Mercedes-Benz SL 63 AMG
Uns gefallen die Proportionen.
 

Vorstellung: Mercedes-Benz SL 63 AMG

1,8 Tonnen sind nur deswegen schwer, weil der Name „Sport Leicht“ noch im Kofferraum liegt. Alles andere ist eh perfekt.

17.07.2012 Online Redaktion

Aston Martin DBS zum Frühstück. Dann den Audi R8 zerlegt. Und im Finale den KTM X-Bow deklassiert. Der Porsche 911 war im Rückspiegel schon gar nicht mehr zu sehen. Und schon war der SL 63 AMG Supertestsieger 2008.

Ein Beweis für die Ernsthaftigkeit und Brutalität dieses Autos. Die geht auch gerne mal unter bei dem Theater, das der SL spielt: ein Glasdach mit verstellbarer Lichtdurchlässigkeit (im Glas sind Teilchen, die sich aufrichten, wenn man sie unter Strom setzt, und so mehr Licht durchlassen), aktive Einparkhilfe, beheizte und belüftete Sitze (man kann auch beides gleichzeitig aktivieren).

Der SL 63 AMG ist eben in jede Richtung an der Grenze zur Perfektion gebaut. Das heißt auch: ­watscheneinfach zu fahren. AMG hat alles getan, um die 537 PS und 800 Newtonmeter zu zähmen. Das adaptive, von AMG angepasste Fahrwerk kämpft wacker gegen die Seitenneigung. Per Drehknopf kann die Charakteristik bestimmt werden. „C“ steht für Controlled Efficiency. Unter anderem geht hier der Motor an der Ampel aus, angefahren wird im zweiten Gang, und ab Tempo 60 ist man in der sechsten Stufe. So sollen sich 100 Kilometer mit 9,9 Liter ­bewältigen lassen.

Es folgen „S“ und „S+“, die jeweils eine Getriebeverschärfung darstellen. Stufenweise werden die Gangwechsel beschleunigt. Bei einem Kickdown wird um drei Gänge zurückgeschaltet, garniert mit Zwischengas. Das klingt nicht nur toll, sondern minimiert auch die Lastwechselreaktion. „M“ als Fahrprogramm ist dann die Königsdisziplin. ­Geschaltet wird über Paddles. Der Fahrer muss alles selber machen. Zu keiner Zeit schaltet die Software automatisch hoch oder runter.

Ergänzend dazu: dreistufiges ESP und Race-Start-Funktion serienmäßig. Performance und Driver’s Package optional. Ersteres bringt 27 PS und 100 Newtonmeter mehr, bei zweitem wird die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 300 ange­hoben. Das ist alles furchtbar brutal, zeugt von hoher Ingenieurskunst und kann als Zielvorgabe für den diesjährigen Supertest verstanden werden: Sieg.

Das einzige Problem ist die hauseigene Konkurrenz. Lumpige 50.000 Euro mehr, und man hat einen SLS. Und wenn Geld gar keine Rolle spielt, kann man auch gleich auf den SL 65 warten. 

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