mercedes-benz te 250 cdi 4matic 2014 vorne front seite
Das Wichtigste: Hier trägt man den Stern wie gewohnt vor der Nase.
 

Dauertest-Einstieg: Mercedes-Benz TE 250 CDI 4matic

Immer wieder taucht die eine Frage auf, ob es ­Mercedes gelungen ist, seine alten Werte in die neue Zeit hochzubeschleunigen.

25.02.2014 Autorevue Magazin

Es gibt ja viele gute Gründe, warum man eine E-Klasse fahren muss, und noch ein paar zusätzliche, warum es das ­T-Modell sein soll. Damit wollen wir uns jetzt aber gar nicht lange aufhalten. Das Auto steht da und wartet darauf, ein Jahr lang gefahren zu werden. 50.000 Kilometer werden wohl kein Problem sein, ganz im Gegenteil, vielleicht müssen wir uns sogar zusammen­reißen, damit es nicht viel mehr werden.

mercedes-benz te 250 cdi 4matic 2014 seite

Das größtmögliche Auto, das sich noch ohne anzuecken in ziemlich kleinstmögliche Garagen wuchten lässt.

Ist ein Mercedes eh immer noch ein Mercedes?

Im Grunde geht es bei ­diesem Dauertest um nichts Geringeres als um die Frage, ob ein Mercedes eh noch immer ein Mercedes ist. Dafür eignet sich dieses Modell wohl am besten: TE 250 CDI 4MATIC, Kombi mit Allradantrieb also. In unserem speziellen Fall auch noch mit Anhängekupplung, wir spielen ja nicht nur Golf, wenn wir die Redaktion verlassen. Hin und wieder muss ein Motor aus England, ein Hotchkiss Grégoire aus Frankreich oder ein Pinzgauer aus dem Pongau geholt werden.

Bevor wir uns auf den Weg machen, sehen wir uns das Auto noch näher an. Der Grundpreis unseres Modells lautet 58.540 Euro. Für die Ausstattungslinie Elegance sind noch 2.189 Euro draufzulegen. Dafür bekommt man ein paar wichtige atmosphärische Dinge wie eine liebevollere Innenraum-Ausleuchtung und ein wenig Wurzelnussholz. Aber das Wichtigste: Hier trägt man den Stern wie gewohnt vor der Nase – die Ausstattungsreihe Avantgarde hat ihn ja in den Kühlergrill integriert. Doch schon bei der nächsten Entscheidung in Sachen Österreich-Paket gabelt sich der Weg in Richtung Pragmatismus ­(A-Edition-Paket, 3.441 Euro) oder Üppigkeit (A-Edi­tion Plus, 4.970 Euro).

mercedes-benz te 250 cdi 4matic 2014 kamera rundum

Das Rundum-Kamerasystem ist im Parkpaket enthalten (€ 1.875,–).

Weil Verzicht noch nie unser Programm war, haben wir uns für A-Edition Plus entschieden und gleich noch ein paar weitere Extras aufgeladen, natürlich ausschließlich, um im Auftrag unserer Leser die vielen Versprechen zu durchleuchten, die hinter einer rundum elektronisch assistierten Zukunft stecken, die es eben oft nur gegen saftige Aufpreise gibt.

Nur so viel: Die bereits im billigeren Österreich-Paket enthaltenen LED-Scheinwerfer, Intelligent Light System genannt, stellen eine enorme Entlastung des Fahrers in der Nacht dar, aber letztlich nur dann, wenn man zusätzlich den adaptiven Fernlicht ­Assistenten Plus ankreuzelt, wobei es Mercedes tatsächlich nicht peinlich ist, dafür extra noch 135 Euro zu verlangen. Denn nur dann ist man mit voll aufgeblendeten Schein­werfern ohne Blendung des Gegenverkehrs unterwegs.

mercedes-benz te 250 cdi 4matic 2014 leder braun rückbank

Gute alte Zeit ist in Form von braunem Leder und Analoguhr angesagt.

Das braune Nappa-Leder spannt den Bogen über die Jahrzehnte

Es wird uns ein Vergnügen sein, die vielen anderen elek­tronischen Assistenten zu durchschauen und ihre Nützlichkeit ebenfalls zu bewerten. Vorläufig sei noch etwas über die ­Atmosphäre gesagt: Das braune Nappa-Leder, das bei jüngeren Kollegen ein wenig Irritation hervorruft, ist gewissermaßen ein Kernelement, das den Bogen über die Jahrzehnte spannt. Es kostet 655 Euro zusätzlich, was gar nicht teuer klingt, allerdings nur, wenn man bereits das Paket A-Edi­tion Plus mit herkömmlichen ­Ledersitzen hat. Allen Zweiflern sei gesagt: Diese braunen Sitze sind wichtig und richtig.

Zurückhaltung haben wir hingegen in Sachen Fahrwerk geübt. Wir bescheiden uns mit dem serienmäßigen ­Komfort-Fahrwerk. Da wird nichts ­zusätzlich gedämpft, ­geregelt oder sonstwas, und es federt trotzdem einwandfrei. Als ­Zeichen des guten Geschmacks haben wir aber zu hübschen Leichtmetallrädern gegriffen: Vielspeichen-Design für 469 Euro extra. Wer macht den ersten Kratzer?

Genau wie bei der Konkurrenz könnte man den Grundpreis durch engagiertes Ankreuzeln von Aufpreis-Extras ohne große Mühe verdoppeln. Wir sind bescheiden geblieben und haben uns bei 80.000 Euro eingebremst, also immerhin die Größenordnung eines Kompaktwagens in Extras ­investiert.

mercedes-benz te 250 cdi 4matic 2014 kofferraum hinten

Easy-Pack-Fix-Kit Doppelboden, ­Befestigungsschienen und Klappbox sind im Österreich-Paket enthalten, ansonsten kostet es 398 Euro Aufpreis.

Erste Eindrücke vom Fahren

Obwohl noch in der Einlaufphase und im Winter, wenn auch bis jetzt nicht gerade streng, liegt der Verbrauch bei rund 8 Liter/100 km, auf langen Etappen sogar noch deutlich darunter. Das sind hübsche Werte bei zwei Tonnen, 204 PS und fünfhundert Newtonmeter Drehmoment. Der Vierzylinder-Diesel läuft dabei geschmeidig und zeigt sich nur bei starker Anstrengung ein klein wenig rau.

Zur Beruhigung noch eine Botschaft für Rechenfüchse: Bei aller Begeisterung für einen üppig ausgestatteten Mercedes lässt sich doch ein erheblicher Teil des Fahr­erlebnisses schon für deutlich weniger Geld erreichen. Wer sich im Temperament zurückhält, wird mit 136 PS das Auslangen finden. Den Allradantrieb kann man auch weglassen, und wenn man sich beim Hoch­rüsten zurückhält, erscheinen 50.000 Euro samt ein paar unvermeidlichen Extras als recht realistische Zielgröße.

mercedes-benz te 250 cdi 4matic 2014 uhr analoguhr

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