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Fiat 500 – Eine Einschätzung

Der neue Fiat 500, sieht aus wie der Alte, Veränderungen gibt es aber dennoch zur Genüge. Die Erfolgsstory des italienischen Kleinwagen wird weiter gehen.

09.07.2015 radical mag

Fiat hat ja am 4. Juli den neuen Fiat 500 angekündigt. Am Nationalfeiertag der US-Amerikaner haben sie dann tatsächlich die Bilder des neuen Modells veröffentlicht. Nur, es hat fast niemand gemerkt. Denn der Neue sieht aus: wie der Alte. Auch, weil er immer noch der alte Fiat 500 ist. Also der Alte von den ganz Neuen. Kompliziert, ich weiß. Also, der Reihe nach. Der ganz ganz neue Fiat 500 ist nicht mehr als das gründliche Facelift jenes Modells, das nun schon seit 8 Jahren produziert wird und über 1,5 Millionen Mal gebaut wurde. Acht Jahre? Bei anderen Herstellern wären in dieser Zeit mindestens ein neues Modell und zwei Facelifts realisiert worden. Fiat hat das nicht nötig, denn der kultige 500er verkauft sich immer noch einigermaßen gut. Allein die Mietwagenfirmen im Süden Europas ordern jedes Jahr an die 3.000 Fahrzeuge… Fehlt Fiat der Mut? Ist man nicht fähig, eines der wenigen Autos die als Retro-Auflage wirklich funktioniert haben, neu zu zeichnen? Fehlen die Kapazitäten, weil man mit Alfa noch etwas vor hat und sich gerade von Ferrari trennt? Wieso legt man den Käufern nach acht vollen Jahren nur in der Mikrowelle aufgewärmtes Fertigessen vor. Wo Italien doch zu den größten Nationen in Sachen Essen gehört?

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© Bild: Werk

Cashcow. Goldesel. Fiat 500.

Ich glaube, Fiat braucht derzeit einfach den Goldesel Fiat 500 noch. Noch erwirtschaftet man mit dem angegrauten Modell genug Geld um auch den Rest der Angebotspalette zu stützen. Denn Panda und 500er sind die beiden Autos, die so richtig viel Geld in die Kassen spülen. Der 500er auch, weil viele Kunden sich massiv im Zubehör- und Sonderausstattungskatalog bedienen. Und auch weil keine Weiterentwicklung: nichts kostet. Klar, der Neue hat ein paar neue Features, dazu kommen wir später. Aber im Grund der Dinge ist er: ein aus heutiger Sicht uraltes Auto.

Kontinuität

Aber, vielleicht ist es auch ein Zeichen an die anderen Hersteller. Ein Zeichen, dass es gar nicht nötig ist ein Modell alle zwei Jahre zu überarbeiten, wenn die Basis stimmt. Denn, der Fiat 500 hat Schwächen, allein die Sitzposition ist ein Thema für sich. Aber, die Kontinuität hat ihm auch einen treuen Kundenstamm eingebracht. Von dem zehrt man derzeit noch. Und das wird nach dem Facelift auch noch ein Weilchen so bleiben. Aber, Fiat muss sich schon Gedanken machen, wie man den Cinquecento komplett erneuern kann. Und dann wird sich zeigen, ob man in Turin noch fähig ist, nahezu zeitlose Autos auf die Räder zu stellen. Wir glauben – nach den ersten Bildern von der Alfa Giulia – irgendwie nicht mehr ganz daran. Doch wenden wir uns mal dem «neuen» Fiat 500 zu. Denn vor allem innen hat sich doch einiges getan.

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© Bild: Werk

Was ist neu am neuen Fiat 500?

Dort gibt es nun vieles, dass man zum Beispiel aus dem 500X kennt, das Multimediasystem zum Beispiel, dass wir ganz gut finden. Auch beim 500er sind die Zeiten von Blue&me (inoffiziell heißt es, dass der Name entstand weil der Chefentwickler immer zu viel Chianti…), diesem System dass man nur verstand, wenn man nichts von Elektronik verstand… Also, innen gibt’s mehr Klimbim, bessere Smartphone-Anbindung und gemäß Fiat «viele Hightech-Elemente». Ja dann… Außen hingegen, gibt’s nicht viel zu sehen. Klar, neue Leuchten. Die Frontscheinwefer mit Hundeblick (besser kann es nur John Belushi in Blues Brothers) werden die Damenherzen im Sturm erobern. Auch hinten gibt’s neue Leuchten, die Abmessungen außen (also auch innen) sind aber exakt dieselben geblieben. Das gilt im Übrigen auch für die Cabrio-Variante, den 500C.

Motoren und Preise des neuen Fiat 500

Auch bei den Motoren hat sich nicht viel geändert. Man kann zwischen Zwei und Vierzylindern wählen, derzeit leistet keiner über 105 PS. Doch das ist okay, der 500er ist definitiv der Antipode zum Raserauto. Allein schon – ihr wisst schon – der Sitze und Sitzposition wegen. Marktstart für den «neuen» 500er ist der 18. Juli 2015, die Preise sollen bei 12.650 Euro beginnen. Der 500C startet bei 15.450 Euro.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-mag.com

  • Florian

    Noch immer eins der schönsten Autos der Neuzeit!

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