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Opel Insignia: Der Oberopel

Die zweite Generation des großen Opel ist da. Das Auto ist leichter, simpler in der Bedienung und fährt auch nett, wie erste Tests zeigen.

07.12.2016 Autorevue Magazin

Als der Insignia 2008 auf den Markt kam, ruhte auf seinen Schultern ein wenig auch die Zukunft der gerade wieder einmal schwächelnden Marke. Das direkte Vorgängermodell Vectra hatte sich zuletzt gar nicht gut verkauft, der Insignia sollte es besser machen.

Machte er auch. Insgesamt wurden bislang rund 900.000 Stück abgesetzt, und wenn man sich die Zahlen anschaut, schlägt sich das noch aktuelle Modell auch in Österreich nicht so schlecht: 2015 lag das Modell mit 1831 Stück deutlich vor den direkten Gegnern Skoda Superb und Ford Mondeo und musste sich nur dem VW Passat geschlagen geben, das allerdings deutlich (4920 Einheiten).

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© Bild: Opel

Wir konnten das kommende Modell (noch tarnbeklebt) in direktem Vergleich zu seinem Vorgänger bereits testen und stellten neben durchaus erfreulichen fahrdynamischen Qualitäten nicht zuletzt eine erheblich attraktivere Armaturenlandschaft fest.

Der nächste Insignia – ab April auf den Straßen – wird größer sein und einen tieferen Schwerpunkt haben, insgesamt also breitbeiniger dastehen. Und den Insassen mehr Platz bieten als bisher.

Naturgemäß ist auch beim Insignia der Kombi (Sport Tourer) wichtig, sein Anteil hält derzeit ungefähr bei der Hälfte.

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© Bild: Opel

KAROSSERIE  Der Insignia ist in alle Richtungen gewachsen. 9,2 cm mehr Radstand, insgesamt um 5,5 cm länger (4,9 Meter), 7 cm breiter bei einer um 11 cm breiteren Spur. Gemeinsam mit einer Absenkung des Hüftpunktes um 3 cm bedeutet das ein vergleichsweise gestandenes Aussehen. Die Mercedes E-Klasse ist um nur 2 cm länger. Daher auch innen hinten: gut Platz zum Sitzen. Zunächst kommt der Insignia als Viertürer und als fünftüriges Schrägheck (Grand Sport genannt), später im Jahr folgt der Kombi, der ja jetzt leider nicht mehr Caravan heißt, sondern Sport Tourer, ein kultureller Verlust von dem her.

KONNEKTIVITÄT  Hier beansprucht Opel eine Vorreiterrolle mit seinem Hotline-Dienst Onstar. Der umfasst automatische Unfallhilfe, einen WLAN-Hotspot, eine Smartphone-App (z. B. Fernentriegelung der Türen, Betätigung der Hupe, haha!), ein Diebstahlnotfallservice, Fahrzeugdiagnose und Echtmensch-Beratung bezüglich Navigation oder wo zum Beispiel das nächste Tintenfischrestaurant ist. Ist ein Jahr lang gratis, danach natürlich kostenpflichtig.

ANTRIEB  Benziner zwischen 140 und 250 PS, Diesel zwischen 110 und 170 PS. Das konventionelle Programm also, mit später nachgereichter, leistungsstarker OPC-Variante. Wir fuhren bereits die Benziner mit 250 und mit 165 PS, ersterer mit Allrad und Achtgangautomatik, zweiterer mit Handschalter. Beide quicklebendig und sanft im Ton. Die Automatik arbeitet gut. Das geringere Gewicht und das modernere Fahrwerk tragen den Insignia fahrdynamisch an die Grenzen des deutschen Premiumsegments heran.

BELEUCHTUNG  Wie für den Astra bietet Opel für den nächsten Insignia LED-Licht an und stellt damit den Anspruch, auch irgendwie zu den Premiummarken zu gehören. Beim Astra leuchten 16 LED-Segmente, hier sind es doppel so viele. Jene Segmente, die den Gegenverkehr blenden könnten, schalten sich automatisch ab, alle anderen bleiben fest auf Fernlicht.

INNENRAUM  Die Armaturen konnten wir schon sehen, sie waren aber mit kleinen Vorhängchen zugehängt (die Echtfotos kommen Anfang Dezember*). Es gibt auf jeden Fall die Unterscheidung zwischen zwei Bildschirmgrößen, je nach Ausstattungslinie, wobei die kleinere schon recht klein ist. Beiden gemeinsam ist die Smartphone-Optik mit Apps. Erkennbar ist eine klare Orientierung an der Astra-Armaturenlandschaft, was einerseits zwar eine Orientierung nach unten bedeutet, gleichzeitig aber einen Zuwachs an Übersichtlichkeit und modern-angenehmer Optik.

*Sie sehen hier die offiziellen Fotos des neuen Insignia.

  • Autojoe

    Ist halt leider ein Opel?

  • Mr.Mister

    @mitternachtsschwarz
    VW/Audi/Skoda haben keinen Vorsprung durch Technik.Das ist das Problem.
    Da muß man die Zeitungen bemühen .

  • mitternachtschwarz

    …fährt auch „nett“… gaanz subtil wird hier wieder mal runter gemacht. naja halt die VW/Audi/Skoda Postilie. wo bleibt der schöne alte Schreibstiel der AR…

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