Bentley Continental V8 Exterieur Dynamisch Front
Eigentlich hatten wir ja auf mehr PS gehofft.
 

Muss reichen

Bentley und das Downsizing: V8-Motoren

16.12.2011 radical mag

Nun geht auch bei Bentley die Downsizing-Hexe um. Neben den bekannten groben Zwölfzylindern gibt’s die GT und GTC-Modellreihe jetzt auch mit einem potenten V8 aus dem Hause Audi.

Gerade eben zeigte uns Bentley den gelifteten Continetal GTC. Wir notierten, dass er aufgrund seines superben Fahrwerks durchaus ein paar zusätzliche PS vertragen würde. Und Bentley macht genau das Gegenteil. Zwar sind auch die 507 PS des neuen V8 mit vier Litern Hubraum eine imposante Pferdekoppel, aber es sind halt 70 PS weniger als der W12 anzubieten hat.

Trotzdem dürfte der Continental GT nicht zum lahmen Esel werden. Wir durften den neuen Motor nämlich schon bewegen. Zwar nicht in einem Bentley, doch bei seinem Organspender, dem Audi S8. Dort hat er uns mehr als überzeugt – und wie! Bleibt aber einzuwenden, dass jeder Bentley gegenüber dem S8 um mindestens 400 kg schwerer ist – entsprechend heftiger wird der V8 mit zwei Turboladern schnaufen müssen, um den Briten in Fahrt zu bringen.

Bentley Continental V8 Exterieur Dynamisch Front

Wieso also sollte man sich für einen V8-Bentley entscheiden? Nur der Umwelt zu Liebe – denn der Audi-Motor im Briten soll wesentlich sparsamer sein als der altgediente Zwölfender, der nach wie vor im Programm bleibt. Wie groß die Treibstoffeinsparung genau ist, will man bei den Briten noch nicht kommunizieren. Viel lieber lenkt man in der PR-Abteilung das Augenmerk auf die Fahrleistungen der neuen Modelle. In Kombination mit einem neuen, eng abgestuften 8‑Gang-Automatikgetriebe soll mit dem V8 eine Höchstgeschwindigkeit von über 290 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter fünf Sekunden möglich sein.

Der neue V8 verfügt über eine sehr spezielle Anordnung der Ein- und Auslasskanäle. Der Auslass erfolgt im V, wo auch die beiden Turbolader angebracht sind. Die Frischluft erhält das Triebwerk von der Außenseite, also genau umgekehrt zum heute typischen Konzept. Bei Audi – und jetzt auch bei Bentley – verspricht man sich durch den kurzen Weg der Abgase zum Turbolader ein deutlich verkürztes Ansprechverhalten des Motors.

Ebenfalls 1:1 von Audi übernommen ist die Zylinderabschaltung. Wird nur ein Teil der Leistung beansprucht, schalten sich vier der acht Zylinder ab. Dieser Übergang soll geschehen, ohne dass dies der Fahrer bemerkt. Da alles beim Audi S8 funktionierte, kann man davon ausgehen, dass auch bei Bentley alles prima läuft.

Die beiden neuen Continental-Modelle werden unterhalb der Topmodelle Continental GT und GTC mit 6,0-Liter, 12-Zylinder-Motor angeboten, die die Kunden auch weiterhin ordern können. In seiner höchsten Ausbaustufe im Supersports Convertible ISR leistet der W12 bemerkenswerte 640 PS. Ebenfalls unverändert ist der Antriebsstrang. Allradantrieb mit modernem Torsen-Differential und einer heckbetonten Verteilung der Antriebskraft im Verhältnis 40:60 sorgen für ein gute Fahrdynamik. Das überarbeitete Fahrwerk dürfte zudem keinerlei Probleme mit der Leistung haben – genauso wenig wie die Bremsanlage.

Bleibt die Frage, ob Bentley-Kunden wirklich so „grün“ angehaucht sind und sich einen V8 statt einen W12 leisten. Zumal Bentley seinen V8 offenbar selber ins Offside stellen könnte. Die Gerüchte, dass es die Luxuswagen aus England bald auch mit Dieselmotor zu kaufen geben soll, verdichten sich. Wer also etwas für sein Ökogewissen tun will, wird einen Diesel ordern. Doch auch das wird wohl kaum die Mehrheit der Kunden tun. Aber für den Flottenverbrauch, der in Zukunft immer wichtiger wird, sind V8-und Dieselmotoren natürlich sehr interessant. Egal, ob es der betuchte Kunde dann auch kauft.

Vielen Dank für den Beitrag an www.radical-mag.com

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