Citroën DS3 Racing Exteireur Dynamisch Front Seite
Gewagte Optik...
 

Neu: Citroën DS3 THP 200 Racing – Rock and Roll!

Nicht Immer nur die Profis versorgen… Erstmalig: Heiße Ware fürs Volk.

03.03.2011 Autorevue Magazin

Seltsam ist das bei Citroën. Räumen in der Rallye-Weltmeisterschaft alles ab, was es zu gewinnen gibt – sechs Marken-WM-Titel, sieben Fahrertitel für Sébastien Loeb –, verfügen aber über kein ernsthaft sportliches Modell in der ­Palette.

Bis jetzt: Der DS3 Racing ist gewissermaßen das Derivat von „Super Sébs“ Dienstauto für die aktuelle Saison. Citroën Racing, die konzerneigene Rennsportfirma, hat sich des regulären Modells angenommen und dieses kräftig über­arbeitet. Die wesentlichen ­Än­derungen: Unter der Haube werkt der bekannte 1,6-Liter-Turbo-Direkteinspritzer, der mittels erhöhtem Ladedruck, optimierter Motorsteuerung und veränderter Abgasanlage leistungsmäßig auf 207 PS gebracht wurde. Somit begegnet er seinem direkten Konkurrenten, dem Mini John Cooper Works (gleiche Motorbasis!), ziemlich genau auf Augenhöhe.

Das Fahrwerk? Extra­trocken. Wer Citroëns als besonders komfortabel in Erinnerung hat, kriegt hier gründlich zu tun, diese Meinung zu revidieren. Schläge werden ­annähernd ungefiltert an den Innenraum weitergegeben, ­lediglich die erstklassig ausgeformten Schalensitze verhindern das Schlimmste. So muss das eben sein, wenn man dem Sport verpflichtet ist. Dank einer um 20 Millimeter verbreiterten Spur und einer Tiefer­legung um 15 Millimeter klebt der DS3 Racing regelrecht auf dem Asphalt, auch flink gefahrene Kurven passieren gefühlt ewig neutral, mit minimaler Seitenneigung. ­(Nebenbei: Wer das Limit ganz auskosten möchte, kann das ESP vollständig deaktivieren.)

Dazu tragen auch die 18-Zoll-Reifen mit zartem 40er-Gummiquerschnitt bei, die auf „Reverse-Technologie“-Felgen aufgezogen sind. Dabei sitzt der Gummi etwas tiefer im Felgenbett, was der Fahrpräzision zugutekommen soll, gleichzeitig aber auch die Felgen größer erscheinen lässt – Sportler sind ja so was von eitel.

Die Lenkung wurde ebenfalls für den neuen Einsatzzweck überarbeitet und gibt beredt Auskunft über die Stellung der Vorderräder. Wem die Lenkung eines Mini zu ­zackig, zu nervös ist, der wird hier seine Freude haben. Schön auch: Antriebseinflüsse sind ausschließlich in Extremsituationen, beispielsweise beim vollen Rausbeschleunigen aus Serpentinen, zart fühlbar.

Damit der Vorwärtsdrang auch adäquat im Zaum gehalten werden kann, hat Citroën dem Racing vorne Vierkolben-Sättel von Brembo mitgegeben. Fein dosierbar, absolut fading­resistent. Bei so viel Sportsgeist darf natürlich die Optik nicht zu kurz kommen: Außen gibt es die üblichen Spezereien wie Diffusor, Verbreiterungen und Spoiler – einzigartig in dieser Liga ist allerdings, dass alles, was nach Carbon aussieht, auch tatsächlich aus Sicht­carbon besteht. Selbiges gilt für den Innenraum, der den Beweis antritt, dass Sport nicht Askese heißt. Da der Racing auf der üppigen SportChic-Ausstattung basiert, wird einem kaum etwas abgehen. 30 Tausender klingen im ­ersten Moment heftig, relativieren sich aber bald. Man ­bekommt ein fair ausgestattetes Paket, das sich lediglich um ein Navigationssystem und ­Karosserieaufkleber erweitern lässt.

Fazit: Na endlich, sie können es ja doch. Warum man sich bei Citroën so lange Zeit gelassen hat, eine heiße Version in Serie zu bringen, wird uns ewig ein Rätsel bleiben.

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