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Morgan EV3, der Kaiser von Genf

So klein, so leicht, so elektrisch und dennoch der heimliche Kaiser von Genf. Was die Engländer da mit dem Morgan EV3 auf die Straße bringen, sieht nach viel Fahrspaß aus.

07.03.2016 radical mag

Es ist uns dies jetzt ein wenig peinlich. Ja, wir haben ihn am Genfer Salon schlicht und einfach übersehen. Auch, weil er so winzig ist. Aber wohl auch, weil wir nicht damit gerechnet haben, weil, naja, bei Morgan läuft ja nicht dauernd die ganz große Party. Dabei: eigentlich ist er der König von Genf. Oder der Kaiser. Er ist einfach genial, der Morgan EV3. Best of Show.

Morgan-3EV (3)
© Bild: Werk

Morgan EV3: Holz, statt Carbon

Ein Elektroauto also. Alle wollen sie eines im Programm haben, die großen Hersteller, oder sie sollten zumindest, auch im Hinblick auf die CO2-Emisionen. In Genf gab es eigentlich nicht viel zu sehen in diese Richtung, Hyundai mit dem Ionic mal ausgenommen, und das ist für die Industrie: aber lassen wir das. Und dann kommen die kleinen Engländer, die nicht mit Carbon, sondern mit Holz hantieren – und zeigen, um was es eigentlich geht.

Quer!

Also: klein (nicht wie ein Tesla), leicht (nicht wie ein Tesla), kuhl (nicht wie ein, äh, aber lassen wir das ebenfalls), aber so richtigrichtig cool. Nein, wir wissen nicht, wie sich das Ding fährt, aber wir wollen es unbedingt herausfinden. Doch allein schon optisch: großartig. Und dass der Fahrspaß auch großartig ist in so einem 3-Wheeler, das ist bekannt. Und berüchtigt (Tipp: Im Video sieht man gut, wie quer man diese Dinger bekommt).

Die Fakten

Einverstanden, so richtig viele davon gibt es (noch) nicht. 0 bis 100 in weniger als 9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 150 km/h. Das ist gut so, weil: vernünftig. Und völlig ausreichend. Auf die deutsche Autobahn willst mit dem EV3 eh nicht. Eine 20-KWh-Lithium-Batterie, ein 46-kW-Elektromotörchen, das das Hinterrad antreibt: auch gut, weil klein, kompakt. Gewicht: weniger als 500 Kilo. Reichweite (und jetzt kommt’s): fast 250 Kilometer. Lieferbar ab Herbst, der Preis soll in etwa gleich sein wie beim konventionellen 3-Wheeler, also bei rund 30.000 Pfund (inkl. englischer Steuern). Ein Schnäppchen, denn das Teil wird ja von Hand gebaut. Mit Liebe.

Die Zukunft kann kommen

Einverstanden, das ist jetzt nicht für alle. Kein Gepäck, kein Siebenplätzer, keine eigenartigen Türen. Keine Selbstdarstellung, kein Sekte dahinter. Aber (und deshalb) ist dies Teil für «radical» genau das, was wir uns unter einem fröhlichen E-Auto vorstellen. Die Zukunft kann kommen – und sie ist besonders schön mit diesem Blick zurück in die Vergangenheit.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

  • Georg

    Wunderschönes Auto
    Als wäre der Elektroantrieb schon immer da gewesen. Mit so einem Auto über eine Passstraße gleiten muss ein Traum sein.

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