Mercedes Bent S 250 CDI Blue Efficiency Exterieur Dynamisch Front
Sparen mit Wehtun geht auf jeden Fall anders.
 

Testbericht: Mercedes-Benz S 250 CDI

So was gab’s noch nie: S-Klasse mit 4-Zylinderdiesel! Dürfen die das?

26.05.2011 Autorevue Magazin

Dies ist neuzeitlich das erste Mal, dass ein Vierzylinder­motor in eine große Luxus­limousine Eingang findet (immerhin war der erste Diesel in der S-Klasse 1978 ein Fünf­zylinder). Es wird Mercedes bald schon als großes Verdienst angerechnet werden, diesen Schritt mit dem S 250 CDI getan zu haben, den die anderen nachmachen werden. Es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig. Das Risiko, das dabei eingegangen wird, ist begrenzt. Es reduziert sich auf die Frage: Wird eine S-Klasse mit Vierzylinderdiesel noch als solche wahrgenommen und gekauft? Sollte sie es nicht werden, hieße das nichts weiter, als dass eine Motorvariante von acht floppen würde.

Wird sie aber nicht. Erstens beträgt der Preisabstand zum nächsten Modell, S 350 CDI mit sechs Zylindern, ordentliche 7.550 Euro, und heutzutage halten auch die Wohlhabenden, solange es sich nicht um Russen, Regierungen oder Sozialversicherungen handelt, bei Prestigegeschichten ihr Geld zusammen.

Und dann ist dieses Auto, das Fazit gleich vorweg, eine vollwertige S-Klasse – mit ein paar Abstrichen zwar, aber selbst die unterliegen in ihrer Wertigkeit und Bedeutung der Betrachtungsweise.

Überhaupt darf sowieso damit gerechnet werden, dass Mercedes in seiner Staats­wagen-Baureihe keinen unter­motorisierten Krapfen auf die Straße stellt. Der 2,1-Liter-­Diesel, der unverändert auch in E-Klasse, E-Coupé und -Cabrio, CLS, C-Klasse und GLK vorkommt, leistet 204 PS und schiebt mit einem maximalen Drehmoment von 500 Nm. Leistung und Kraft können also kein Problem sein, und die Fähigkeit, fast 2000 Kilo Auto in 8,2 Sekunden von Null auf Hundert zu stoßen, spricht ohnehin für sich.
Knackpunkt Nummer eins ist die Akustik. Und klar, beim Kaltstart knuspert es, und ­außerdem bleibt der Motor so lange mit seinem sexfreien Dieselsound zu hören – aber definitiv nicht laut, da gibt es bei größervolumigen Motoren Beispiele ungepflegteren Verhaltens –, bis Wind- und Abrollgeräusche übernehmen, was so bei 130 km/h passiert. Freilich sind auch die gedämpft, ist ja S-Klasse, das heißt: Auf der Autobahn passt der Ton schon sehr.

Knackpunkt Nummer zwei: Elastizität. In den unteren Tempobereichen schiebt der 250 CDI gut an, weiter oben, so ab 140, geht ihm der Saft aus. Das ist dann deutlich: Es fehlt dieser Oberklasse-Punch, wo, sagen wir, bei 180 noch immer was andrückt. Da ist hier natürlich Pause, und wer diesen Einbruch im Herrschaftsanspruch mit Gleichmut und dem Wissen, dass man ohnehin nicht schnell fahren sollte, erträgt, den wird es nicht anfechten.

Knackpunkt drei ist der Verbrauch. Zahlt es sich nämlich aus, auf den Prestige-mehrwert eines großen Motors zu verzichten, abgesehen vom geringeren Anschaffungspreis? (Dafür kriegt man einen neuen Dacia Sandero, wenn man das will.) Offiziell wird ein Verbrauch von 5,7 Litern im Schnitt genannt. Wenn man unter der erlaubten Höchst­geschwindigkeit dahinrollt, kommt man im Momentanverbrauch auch weiter runter.

In der Stadt hingegen, für die Mercedes sieben Liter angibt, zieht das schnell nach oben, der Schnitt geht über acht Liter, pendelte sich in unserem Fall bei 8,4 ein. Das war bei einer gemischten Lebensweise ohne Tempohast. Für eine Großlimousine ist das immer noch sehr gut, wenn auch nicht wirklich revolutionär. Der S 350 CDI liegt laut Datenblatt einen Liter über dem 250 CDI, wird in Echt also neuneinhalb Liter nehmen.

Wie schnell sich ein Liter Verbrauchseinsparung im persönlichen Budget und in der CO2-Bilanz manifestiert, muss jeder für sich selbst herausfinden. Sparen mit Wehtun geht aber auf jeden Fall anders. Vor 17 Jahren wurde übrigens das erste S-Klasse-Modell mit einem Zwölfzylindermotor eingeführt.

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