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Audi SQ7 TDI: Schluss mit dem Turboloch!

Der neue Audi SQ7 TDI kämpft mit einem elektrisch angetriebener Verdichter gegen das Turboloch an und bedient sich der Technik aus dem Bentayga.

03.03.2016 Press Inform

Audi rüstet sein SUV-Flaggschiff, den Q7 auf: Der SQ7 TDI soll mit 320 kW / 435 PS und einem maximalen Drehmoment von 900 Newtonmetern die Konkurrenz unter Druck setzen. Zusätzlich zur brachialen Leistung, gibt’s noch einen elektrisch angetriebenen Verdichter obendrein. Damit minimieren die Techniker ein Ur-Problem aufgeladener Motoren – das berüchtigte Turboloch. Natürlich haben sich die Zeiten, als Walter Röhrl schon in der Kurve voll auf das Gas steigen musste, um am Anfang der Geraden die volle Kraft des aufgeladenen Triebwerks parat zu haben, geändert. Technische Kniffe wie die Register-Aufladung oder die variable Turbinen-Geometrie flachten die Beschleunigungsdelle deutlich ab, konnten sie aber nie ganz minimieren.

Der 4,0 Liter-V8-TDI-Biturbo-Motor mit elektrisch angetriebenem Verdichter (EAV)

Der Audi SQ7 TDI trotzt dem Turboloch

Im Zuge der Elektrifizierung lag der Schluss nahe, dass ein E-Motor einen weiteren Verdichter anreibt, wenn der Abgas-Luftstrom bei niedrigen Drehzahlen noch nicht stark genug ist, das Turboloch fast vollständig ausmerzen könnte. Doch um diesen Kniff zu realisieren, mussten erstmal einige Probleme gelöst werden: Da ist zum einen die perfekte Synchronisation mit den anderen Ladern und zum anderen brauchte man für diese Komponenten das leistungsfähige 48-Volt-Bordnetz. Immerhin sind bis zu sieben kW nötig, um den elektrischen Verdichter zu mobilisieren.

Audi-SQ7-TDI-2016 (9)
© Bild: Werk

Die Erfolgsformel

Gegen diese beiden Hürden dient im 4.0-Liter-TDI-Motor ein elektrisch angetriebener Verdichter. Damit dem Aggregat nach dem absolvierten Einsatz im mittleren und oberen Drehzahlbereich nicht die Luft ausgeht, haben die Ingolstädter noch zwei verschieden große Turbolader dazugepackt. Die Erfolgsformel lautet als: Elektrischer Verdichter plus Register-Aufladung ergibt Kraft ohne Ende. Schließlich steht der nötige Ladedruck schon nach 250 Millisekunden bereit. Wenn es richtig zur Sache geht, dreht sich das Verdichterrad bis zu 70.000 Mal pro Minute.

Technik aus dem Bentayga

Bereits bei 1.000 Umdrehungen, also ziemlich tief im Drehzahlkeller, steht das volle Drehmoment von 900 Newtonmetern parat. Das Resultat nach nur 4,8 Sekunden kommt der knapp 2,1-Tonnen schwere SUV aus dem Stand auf 100-km/h und verbraucht lediglich 7,4 Liter pro 100 Kilometer. Aber ein modernes SUV sollte schon mehr können, als geradeaus zu preschen. Damit es auch mit Schwung um die Kurven geht, bedienten sich die Ingenieure beim Luxus-Bruder Bentley Bentayga und verpflanzten die elektrischmechanische aktive Wankstabilisierung in den SQ7 TDI. Bei der Kommunikation mit den vielen Sensoren, die zusammenarbeiten, um der Wankneigung in Kurven dreimal so schnell entgegenzuwirken, als das mit einer hydraulischen Variante möglich ist, hilft wieder das fortschrittliche 48-Volt-Teilbordnetz.

Das 48-Volt-Bordnetz mit elektrisch angetriebenem Verdichter (EAV)

24 Assistenzsysteme

Dass diese ganze Technik nicht ganz billig sein wird, liegt auf der Hand. Um den Kunden noch mehr Kaufanreize zu bieten, fährt der SQ7 TDI ein ganzes Technik-Arsenal auf: Sportdifferenzial, Allradlenkung, variable Ventile und serienmäßige Matrix-LED-Scheinwerfer. Unterm Strich helfen 24 Assistenzsysteme das 5,07 Meter lange Flaggschiff auf der Straße zu halten. Ab Frühjahr 2016 ist der SQ7 bestellbar, einen Preis wird uns Audi wohl auch bald angeben.

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