Mercedes Benz SLK Exterieur
Alles und mehr: SLK
 

Vorstellung: Mercedes-Benz SLK

Sonne, Dach und viel dazwischen. Mercedes eröffenet die dritte Generation des SLK.

15.04.2011 Autorevue Magazin

Nur damit wieder einmal gesagt ist, was ohnedies jeder ahnt: Die Choreografie des Blech-Faltdachs ist abermals eine höchst würdige Eröffnung eines Coupécabrios, quasi die Quadrille des Sonnentages, und wie sehr dann die Frisur intakt bleibt, darf man sich per elektrischen Fensterhebern aussuchen. Auch die Nackentemperatur ist steuerbar, immerhin hat Mercedes den Heizluftschal, geschmeidiger als Airscarf bezeichnet, für den letzten SLK erfunden, er ist selbstverständlich wieder dabei. Die in den Nacken gehauchte Luft wird übrigens elektrisch erwärmt, braucht also nicht auf die Betriebs­wärme des Motors zu warten, und wenn im nächsten SLK der Luftauslass auch höhen­verstellbar sein sollte, dann würden groß gewachsene Passagiere nicht nur ihre Schulter aufheizen.
Der neue SLK also, mittlerweile in der dritten Generation und in einer neuen Design-Ära: Der Vorgänger zitierte per Nasendesign die Formel 1, der Neue holt das Wesen des entrückten SLS in eine, sagen wir, greifbarere Region, wenngleich ein Einstiegspreis von 42.500 Euro noch immer eine gewisse finanzielle Lockerheit voraussetzt. Auch das Warten auf den Gebrauchtwagenmarkt wird nicht die ganz üppige Linderung bringen, Mercedesfahrer, sofern sie schon solche sind, schätzen das freilich.
Die Proportionen sind gelungen wie nie zuvor beim SLK, die Motorhaube ist noch immer lang, erdrückt aber nicht den Rest des Roadsters, die Front zitiert auch ein bisserl aus der Silberpfeil-Geschichte, ohne ansatzweise in Retro-­Folklore zu kippen, alle Kanten und ­Sicken spannen das Auto bis zur Unantastbarkeit auf. Das gilt seltsamerweise noch immer, wenn man das gesamte Dach verschwinden lässt, eine flinke Sekunden-Übung.
Eine Aufzählung der Motoren (200, 250 und 350 Blue­Efficiency mit 184/204/306 PS) wird immer unvollständig bleiben ohne Fahreindruck – und ohne dem Sound-Generator der Vierzylinder-Modelle zuzuhören. Er mischt vor der Drosselklappe wohldosiert Ansaug- zu den Motorgeräuschen und leitet Portionen davon über einen Schlauch in den ­Innenraum. Beim Kickdown klingt das Zwischengas wie ein Rülpsen im Kreis feiner Gäste, also ansatzlos und kurz, und dann klingt er eh schon wieder manierlich nach Sport. Der
V6, quasi ein Naturtalent, braucht beim Gutklingen keine Hilfe.
Die Raffinesse des Fahrwerks hält da locker mit, es fällt vor allem auf, indem es nie auffällt: Beim sportlichen Wedeln bleibt der SLK straff und knackig, aber nie wird man mehr Komfort einfordern: Er ist da, wenn man
ihn braucht, hier wurde viel Liebe in die Feinabstimmung investiert. Und natürlich in
die Technik insgesamt, die ­Motoren haben an Leistung zugelegt, sollen aber auch dank Direkteinspritzung, Downsizing, Turbo (bei SLK 250 und 350) und Start/Stopp-System deutlich weniger verbrauchen.

Erste Fahreindrücke: Schon der SLK 250 ist ein Sportwagen ohne Abstriche, die Kraft setzt turbotypisch früh ein, die Siebengang-Automatik lässt sich Gangwechsel eher nur am Drehzahlmesser anmerken. Der SLK 350 kann alles noch deutlich kräftiger, wer ihn auskostet, wird allerdings eher das Dach vorher schließen. Davon gibt’s jetzt übrigens drei, neben einem Blech- ein Glas-Faltdach und dieses dann mit Electric Sky Control: Der elektrisch wählbare Verdun­kelungsgrad entlastet Klimaanlage und Sonnencreme.

Die Zahl technischer Innova­tionen (und damit die Aufpreisliste) ist überhaupt üppig, neben allen mercedes­typischen Sicherheitsfeatures gibt es beispielsweise ein drehbares Glas-Windschott zur getrennten Zugluft-Regelung für Fahrer und Beifahrer oder die Torque Vectoring Bremse, die den
SLK feiner in Kurven wedeln lässt.

Der Verkauf startet Ende März, also jetzt, ein Diesel­motor folgt im Herbst, der Hammer von AMG 2012.

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