Testbericht: Mercedes-Benz TE 350 CDI 4matic

Wir wissen das Gute zu schätzen (und fürchten uns manchmal vor den Folgen).

01.05.2010 Autorevue Magazin

Beim G’wandkaufen passiert das öfters: Dass man zu einem Stück greift, intuitiv, weil’s zu einem spricht, stilistisch und gefühlsmäßig, und dann schaut man auf den Preis und kriegt einen Herzinfarkt. Obwohl man bei einem Mercedes natürlich weiß, was da preisschildmäßig auf einen zukommt, kann’s einen erwischen. Der TE zum Beispiel: Du findest dich plötzlich in einem modernen, angenehmen, klug ausgestatteten Auto wieder, in dem du dir vorstellen kannst, für immer zu sitzen. Und wunderst dich ein wenig, weil Final Destination: Mercedes, das hättest du dir in deinem Fall eigentlich nicht gedacht. Die neue Designschärfe der E-Klasse passt außerdem famos zum ausgebauten Heck, und dass du mit Allrad und 1950-Liter-Ladepotenzial vor kaum einer zivilen Transportaufgabe jemals in die Knie gehen müsstest, hat auch seinen Reiz. Es ist also nicht die Frage, ob man den E-Klasse-Kombi mag. Die Frage ist, ob man es sich leisten will (oder würde leisten können wollen), so einen stolzen Könner-Kombi zu mögen.

Wir reden – in unserem Fall – von mindestens 70.000 Euro. Top-Diesel in Avantgarde-Ausstattung, die sich durch LED-Tagfahrlicht, 17-Zoll-Räder und Xenon-Scheinwerfer deutlich macht. Als Sechszylinder mit 231 PS verfügt der 350 CDI über eine klassenwürdige Leistung, mit der man sich auch von einem Pferdeanhänger und voll ausgenützter 575-Kilo-Zuladung nicht bedrängt fühlen muss. Die Luftfederung an der Hinterachse, die automatisch jede Last mitdenkt, und die adaptiven Dämpfer (alles serienmäßig) sorgen dafür, dass man dabei immer, wirklich IMMER komfortabel unterwegs ist.

Der permanente Allrad weist Richtung Berg- und Landleben, wo die Antriebskraft öfter mal klug zwischen den Rädern verteilt werden muss, damit die Natur der Fortbewegung keinen Riegel vorschiebt. Die im Grund-Setup leicht hecklastige Momentverteilung kann sich bei Bedarf bis zu 70 Prozent auf die Vorder- oder Hinterachse konzentrieren, was natürlich auch bei ganz allgemeiner Straßennutzung seine Vorteile hat. Wenn man so viel Kraft einfach per weich schaltender Siebengang-Automatik (Wahlhebel am Lenkrad) abrufen und sich noch sanft die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit diktieren lassen kann (Limit-Assistent für 413 Euro), neigt man dazu, sich auch fahrdynamisch vom System helfen zu lassen.

Was den Kofferraum betrifft: Er ist vorbildlich. In der neuen T-Modell-Generation ist die Laderaumabdeckung nicht mehr an die hintere Sitzlehne gekoppelt, sondern zur leichteren Handhabung in seitlichen Halterungen verspreizt. Beim Öffnen und Schließen nimmt die Heckklappe auch die Abdeckung mit, nichts also, worum man sich extra kümmern müsste. Die Rücksitzlehnen – auch vom Kofferraum aus zu entriegeln – springen förmlich in Deckung. Und links und rechts Taschenhaken, ein variabler Laderaumboden, Faltbox im doppelten Boden: Wer einmal so weit gekommen ist, wird nicht mehr zurückwollen.

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