Hyundai i40 Limousine Heck Seite Exterieur Statisch
Hyundai will sein eigenes Momentum nutzen...
 

Na, dann

Der Hyundai i40, koreanische Angriffslust.

16.05.2011 radical mag

Die Spanier kaufen keine Kombis. Das hat Tradition, nur Handwerker, der Metzger, der Schreiner, der Totengräber fuhren schon immer und fahren immer noch solche Kastenwagen. In der klassischen Limousine dagegen, damit ist man ein feiner Pinkel.

Früher konnte sich nur der Pfarrer solch einen Wagen mit Kofferraum leisten, der Seat-Ableger des Fiat 124 mobilisierte zuhauf die spanischen Betbrüder von Don Camillo, und weil Spanien ein sehr katholisches Land ist, hatte das Pfäfflein immer recht und hat es noch und ist auch ein Vorbild.

Aus diesem Grund wohl hat sich Hyundai die Motor-Show von Barcelona ausgesucht, um den i40 Sedan der Welt-Öffentlichkeit zur präsentieren. Und weil es sonst in Barcelona keine weitere Welt-Premiere hat, dürfen sich die Koreaner einer gewissen Aufmerksamkeit sicher sein. Übrigens: gleichzeitig wie die Motor-Show findet auf dem Messe-Gelände von Barcelona eine große Ausstellung von Hochzeits-Mode statt, und vielleicht treibt es ja dorthin auch noch den einen oder anderen Priester, von Berufswegen oder ob seiner Berufung.

Seien wir ehrlich: nach der klassischen Limousine im Mittelklasse-Format kräht kein Hahn mehr. Ausnahme: das Premium-Segment, Audi A4, BMW 3er-Reihe und Mercedes C-Klasse.

Aber das sind, wie gesagt, Ausnahmen. Beispiel VW Passat: 95 Prozent der verkauften Stück sind Kombis (zumindest in der Schweiz), bei Ford Mondeo, Opel Insignia und  Citroën C5 – bei allen ist das Bild ziemlich ähnlich, vielleicht etwas weniger grob, aber trotzdem. Bei neuen i40 wird das nicht anders sein, für die Schweiz rechnet der Importeur mit einem Limo-Anteil von zehn Prozent. Allerdings hofft er auch, mit dem i40, sowohl als Kombi wie auch als Limousine, endlich einen Fuß ins Flottengeschäft zu kriegen, und wir denken, dieser Ansatz ist nicht falsch, denn mit der Fünf-Jahres-Garantie und den sicherlich nicht übertriebenen Anschaffungskosten dürfte er ein wirtschaftlich nicht uninteressantes Angebot werden. Und vielleicht kann ja der Vatikan eine Sammelbestellung aufgeben; wobei, die ganz hohen Kirchen-Herren würden eher mit dem ganz gediegenen Equus vorfahren wollen.

Aber da sind eben noch die spanischen Pfarrer, und auch in den USA sind die Drei-Volumen-Kisten weiterhin sehr gefragt, und deshalb muss Hyundai den i40 auch als Limousine bauen. Das Ding ist ja ganz hübsch – und mit 4,74 Meter Länge noch einen Zacken größer als der schon mächtige Audi A4. Früher war die obere Mittelklasse so lang. Die Platzverhältnisse innen sind, sagen wir mal: großzügiger als bei anderen Fahrzeugen aus diesem Segment. Für die doch stattlichen Ausmaße – eine Gewichtsangabe gibt es noch nicht – erscheint uns der Wagen nicht übermotorisiert, das Angebot reicht von einem 115 oder 136 PS starken 1,7-Liter-Diesel über einen 1,6-Liter-Benziner mit 135 Pferden und hin zum Top-Modell, einem 2-Liter-Benziner mit 177 PS. Die Koreaner sind zurückhaltend, es sind keine M- oder RS- oder AMG-ähnlichen Versionen angedacht. Sie schauen da halt auch in die Zukunft und wollen den Flottenverbrauch deshalb möglichst tief halten.

Natürlich wird die i40 Limousine auch mit einer Flut elektrischer und elektronischer Helferlein lieferbar sein, eine ganze Menge davon schon serienmäßig. Bis zu neun Airbags gibt es, je nach Ausstattung, ein beheizbares Lenkrad, beheizbare Rücksitze.

Ende des Jahres kommt der i40 auf den Markt, Preise sind noch nicht bekannt.

Vielen Dank an www.radical-mag.com

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