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Borgward BX7, warum?

Borgward klingt zwar nicht nach Tyrannosaurus Rex, ist jedoch ein Dinosaurier, ein automobiler, der mit dem BX7 zum Leben erweckt wurde. Warum eigentlich?

05.10.2015 radical mag

Seien wir ehrlich, die Menschen, die einen Borgward in der Blütezeit der Marke auf der Straße gesehen haben, denken heute wohl an andere Dinge als ans Auto kaufen. Und der Glanz von Isabella und Co. ist längst verblichen. Zu lange war die Marke tot. Nun wird sie wiederbelebt, allerdings verstehen wir die Vorgehensweise einfach nicht. Das SUV, welches das erste Serienmodell sein könnte, sieht von außen aus wie eine Mischung aller schon bestehenden Fahrzeuge dieser Art. Gibt es einen Grund so ein namenloses Produkt zu kaufen? Vorerst soll der Wagen nur in China (wo er auch zusammengeschraubt wird) erhältlich sein.

Borgward BX7, Einheitsbrei?

Was sollen Chinesen, die garantiert noch nie etwas von der Historie der Marke gehört haben, damit anfangen? Gibt es irgendein Alleinstellungsmerkmal? Nein, gibt es nicht. Auch wenn die Technik dem heutigen Stand entspricht. Man kann sich auch einen Macan, einen Tucson oder einen Q5 kaufen. Irgendwie.

Neu Borgward BX 7 (7)
© Bild: Werk

In zwei Jahren in Europa

Unter der Haube gibt’s vier Zylinder, so um die 225 PS, dazu auf Wunsch Plug-in-Hybrid und Allrad. Im Normalfall werden aber nur die Vorderräder angetrieben. Und, dass uns der Hersteller zwar ganz viele Bilder vom Exterieur zeigt aber nur ein einziges vom Innenleben finden wir: vielsagend! Schämt man sich für den Innenraum, des 471 cm langen und gut 1.600 kg schweren Wagens? Oder hat man es: vergessen? Wir denken, es ist einfach noch nicht fertig, dabei will man den BX7 schon in zwei Jahren auch nach Europa bringen. Die Marke stand einst für technische Innovation und Qualität. Innovation sehen wir keine, alles was der BX7 kann, können andere schon lange. Und Qualität? Das muss sich noch zeigen. Wenn man aber bedenkt, dass chinesische Hersteller wie Qoros auch nicht gerade die Spaltmaß-Weltmeister sind, sind wir skeptisch.

Folgemodell geplant

Obwohl man noch kein Auto produziert hat, kündigte man mit dem BX7 TS schon eine Sportversion an. Mit matter Lackierung. Das ist bereits heute: von gestern. Aber vielleicht dauert es ja bis zur Markteinführung in Europa noch so lange, dass es dann wieder in Mode ist.

Hybrid mit 400 PS

Klar, 225 PS aus einem Zweiliter-Vierzylinder, dazu 300 Nm Drehmoment, da geht sicher was vorwärts. Erst recht beim Hybrid mit einer Systemleistung von 401 PS. Das wird die fünf, sechs oder sieben Passagiere schon etwas in den Sitz drücken. Aber eben, andere können das auch. Vielleicht schafft man es ja über den Preis, die Autos zu verkaufen.

Der Preis lässt aufhorchen

Man hat schon einige Zahlen gehört, die neuste ist ein Wert von 26.000 Euro für das Modell mit Vorderradantrieb. Das wäre – zugegeben – günstig. Aber wir trauen der Sache nicht. Schließlich hat man auch schon verlauten lassen, dass man mittelfristig eine halbe Million Autos pro Jahr bauen will. Das halten wir für einen sehr verwegenen Plan. Wir wünschen der jungen, alten Marke gute Schuhe für den steinigen Weg.

Besten Dank an die Kollegen von radical-mag.com

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