Mitsubishi iMiev Drift Exterieur Dynamisch Front
Ob dafür gedacht oder nicht...
 

Mitsubishi i-MiEV – Und bei Vollstrom?

Okay, das hier konterkariert den eigentlichen Gedanken des Mitsubishi i-MiEV ein wenig. Allein: Kann er’s dennoch?

09.05.2011 Autorevue Magazin

Das Schlimme für den bekennenden Benzinbruder ist, dass einem der Mitsubishi i-MiEV schon beim Anstarten eine Gehirnwäsche verpasst. Er zwingt dich durch seine Andersartigkeit, die gewohnten Wege zu verlassen. Kein Geräusch? Das kann nicht sein. Konsequent straft er den Bleifuß mit Dezimierung der Reichweitenanzeige. Die zählt die Kilometer dann ähnlich schnell runter wie die 100-Meter-Stelle des Tageskilometerzählers rauf. Als ­Reaktion erfindet man – tatsächlich freiwillig – schnell eine neue, angepasste Herausforderung: LKW-Windschatten-Saugen statt Kurvencarven.

Würde es dennoch Spaß machen? Was darf man sich fahrdynamisch von einem Auto erwarten, das aussieht wie ein Stretch-Smart? Fahrwerkseitig ist man mit McPherson-Achse vorne und einer DeDion-Aufhängung mit Panhardstab hinten gar nicht schlecht aufgestellt. Der Heckantrieb ist auch ein Indiz für Agilität. Hoppeln über kurze Stöße (wie im Smart, iQ) wird durch den langen Radstand bestmöglich vermieden. Die geringe Breite fällt im normalen Leben nur durch den kuscheligen ­Innenraum auf. Forsche Kurven? Zur Beruhigung: Nein, er kippt nicht um.

Dafür sorgen das rigoros mahnende ESP (völlig deaktivierbar) und der tiefe Schwerpunkt (die Akkus wohnen unter dem Greenhouse). Selbst bei ausgeschaltetem ESP bleibt alles im grünen Bereich: Durch die Mischbereifung (145er vorne/175er hinten) ist der ­i-MiEV ein gnadenloser Untersteuerer, der sich durch Schieben über die Vorderachse selbst abbremst.

Driften? Mangels Leistung nur auf rutschigem Untergrund möglich, dank der präzisen Lenkung (Servounter­stützung gibt’s quasi nur im Stand) kein Problem, nur die Schubdosierung ist eine Herausforderung. Denn: Man hört nichts.
Wenig überraschend: Die Beglückung am Mitsubishi MiEV-Fahren ergibt sich nicht aus Fliehkraft und Geschwindigkeit, sondern aus der Aufgabe, seinen Fahrstil, angepasst an die Gegebenheiten, neu zu erfinden.

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