Ford Capri Serie II rot vorne seite front
Mit der Serie II kamen 1974 größere Seitenscheiben und die Heckklappe.
 

Motorhaube unser – Geschichte des Ford Capri

Schließlich wusste man in den späten 60ern, wie ein Sportwagen auszusehen hatte.

27.09.2013 Autorevue Magazin

Die Wurzeln des Ford Capri liegen in den USA, in Groß­britannien und in Deutschland, und als die Produktion Ende 1968 anlief, war sein Name schon ein Vorgängermodell alt:
Von 1962 bis 1964 hatte Ford England den Capri im Programm, die Coupéversion des Consul Classic, die Verkaufszahlen blieben bescheiden. Obendrein war der für das neue Coupé angedachte Namen Colt bereits von Mitsubishi reserviert, weshalb der alte, kaum benutzte Name ins zweite, wesentlich längere Leben ­starten durfte.

Die eigentliche Inspiration aber kam aus den USA:

Der Ford Mustang war nach verwandtem Muster gestrickt, die Kombi­nation aus alltagstauglicher Coupékarosserie, Großserien­technik und damit niedrigem Preis hatte alle Erwartungen überholt. Ähnliches sollte der Capri auch in Europa schaffen, und er schaffte: Anfang 1969 wurden zuerst die Vierzylinder-Modelle vorgestellt, die Sechszylinder folgten im späten Frühling. Produziert wurde der Capri in Deutschland und Großbritannien, Österreich als EFTA-Staat bezog seine Capris (weitgehend, aber nicht lückenlos) aus England, womit sie englische Kent-Motoren ­trugen, also Reihenvierzylinder statt der deutschen V4-Motoren, und natürlich Fords V6-Palette, vorerst bis zum 2,3-l-Aggregat mit 108 PS. An der Unterkante der Capri-Palette stand bei uns ein 1,3-l-Vierzylinder, mit 55 PS immerhin ein Alzerl potenter als der deutsche 1,3-l-V4 mit seinen 50 PS, von echt sportlichen Fahrleistungen war dennoch keine Rede. Für die war etwas eher der 1,6-l zuständig, noch mehr aber der V6 mit 2,0 und 2,3 l. ­Allen Capris gemein war das bodenständige Fahrwerk mit Blattfedern und Starrachse hinten, bei Produktionsende sollte der Capri der letzte deutsche Pkw mit dieser Konfiguration sein.

ford capri serie I hinten heck seite

Geliftete Serie I mit größeren Heckleuchten.

Echt sportlich wurde der Capri 1970 als RS 2600 mit 2,6-l-V6.

Per Kugelfischer-Einspritzung auf 150 PS gepusht, von ­außen an Doppelscheinwerfern, sportlicher Zweifarben-Lackierung, tiefergelegtem Sportfahrwerk und anfangs völlig abwesender Stoßstange erkennbar. Im Herbst 1972 brachte das Facelift größere Leuchten vorne wie hinten, ein komfortableres Fahrwerk und neue Sitze, der Capri war dann auch mit 3,0-l-V6 lieferbar. Sinkende Verkaufszahlen führten im Jänner 1974 zum Capri Serie II mit Heckklappe und umlegbaren Rücksitzen, ­größeren Seitenscheiben und geglätteten Flanken, erstmals kam das Topmodell Ghia ins Programm.

ford capri serie I rs 2600 weiß

1970er RS 2600

Was heute unter Fans als Serie III tituliert wird, galt ab März 1978 werksintern als geliftete Serie II: Tiefer gezogene Motorhaube, in die Flanken reichende Stoßstangen, 1981 ersetzte
der 2,8 l mit K-Jetronic aus dem Granada den 3,0 l. So fuhr der Capri auf der Treue ­seiner Fans dem Produktionsstopp 1986 entgegen, nach 1.886.647 Exemplaren.

Modell      Bauzeit    Hubraum    Leistung    Spitze

1300/GT    1968-’77    1298/1293    55-64           138-150
1600/GT    1968-’86    1599/1593    64/82           148/160
2000 (V4)  1968-’73    1996               93                 171
2,0 (V6)      1976-’81    1999               90                 165-170
2,0 (R4)      1981-’86    1993               101               175-180
2300           1969-’86    2293               108-125       175-185
2600 GT     1969-’73    2550               125               185-190
RS 2600     1970-’73    2637                150               202-205
3000            1972-’81    2993               128-138      193-198
2,8i V6        1981–’86    2797              160               210
2,8 Turbo  1981–’86    2797              188               220

Hier finden Sie die Kaufberatung zum Ford Capri.

Mehr zum Thema
pixel