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Momo Mirage: Notbremse

Aus einer Sammlung außergewöhnlicher Exoten: der Momo Mirage. Und seine kurze Geschichte.

10.11.2016 radical mag

Man kennt Peter Kalikow als großen Ferrari-Sammler. Und auch als Mann, der es sich leisten kann, bei Ferrari Sonderanfertigungen bestellen zu können. Dass Kalikow auch einmal Automobilhersteller werden wollte, das ist hingegen fast unbekannt. Genau so wie sein damaliges Werk, der Momo Mirage.

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Es soll 1967 gewesen sein, als sich Kalikow zusammen mit dem New Yorker Jaguar-Händler Alfredo Momo entschloss, ein eigenes Auto zu bauen, irgendwo zwischen Rolls-Royce und Ferrari. Anlass dazu gegeben haben soll ihm der gerade vorgestellte Aston Martin DBS, den Kalikow als nicht besonders beglückend empfand (wofür man vollstes Verständnis haben kann). Eigentlich wollte er Giulio Alfieri, bekannt von Maserati, und Giovanni Michelotti beauftragen, doch die wollten beiden nicht – und so wurden es halt Stanguellini und Pietro Frua. Die zweite Wahl stellte sich dann als die nicht allerbeste Idee heraus, sowohl Designer Frua wie auch Stanguellini forderten über die Jahre immer mehr Geld, so dass sich der Momo Mirage nicht mehr zu einem vernünftigen Preis bauen ließ. Weil auch Chevrolet zickte, den LT-1-Motor aus der Corvette nicht zu günstigen Konditionen herschenken wollte, zog Kalikow nach sechs gebauten Fahrzeugen den Stecker. Vielleicht waren es auch neun, es heißt, dass Frua sich noch drei Chassis aus den Stanguellini-Beständen gesichert und diese samt Aufbau über die Jahre verschachert habe. Was Frua betrifft, vertritt Kalikow heute die Meinung, dass der Italiener gar nicht viel zum Design beigetragen habe, dass es stattdessen von einem gewissen Gene Garfinkel stamme.

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Sicher ist, dass Kalikow drei Momo besitzt. Und das Puzzle-Auto, das über eine Vorderachse von Jaguar, eine Lenkung von Alford & Alder, Dämpfer von Koni und Bremsen von Girling verfügte, auch gerne mal herzeigt. Ein Mirage soll irgendwo bei General Motors stehen, ein anderer abgebrannt sein – und Nummer sechs sei gar nie fahrbereit gewesen.

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Dank sei den Kollegen radical-mag.com, die weitere Exoten und anderes schönes altes Blech archiviert haben.

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