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Unimog, einfach rauf! Egal, ob Ätna oder Großglockner

Wenn nichts mehr geht, dann kommt er zum Einsatz und das schon seit acht Jahrzehnten. Ob Großglockner oder Ätna, ein Unimog schafft beinahe jede Hürde.

07.02.2016 Press Inform

Des einen Freud, des anderen Leid. Wenn der Winter zuschlägt, türmen sich schnell meterhohe Schneemassen auf Passstraßen und machen diese Verkehrsadern genauso unbefahrbar, wie die Startbahnen am Wiener Flughafen. Da zählt jede Minute. Damit alles wieder reibungslos läuft, sind oft brachiale Wintergeräte nötig, die sich ohne Gnade durch die weiße Wand wühlen. Wo herkömmliche Schneepflüge die Räder von sich strecken und vor den Schneemassen kapitulieren, braucht es einen automobilen harten Hund, der vor nichts zurückschreckt.

Der Unimog erfüllt diese Stellenbeschreibung

Lenkergeführte Portalachsen, kräftige Dieselmotoren mit bis zu 220 kW / 299 PS und ein maximales Drehmoment von bis zu 1.200 Newtonmetern. Wenn diese Maschine hinter der Schneeschaufel oder -Fräse mit der Wucht seines Gesamtgewichts von bis zu 16,5 Tonnen auf die weiße Pracht prallt, kann es nur einen Sieger geben. Klar ist: Der Unimog kennt beim Räumdienst keine Gegner nur Opfer, sei es in der Stadt oder in Skigebieten.

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© Bild: Werk

Alleskönner

Seit acht Jahrzehnten verkörpert der Unimog („Universal-Motor-Gerät“) rustikale Unverwüstlichkeit. Ursprünglich von Albert Friedrich als Landschafts-Fahrzeug mit 25 PS und Allradantrieb konzipiert, etabliert sich das Vehikel schnell als Alleskönner fürs Grobe: ob bei der Bundeswehr, im kommunalen Einsatz, als Feuerfahrzeug, beim Ascheräumen am Vulkan Ätna oder sogar als Schienenfahrzeug. Die kantige Form blieb über all die Jahre erhalten, ebenso das „U“ im Namen. In den 1950er Jahren stand der U401 parat, wenn es zur Sache ging. Schon bei den ersten Unimogs war die Vielseitigkeit Trumpf.

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© Bild: Werk

„Black Edition“

Über die Jahre kamen immer neue Varianten mit verschieden Radständen – von 2,8 Meter beim U 216 bis hin zu 3,90 Meter beim U 530 in der Langversion. Auch Mercedes-Tuner Brabus verwandelte den Kraxler mit der grandiosen Verschränkung zur „Black Edition“. Nicht jeder Unimog hat einen kräftigen Sechszylinder-Diesel an Bord. Oft müssen vier Töpfe und mindestens 115 kW / 156 PS reichen. Da die Aggregate aus der LKW-Division stammen, zieht selbst die Einsteiger-Version mit einem maximalen Drehmoment von 650 Newtonmetern kräftig an. Selbst der „kleine“ Diesel (Motorenbezeichnung OM 934) hat einen Hubraum von 5.1 Liter. Wenn dieser Unimog einmal kräftig Luft holt, klebt ein Kleinwagen vor dem Kühlergrill. Bei den Sechszylindern sind es sogar 7.7 Liter Hubraum. Mittlerweile ist auch das kompromisslose Blaumann-Fahrzeug zum Saubermann mutiert: Die Triebwerke erfüllen mittlerweile die Euro-6-Norm.

Luxuriöser ist es über die Jahrzehnte im Führerhaus geworden

Ähnelte die Kabine zu Beginn einem kargen Kutschbock, freut sich der Lenker mittlerweile über allerlei Luxus. Besonders cool geht bei der aktuellen Version der Fahrerwechsel über die Bühne, bei Bedarf lassen sich nämlich das Lenkrad und die Pedale von links nach rechts schieben. Seine jährliche Meisterprüfung legt der Unimog immer Ende April ab. Dann befreien die Kraxler die Großglockner Hochalpenstraße (48 Kilometer lang und bis zu 2.504 Meter hoch) vom Schnee, der zu diesem Zeitpunkt da noch reichlich liegen kann. Doch beim Unimog gilt: Wenn es hart auf hart kommt, zieht der Harte erst richtig durch und so ist die pittoreske Verkehrsader schnell von der weißen Pracht befreit.

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