Mercedes-Benz S-Klasse Präsentation Gäste
Hamburger Philharmoniker, Alicia Keys – Honorige Gäste bei einer honorigen Veranstaltung.
 

Circus Maximus

Mercedes präsentiert sein neues Flaggschiff und darf sich jetzt keinen Fehler leisten. Beim Festakt wird daher vom Guten soviel aufgetragen, dass man gelegentlich vergisst, dass es hier um ein Auto geht.

20.05.2013 Autorevue Magazin

Die Welt soll Augen machen. Große, nein: sehr große Augen. Sie soll sehen, wer hier der Boss ist. Es geht schließlich um eine neue S-Klasse, den Mercedes unter den Mercedessen, das Leitgestirn der Premiumwelt, die Ikone aller Creme-de-la-Cremehaftigkeit.

Mercedes darf jetzt nichts falsch machen. Man liegt weit abgeschlagen hinter BMW und Audi. Der dritte Platz ist eine Niederlage in einer Welt, die von Überlegenheit lebt, in der immanente Souveränität das blaue Blut des Marken-Adels ist, zumal eines so alten Geschlechts wie das von und zu Mercedes.

Daimler-Boss Dieter Zetsche hat bisher keine allzu gute Hand bewiesen, im Lenken der Geschicke von Mercedes. Die E-Klasse hat es schwer, musste auf halbem Weg so gründlich überarbeitet werden, dass praktischen von einem neuen Modell die Rede sein konnte. Und dann: das Debakel mit dem Kastenwagen Citan, der gerade beim Crashtest mit einem katastrophalen Ergebnis durchgefallen ist.

Die S-Klasse muss es jetzt richten. Sie muss ein Erfolg werden. Sie muss alles in den Schatten stellen. Vor allem in China und Amerika muss sie funktionieren, das sind nämlich die wichtigsten Märkte für teure Autos. Dort ist das Geld zu Hause. Aber die Reichen in diesen fernen Erdteilen haben ihre speziellen Neigungen. Fragen Sie einmal einen chinesischen Unternehmer, der seine Millionen vielleicht als Büstenhalter-Fabrikant gemacht hat, was ihn am Motor seines Luxusschlittens beeindruckt oder welche technische Raffinesse er an dessen Fahrwerk liebt. Er wird sich schulterzuckend abwenden, in den Fond seiner Limousine steigen und seinem Chauffeur den Wink zur Abfahrt geben.

 Mercedes-Benz S-Klasse Präsentation Alicia Keys

Der Festakt von Mercedes war eine Botschaft an die chinesischen Büstenhalter-Fabrikanten (unter anderem). Beheizbare Armlehnen, Raum-Beduftung, Liegesitze gibt es für die neue S-Klasse, die im Übrigen erst als Lang-Version konstruiert und daraus in ihrer Kurzform abgeleitet wurde. Das hat Mercedes das erste Mal so gemacht, es bei der Präsentation aber nicht weiter erwähnt. Dafür war sehr ausführlich von Wellness-Dingen die Rede: Von der Wärme-Massage nach dem beliebten Hot-Stone-Prinzip zum Beispiel, die 14 individuell ansteuerbare Luftkissen mit Heizvorrichtung hat und Verspannungen wegarbeitet, die man von der aufreibenden Management-Arbeit in einer chinesischen Büstenhalter-Fabrik eben so kriegt.

Und natürlich jede Menge neuer Sicherheitsstandards. Die neuesten digitalen Kommunikationsformen der unterschiedlichen Systeme untereinander. Eine ganz neue Wunderwelt, die ein Präsentations-Begleitpapier in Telefonbuchstärke füllte (hier die Zusammenfassung). Von einem zukunftsweisenden Konstruktions-Novum, von einem grundlegend nächsten Schritt bei den Antriebseinheiten (außer natürlich von den schönen neuen Verbräuchen), so wie das Kompetenz-Selbstverständnis bei einer AUTO-Weltneuvorstellung thematisiert wurde, war beim Festakt im Airbus-Werk in Hamburg nicht die Rede.

Mercedes-Benz S-Klasse Präsentation Das Post-Schiff

Genau, nichts Kleineres als ein Flugzeug-Werk durfte Ort der Handlung sein. Und man hat sich als Gast schon etwas klein gefühlt angesichts des A380 und der riesigen Betonflächen, auf denen er abheben, landen und rangieren kann. Wer einmal auf einem Flugfeld gestanden ist, weiß, was das für ein Gefühl ist.

750 Gäste hatte Mercedes nach Finkenwerder geladen, sie in ein eigens für diesen Anlass eingerichtetes Festzelt gesetzt, eine hübsche blonde Moderatorin engagiert, die Hamburger Philharmoniker für die Musikuntermalung Platz nehmen lassen und auf einer gigantischen Videoleinwand eine Live-Schaltung nach draußen gemacht, wo im strömenden Regen die neue S-Klasse per Flugzeug eingeflogen kam, publikumswirksam per Kran ausgeladen und begleitet von einem weißen Auto-Ballett aller Mercedes-Modelle in die Halle gefahren wurde. Inklusive Feuerwerk – was in Erinnerung rief, dass EADS ja auch ein Rüstungskonzern und mit dem Daimler verbandelt ist.

Und zur Sicherheit legte man noch ein Schäuflein drauf: Alicia Keys entstieg dem Fond der S-Klasse, sang zwei Lieder und ging wieder. Und dann kamen die Sternenköche, gleich fünf an der Zahl, und kochten für das geladene Publikum. Auch das war eine Botschaft in Sachen Creme-de-la-Cremehaftigkeit.

  • Ing. W. Hauck

    Dieter Zetsche hat seinen Vorsprung schon seit Jahren verspielt und wird ihn mit beheizten Armlehnen und sonstgem Klimbim zu teueren Preisen nicht zurück gewinnen. Ausser bei den Schickimickis.

    Ich fahre seit 1953 die MB-S Klasse wegen der Sicherheit, jetzt besonders, bei den vielen „Schwindligen“ im Strassenverkehr.Durchschnittlich pro Modell 13 – 15 Jahre. Motorisch hat sich viel, reziprok zu den Möglichkeiten im Straßenverkehr verändert. Damals hätte man jene Leistung und Straßenlage von heute gebraucht. Heute brauchst du, da alle paar KM Geschw.-Schilder stehen einen Tempomat, ein gute Sitze (hat MB) um all diese Staus und die Baustellen zu überleben. Heute genügen 100 PS um deine Edelkarosse zeitgleich mit dem SL
    zu Hause anzukommen zu lassen. Der Lack ist auch nicht mehr 8fach aufgetragen und zeigt schon eingebrannte Tränenspuren wenn du ihn bei Regen und danach in der Sonne eine Woche im Freien stehen läßt. Und Schluss endlich, Preis/Leistung (100.000.-€ und darüber),klafft zu stark auseinander, denn es ist „preiswerte“ Serienfertigung und die Werkstätten mit fast 150.-€/h keine Relation zu den heutigen, fast ebenso sicheren, aber sternlosen Knautsch-Karosserien anderer „Marken“, denn fast alles kommt von den Zulieferanten, bis auf das Blech oder Alu und auch da gibt es nur für Europa zwei Hauptlieferanten! Der Rest ist Fantasie in Blech gepresst. Ing.W. Hauck Sattdorf.

  • Wolfgang Schachinger

    Lieber unbekannter Herr Roman Gaisböck!
    Mein Kommentar war blöd.
    Da haben Sie recht.
    Ansonsten irren Sie sich.
    Ich fahre nach einem Schlaganfall 2007 überhaupt KEIN Auto. Ich will niemanden niederschieben.Geben Sie diesen Rat an alle 80-Jährigen und alle schwer Besoffenen weiter, die täglich mit großen und kleinen Autos durch Österreich fahren. Würde ich noch Auto fahren, führe ich sicher kein großes Auto.
    Ich betone meine Titel nicht. Habe ich etwa DDr.MMMMag.Dkfm. geschrieben? Ich lasse aber auch meine 2 Doktor-Titel gerne weg, wenn das Sie beruhigt. Die bringen mir nämlich sowieso finanziell nichts, am allerwenigsten ein großes Auto. Oder hat ein gewisser Auslandsösterreicher, der nun Österreichs Politik reformieren will, etwa viele akademische Titel? Es sagt sowieso niemand aus meiner Umgebung Herr Doktor zu mir.
    Was das Geschlecht betrifft, so hat Frau Hofbauer mit dem Thema begonnen. Oder sind Lana del Rey und Alicia Keys keine Damen? Was ist mit der hübschen blonden Moderatorin?
    Wer ist der Angeber/die Angeberin? Der, der seine 2 Doktortitel vor den Nemen stellt oder die, die großspurig schreibt „Wer einmal auf einem Flugfeld gestanden ist, weiß, was das für ein Gefühl ist.“ Toll. Frau Hofbauer ist also offenbar schon einmal auf einem Flugfeld gestanden.“ Ich nehme es mit Bewunderung zur Kenntnis. Was für eine Frau!
    Einigen wir uns gütlich. Beide Artikel gelten als NICHT geschrieben. Okay?
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Schachinger

  • DDr. Wolfgang Schachinger

    Man soll Frauen keine Rezensionen über Auto-Erlebnisse schreiben lassen. Da geht das gewisse Gefühl für Büstenhalter verloren. Eine hübsche blonde Moderatorin wird erst recht nicht geschätzt. Muss ich Alicia Keys kennen? EADS ist wohl kaum mit DEM Daimler verbandelt. Die E-Klasse musste wohl auf halbem (DATIV!) Weg so gründlich (ohne „e“) überarbeitet werden. Fazit: Perlen vor die Säue! Ob aus der S-Klasse bei einer solchen Präsentation und einer solchen Rezensentin etwas werden kann? Kaum! Ein weiter Flop für Zetsche, was aber dessen Bonusgelder kaum kürzen wird. Eine total verrückte Welt! Die Autorevue hat Susanne Hofbauer. War’s das? Ciao!

    • Roman Gaisböck

      Wir bitten um ein Mindestmaß an Niveau bei den Diskussionen! Jedem seine Meinung – aber Schreibkompetenzen auf das Geschlecht runter zu brechen, ist purer Chauvinismus. Sie deklassieren sich damit selbst!
      Und wer seine Titeln derart betont, muss wohl ein sehr großes Auto fahren…

  • Michael Kratz

    Höher,schneller, weiter-the essence of luxury. Groundbreaking? Nicht ganz. Kein 9-Gang, 3 Monate Verspätung. Elektronik- Gremlins, nix was andere nicht auch schon haben. Vergesst nicht liebe Sternenkrieger, ihr verkauft hier immer noch ein Auto.

    • Susanne Hofbauer

      Jaguar hatte Lana del Rey, Mercedes Alicia Keys – groundbreaking wird heute anders definiert…

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