Philippe Varin verzichtet auf Millionenpension: Er habe "gehört und verstanden", so Frankreichs Finanzminister.
 

Nach Empörung in Frankreich: PSA-Chef verzichtet auf Millionenpension

Der scheidende PSA-Chef Philippe Varin verzichtet nach Protesten auf seine Pension in Höhe von 21 Millionen Euro – Frankreichs Finanzminister begrüßt dies als „weise Entscheidung“

28.11.2013 APA

Der angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroen hatte Anfang der Woche angekündigt, dem scheidenen Chef Philippe Varin im Laufe des kommenden Jahres durch den früheren Renault-Manager Carlos Tavares zu ersetzen. Dem 61-jährigen Varin sollte der Abgang durch eine Zusatzpension von insgesamt 21 Mio. Euro versüßt werden. Gewerkschaftsvertreter, Politiker und die Öffentlichkeit reagierten angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens, das derzeit tausende Stellen abbaut, empört auf die Höhe der Pension. 

Varin: „Fehlinterpretation“

Varin machte daraufhin deutlich, dass er die Reaktionen verstehen könne, es sich aber um eine Fehlinterpretation handle. Er hob im Sender France Info hervor, dass er bei seinem Ausscheiden keinerlei Entschädigung erhalten werde. Er werde aber eine Zusatzpension von rund 300.000 Euro jährlich erhalten, räumte er ein. Dafür habe PSA 21 Millionen Euro zurückgestellt.

Varin gab nach Protesten Verzicht bekannt – Paris begrüßt diese Entscheidung

Nachdem der Sturm der Empörung nicht abreißen wollte, gab Varin am Mittwochabend dann bekannt, Einschnitte bei seinen Pensionsansprüchen zu akzeptieren. Er er habe beschlossen, „auf die aktuelle Regelung meiner Altersbezüge zu verzichten“. Er wolle mit dieser Entscheidung vor allem dafür sorgen, dass sich die Beschäftigten wieder ganz auf die notwendige Sanierung des Unternehmens konzentrieren könnten. Eine „weise Entscheidung, wie Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici betont: „Philippe Varin hat gehört und verstanden“, so Moscovici am Donnerstag in Paris.

Größter Nettoverlust in der Geschichte von PSA

PSA Peugeot Citroen hatte im vergangenen Jahr den höchsten Nettoverlust seiner Geschichte hinnehmen müssen. Auf 5 Mrd. Euro summierte sich das Minus. Ein drastischer Sparplan, der die Streichung von 8.000 Stellen in Frankreich vorsieht, hatte 2012 zu heftigen Auseinandersetzungen mit der sozialistischen Regierung in Paris geführt.

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