Mercedes-ML350-1
 

Testbericht: Mercedes-Benz ML 350 BlueTEC

Groß und stark, dabei sanft und sauber.

01.05.2010 Autorevue Magazin

Für alle, die ihr Umwelt­gewissen besonders plagt: Ab nun gibt es auch die M-Klasse mit einem Diesel samt Harnstoffeinspritzung. Das kalmiert den Stickoxidausstoß um bis zu 80 Prozent, was gleichzeitig auch bedeutet, dass der ML Bluetec schon jetzt die Euro6-Abgasnorm erfüllt. Zugleich sei eine deutsche Unart vermerkt
(Audi spielt beim Q7 genau dasselbe Spiel): Die herkömmliche Variante ohne diese Abgasbehandlung steht noch immer (1640 Euro günstiger) in der Preisliste, was für einen Premiumhersteller dann doch ein bisserl peinlich ist, denn Mazda kann das beispielsweise serienmäßig im CX-7.
Lässt man aber nun die Umweltdiskussion beiseite, steht man vor einem SUV höchster Güte mit wunderbaren Komforttalenten. Man hockt nicht auf Sitzen, sondern nimmt in Clubfauteuils Platz, gleich nach dem Anschnallen zupft einem Pre­Safe vorsorglich den Gurt zurecht – man glaubt ja gar nicht, wie viel Luft in einer Daunenjacke steckt. Die Motor-Getriebe­kombination passt ideal zum Wesen des ML. Die Charakteristik hat etwas von einem Schiffsdiesel: Maximales Drehmoment und Höchstleistung liegen schon recht früh an, die 7-Gang-­Automatik lässt die Kraft geschmeidig in den Antriebsstrang fließen. Und nebenbei: Die 10 kW Defizit auf die ungereinigte Variante lassen sich vielleicht am Datenblatt lesen, fühlbar sind sie jedenfalls nicht.
Die Luftfederung (2.529 Euro Aufpreis) macht den Mercedes zur Sänfte und zum perfekten Langstreckengleiter – nur dort, wo die Kurvenradien enger werden, lässt die Freude stark nach – aber man weiß ja ohnehin, worauf man sich mit so einem Brummer einlässt.

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