Schick: Daimler-Chef Dieter Zetsche und Vorstandsmitglied Andreas Renschler mit dem ersten Modell der neuen S-Klasse.
 

Produktion von neuer Mercedes S-Klasse angelaufen

Daimler ist „außerordentlich zufrieden“: Seit dem Verkaufsstart Mitte Mai sind bereits 12.000 Bestellungen für die ab 80.000 Euro erhältlichen Luxuslimousinen eingegangen.

13.06.2013 APA

 

Die neue S-Klasse wird in insgesamt sechs Varianten gebaut. Daimler-Chef Dieter Zetsche, der auch Mercedes-Benz leitet, ist überzeugt, mit der überarbeiteten S-Klasse den Vorsprung auf BMW und Audi im Topsegment ausbauen zu können.

Die ersten Modelle kommen Ende Juli zu den Kunden. Mit der ausgeweiteten Modellvielfalt will Daimler auch die Einbußen durch den Produktionsstopp der Luxusmanufaktur Maybach, die bei nur einigen hundert Auslieferungen pro Jahr zu viel Geld verschlang, vergangenes Jahr kompensieren. Zudem sollen die Fahrzeuge in mehr Märkten als bisher verkauft werden.

Fertigung ausschließlich in Sindelfingen – China wichtiger Abnehmer

Die Produktion erfolgt ausschließlich in Sindelfingen, neun von zehn Fahrzeugen gehen dabei ins Ausland. Insgesamt wurden 500.000 Stück der Vorgängerversion des Mercedes-Topmodells gefertigt, im vergangenen Jahr 65.000 Fahrzeuge der S-Klasse ausgeliefert. Knapp die Hälfte der Fahrzeuge ging nach China, vor allem bei Geschäftsleuten ist die S-Klasse beliebt. Kein Autobauer verkauft weltweit mehr Luxuswagen in diesem Fahrzeug-Segment als Daimler.

Sparkurs in der schwächelnden Autosparte

Trotz seines Sparkurses – Daimler will in der PKW-Sparte bis Ende nächsten Jahres rund 2 Milliarden Euro einsparen – will das Unternehmen alleine 2013 eine Milliarde Euro in sein größtes PKW-Werk in Sindelfingen investieren. Die Kosten für die neue Generation der S-Klasse seien darin bereits enthalten, so Zetsche. Durch verbesserte Logistik und eine effizientere Montage sei die Fertigungszeit gegenüber dem Vorgängermodell um zehn bis 20 Prozent gesunken, so Willi Reiss, Leiter des Werks in Sindelfingen. In den sechs geplanten Modellen würden bis zu 90 Prozent gleiche Bauteile und Komponenten eingesetzt, auch dadurch ergäben sich Kostenvorteile.

In Thailand werden aus in Sindelfingen gefertigten Bausätzen zusätzlich einige Fahrzeuge für asiatische Märkte montiert. Zetsche schloss aus, die S-Klasse, wenn sie von Strafzöllen betroffen wäre, auch in China zu produzieren. Das sei „kein Szenario“ für Daimler. In Sindelfingen habe Daimler das am besten geschulte Personal, der Aufwand für die Fertigung der notwendigen zusätzlichen Werkzeuge sei zu groß.

Keine Ausweitung des Handelsstreits mit China erwartet

Eine Ausweitung des Handelsstreits zwischen Europa und China mit Strafzöllen auf den Import europäischer Luxusautos erwartet Daimler-Chef Zetsche nicht. Nachdem die EU Anfang Juni Strafzölle auf chinesische Solarmodule eingeführt hatte, drohte Peking europäischen Autoherstellern zufolge Sonderabgaben auf europäische Autos an. Deutsche Hersteller wie Daimler, Audi oder BMW, deren Autos in China guten Absatz finden, wären davon besonders betroffen. Laut Zetsche seien diese Spekulationen aber in Europa aufgekommen, nicht in China.

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