Merceds R-Klasse Exterieur Dynamisch Front
Mercedes hat sih Stück für Stück dem Facelift genähert.
 

Testbericht: Mercedes-Benz Mercedes R 350 BlueTEC 4Matic

Aber er meint es nicht böse, er will doch nur den Würdenträger spielen.

01.03.2011 Online Redaktion

Die R-Klasse ist, vorsichtig formuliert, nicht Mercedes’ Zugpferd auf dem europäischen Markt. Von den 100.000 verkauften Stück der ersten Generation schaffte es nur ein Bruchteil über den großen Teich (der Riese wird in Alabama gefertigt).

Dass anfangs die Verarbeitungsqualität im Verhältnis zum Preis nicht stimmte, wurde bereits diagnostiziert. Dass Mercedes dieses Problem in den Griff bekommen hat, auch. Am Fahrzeugkonzept ändert das freilich wenig. Der hier ­ge­testete R 350 BlueTEC mit langem Radstand misst (aufgerundete) 5,2 Meter. Das sind 46 Zentimeter mehr als ein Land Rover Defender 110 und 32 Zentimeter mehr als ein BMW X6 – diese Stadtflöhe. Dimensionen, die man nicht kaschieren wollte.

Wenn Mercedes sich anschickt, ein Modell zu überarbeiten, muss man sich diesen Vorgang wie eines jener Bilder aus Kindermalbüchern vorstellen, in denen man nummerierte Punkte verbinden muss. Das große Ganze erkennt man erst, wenn alle Zahlen in der richtigen Reihenfolge miteinander verbunden sind. Oder anders: Nur die Summe der (kleinen) Veränderungen schafft so etwas wie ein neues Auto. Die überarbeitete Front kommt bulliger daher, die neu designten Scheinwerfer verleihen mehr Breite, die abfallende Dachlinie mehr Länge.

Der Optik entgegen stellt Mercedes einen durch und durch europäischen Motor. Den 350 BlueTEC. Heißt: 211 Diesel-PS und wuchtige 540 Newtonmeter. Das Ganze mit Allradantrieb. Eine Kom­bina­tion, die es so nur mit dem langen Radstand gibt. Damit geht sich die bequemste dritte Sitzreihe in der Pkw­-Geschichte aus. Kniefreiheit! Wer sich für den kurzen Radstand entscheidet, bekommt den 350 CDI mit 265 PS. Aber ohne die erwähnte Harnstoffeinspritzung. Auf dem Papier ist der Verbrauch mit 8,5 Liter identisch. In der Praxis werden es 10,0 Liter.

Was an den Anforderungen an eine Sänfte wie der R-Klasse liegt. Man fährt Autobahn. Nein, man wird getragen. Zumal der Testwagen die adaptive Airmatic-Luftfederung an den Reifen hatte. Wer die Stellung „Komfort“ – jede Unebenheit wird platt gebügelt – zugunsten der Option „Sport“ verlässt – dann wird es rucklig und hart –, hat das Fahrzeugkonzept nicht verstanden. Denn: „Sport“ heißt in der R-Klasse nicht „Sport“, sondern nur „weniger komfortabel“. Und wer will das schon?

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