Die Mercedes Benz V-Klasse, das Cockpit
Auch die runden Luftdüsen erwecken diesen Eindruck
 

Vorstellung: Mercedes-Benz V Klasse

Nach dem Citan-Desaster ist die Mercedes-Nutzfahrzeugsparte in Zugzwang. Jetzt soll die V-Klasse verlorenen Boden wieder gutmachen und endlich dem übermächtigen VW T5 Transporter die Suppe versalzen.

22.10.2013 Press Inform

 

Aus Viano wird die V-Klasse. Mit dem Namenswechsel geht auch eine Neupositionierung des Mercedes-Benz-Kleinbusses einher. Ab jetzt ist es eine Großraum-Limousine. Wenn man nicht wüsste, dass man in dem Viano-Nachfolger sitzt, könnte man meinen in einer neuen Limousine Platz nehmen. Das Cockpit mit dem länglichen Touchpad samt Drehknopf, den runden Luftdüsen und dem freistehenden Bildschirm dem Command-System mit Touchpad wirkt von A-, B- und C-Klasse vertraut. Auch der verbesserte Sitzkomfort, die edleren Materialien, das feine Leder und die Chromringe um die Luftdüsen strahlen absolut keine Blaumann-Attitüde mehr aus.

Die Mercedes Benz V-Klasse, die Bedienkonsole

Das Command-System der V-Klasse

Umfangreiche Assistenzsysteme

Diese Veränderung schlägt sich nicht nur im Innenraum, sondern auch bei den Assistsystemen, die aus dem Fundus der Pkw-Flotte genommen werden: adaptiver Tempomat, Spurwechselwarner und Totwinkel-Assistent – alles an Bord. Der Parkassistenten beherrscht jetzt auch die Längs- als auch die Stichvariante des Einfädelns in eine Lücke, die nur einen Meter länger sein muss, als die V-Klasse. Hilfreich ist auch die Kamera mit Vogelperspektive, die beim Herausfahren aus der Parklücke einen guten Rundumblick liefert.

Intelligente Klimaanlage

Bei der Klimatisierung haben sich die Ingenieure besonders viel Mühe gegeben. Die Insassen können die Luftmenge- und Verteilung je nach Gusto einstellen: Die Bandbreite reicht von kaum spürbar mit möglichst wenig Luft, über Medium bis hin zu kräftigem Luftstrom. Wobei die Kühlleistung immer identisch bleibt. Ergänzend dazu reagiert die Klimaanlage, wenn bei langen Fahrten die Sonne von einer Seite in das Auto strahlt und verstärkt in diesem Bereich die Kühlleistung. Das gleiche Prinzip trifft auf Tag- und Nacht zu. Je nach Tageszeit, variiert die Automatik die Heizleistung in sieben Stufen. Eher warm in der Nacht und eher kalt am Tag. Außerdem erkennt das Auto auch ohne GPS-Ortung mit Hilfe der vorhandenen Sensoren auch, wenn ein Tunnel durchfahren wird und schaltet dann auf Umluft. Doch ein Kleinbus definiert sich auch über die Variabilität.

Die Mercedes Benz V-Klasse, das Cockpit

Die Klimaanlage sollte alle Wünsche erfüllen

Variable Bestuhlung

Da bietet die minimal in der Länge gewachsene V-Klasse grundsätzlich das klassenübliche Angebot, sieht man von der Heckklappe ab, deren Fenster getrennt geöffnet werden kann. Die Bestuhlung ist genauso variantenreich wie bisher. Die Alternativen reichen von vier Einzelsitzen, die auch vis-à-vis angeordnet werden können, bis zu zwei dreier Sitzbänken. Da offenbaren sich im Detail doch interessante Unterschiede. Während die Sitze mit einem einfachen Zug an einem Hebel in Längsrichtung verschoben werden können, muss man bei der hintersten Rückbank in den Kofferraum klettern, um die Position zu verändern.

Die Mercedes Benz V-Klasse, innen hinten

Variable aber nicht triviale Bestuhlung

Aus- und Einbau der Sitze

Der Aus- und Einbau der Stühle gestaltet sich ebenfalls als nicht ganz trivial. Geht das Hebelziehen, Kippen und Lösen von Klammern noch ganz locker und problemlos von der Hand, wird es beim Herauswuchten schon schwieriger. Das liegt hauptsächlich daran, dass jeder Stuhl rund 25 Kilogramm wiegt. Die Tatsache, dass der Gurt in dem Sitz integriert ist, erhöht das Gewicht. Da hilft auch der leichte Magnesium-Rahmen nichts. Schafft man das Herauswuchten noch alleine, ist der Einbau nur zu zweit halbwegs komfortabel zu bewältigen. Anders hat man fast keine Chance, die Stuhlklammern wieder in die vorgesehenen Schienen zu bekommen.

Motorisierung noch nicht offiziell

Was die Triebwerke angeht, halten sich die Mercedes-Verantwortlichen noch bedeckt: „Sie können sich sicher sein, dass wir bei den Motoren keine Rückschritte machen werden“, sagt der strategische Produktprojektleiter Dr. Klaus-Jürgen Benzinger schmunzelnd. Im nächsten Frühjahr rollt die neue V-Klasse zu den Händlern. Bei den Preisen dürfte sich nicht viel ändern. Die beginnen bei rund 40.000 Euro. Fest steht: der VW T5 Transporter kann sich warm anziehen.

 

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