Konkurs gehen, das Auto tatsächlich irgendwann ab 2020 in Stückzahlen um die 100 auf den Markt bringen, schätze ich den Preis mal so ab EUR 200.000,00 und somit uninteressant.
      Somit für Sammler – aber ob die Porsche-Typen so auf E-Autos stehen ist ne andere Frage.
      500 km schafft (m)ein Model S übrigens nicht im Traum, sondern wenn man damit Landstraße mit 80 bis 100 km/h fährt oder sich auch auf der Autobahn ein wenig zusammenreißt, (was ich allerdings nicht tue :) und auf die üblichen 350 bis 450 km bin und halt beim Halten nachlade – was sich als wenig problematisch erweist.
      Hybride halte ich immer noch für die schlechteste Variante, maximal für spezielle Anforderungen.

    • Marcus

      Bei Tempo 100 konstant schafft jedes Auto den Normverbrauch. Außer der Tesla „S“. Der schafft ihn nur im Sommer bei Tempo 55 mph = 88 km/h. Wie gesagt: die Akku Alterung hängt in gewissen Grenzen stärker am kalendarischen Alter als an den km. Wenn also gerade mal 2 Jahre alte „S“ schon 5% weniger Kapazität haben, verheißt das nichts Gutes…
      a) würde ich mir niemals einen Diesel kaufen (weder von VW noch von sonst wem) und
      b) würde ich mir niemals ein „Monster Batteriefresser“ Auto kaufen – schon garnicht von dem Möchtegern „Tony Stark“ namens Elon Wichser – ähh Elon Musk.

    • Teki

      Ich versteh Sie mal als Musk/Tesla-hassenden Troll. Da macht eine ernsthafte Diskussion keinen Sinn.

    • Marcus

      Wieso? Nicola Tesla war ein genialer Techniker.

    • Marcus

      Was für ein Kontrast zum Lügner Musk.

    • Christophe

      Kauft euch weiter eure gebrauchten Golfs. Jeder, der über das Model S schimpft ist einfach nur einer, der es sich nicht leisten kann. Tut mir Leid für euch. Vielleicht ja im nächsten Leben oder eure Kinder.

  • Rudolf Köck

    und das ganze noch mit Bluetooth Übertragung ?

  • looog

    Die technischen Daten klingen _jetzt_ gut, aber in drei Jahren? Porsche kann auch nicht an der Physik vorbei: extra gestreckte Karosse um den langen Akku unterzubringen. 800 Volt bedeutet (je nach Zell-Chemie) über 220 Einheiten in Reihe geschaltet. Sobald in dieser Kette ein winziges Problem (=Unsymetrie der Zellen) z.B. durch Temperaturunterschiede auftritt ist das ganze in Gefahr. (…schwächste Glied der Kette…) Aehm, wo will der Kleine Laden? Wo wird so eine 15 minütige Ladeleistung installierbar sein? (Blick ins Trafohäusschen: Oh, 1000 Amperesicherungen verbaut? Reicht doch knapp für 2 Porsche) Es gibt einen Begriff dafür: Vaporware. PS: Ich fahre einen C-Zero, der ist seit 2011 Realität. Porsche fährt lieber imaginäre Runden auf der Nordschleife.

    • Samuel Aaron

      Ich glaub nicht, dass ein Porschekonzern dumm ist und imaginäre Wurst erzählt. Hinter deren Behauptungen stecken bestimmt Millionen an Forschung, die man den klügsten Köpfen ausgezahlt hat. Ob das dann in 3 Jahren marktreif ist, oder exakt so, wie vorgestellt, sei dahingestellt. Aber weit vom Endprodukt wird es nicht entfernt sein.

    • looog

      Das mit den imaginären Runden ist nicht von mir – steht im Artikel.
      (Wie peinlich für Porsche, dass sie von simulierten Rennergebnissen reden müssen – Walter Röhrl weint!)

      So gehts heute schon in Östereich (ohne Millionen für die Klügsten):

      http://www.kreiselelectric.com/projekte/electric-porsche-panamera/
      Vertrieb der Kreisel-Porsche übers offizielle Händlernetz? Wäre ein Traum…

    • Marcus

      Auch das Rekord-Auto 918 Spyder wurde mit Rundenzeit Simulation in Kombination mit Protoypen-Streckentests entwickelt. Herr Röhrl konnte dessen Leistungsfähigkeit mit seinen damals 67 Jahren persönlich mit einer Rundenzeit von 7:04 auf der Nürburgring-Nordschleife unter Beweis stellen. Marc Lieb ist schließlich die Rekordrunde mit 6:57 gefahren.

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