Mercedes-Benz R-Klasse Exterieur Dynamisch Seite
Der größte und variabelste Mercedes-PKW hat ein Facelift bekommen
 

Vorstellung: Mercedes-Benz R-Klasse

Die Hoffnung, jetzt auch in Europa besser verstanden zu werden

16.08.2010 Autorevue Magazin

Die, nennen wir sie: subjektive Präsenz der R-Klasse im österreichischen Straßenbild war seit ihrer Einführung 2006 kein einziges Mal überwältigend gewesen. Das lag vielleicht auch daran, dass sich Fach- und sonstige Leute von Anfang an schwertaten, dieses Auto in eine Schublade zu pressen. Viel Phantasie wäre dazu indessen nicht nötig gewesen: ein sehr großer Kombi ist das. Mit langem Radstand ein besonders sehr großer Kombi. Durch seine dynamische Dachlinie einer zudem aus der Lifestyle-Ecke, aber zum Glück dieses nur halb­herzig, weil Lifestylekombis sind ja von ihrer Natur her nicht übermäßig praktisch.

100.000 Stück wurden von der R-Klasse bislang weltweit verkauft, das relativiert den österreichischen Sachverhalt etwas, wo im stärksten (ersten) Jahr 200 abgesetzt wurden und danach pro Jahr an die 100. Da kommt nicht viel zusammen, aber Österreich ist ja bekanntlich für exzentrische Konsumgüter aller Art ein zu holpriges Pflaster, auch ist der Wohlstand hier zu, äh, schüchtern gefärbt.

Heuer waren es bis jetzt noch weniger als durchschnittlich (drei im Mai), was aber nicht unbedingt mit gespanntem Warten auf das neue ­Modell zu tun haben muss, denn es ist gar kein neues ­Modell, sondern ein Facelift. Die Frontpartie wurde geändert, ebenso gibt es neue Hecklichter. Die Designer haben ­dabei vor allem die optische Verbreiterung dieses ­ohnehin schon nicht schmalen Autos im Auge gehabt. Das ist gut gelungen, breitbeiniger steht kaum wer auf der Straße.

Ein Handicap der frühen R-Klasse-Autos war die Ver­arbeitung. Die Modellreihe ­wurde und wird in Alabama produziert, und am Anfang hat das Auto definitiv darunter gelitten, dass man sich in diesem Land auf Baumwolle und Tabak besser versteht als auf akkurate Umsetzung von deutsch verstandener Solidität.

Das hat sich dann aber eh geändert, Mercedes hat offenbar den einen oder anderen Cleaner vorbeigeschickt (und nicht nur in Alabama). Das aktuelle Modell jedenfalls ist wieder hundertpro Wertarbeit.

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