Mercedes-Benz M-Klasse ML Exterieur Dynamisch Front
Die unaufgeregte Linienführung trägt sozusagen zur Verkehrsberuhigung bei.
 

Vorstellung: Mercedes-Benz M-Klasse

Beharrlich arbeitet sich die M-Klasse vorwärts und gibt sich sauberer und schlanker denn je.

09.11.2011 Autorevue Magazin

Dies ist nun die dritte Generation der M-Klasse, und seit dem Beginn 1997 hat sich die Welt ein ordentliches Stück weitergedreht. Am Anfang war Faszination: Man dachte an ein Fahrzeug, mit dem man schmerzfrei Pferdeanhänger ziehen konnte, und sozusagen als Fleißaufgabe sollte auch in Sachen Geländegängigkeit kein Auge trocken bleiben. So war bei der M-Klasse zuerst – im Gegensatz zu BMWs X5 – eine Geländereduktion selbstverständlich. Man konnte es auch andersrum sehen: Der Geländewagen hatte sich zum allumfassenden Allzweck-Alltagsauto emanzipiert. Mittlerweile ist ein üppiges Markt­segment in allen nur möglichen Konfek­tionsgrößen daraus geworden, das sich höchster Beliebtheit erfreut. Von erhobenen grünen Zeigefingern lässt sich ohnehin kaum jemand beeindrucken.

Sprengkraft: Die Motorhaube schießt hoch, wenn’s kracht – irreversibel.

Mercedes-Benz M-Klasse ML Detail Technik

Mercedes M-Klasse, dritte Generation: Die Geländereduktion, also die Hardware für harten Offroad-Einsatz, hat man ja schon in der zweiten Generation in die Extra-Preisliste übergeführt. Nunmehr ging es offensichtlich darum, den Wagen in einem evolu­tionären Schritt rundum und bis ins Innerste zu verfeinern – es ist ja nicht ganz ungefährlich, an einem erfolgreichen Konzept etwas zu ändern.

Zuerst die Optik: Die Angleichung des Aussehens an die aktuelle Familienlinie scheint gelungen, ohne Irrita­tionen auszulösen. Der Neue kann sofort identifiziert werden a) als Mercedes, b) als M-Klasse, c) als neu. Anlass zu ausschweifenden Erklärungen gibt das Design freilich nicht.

Dann die Technik: Eine Vielzahl an Detailverbesserungen sorgt dafür, dass wir uns wirklich in einem neuen Auto fühlen. Die Erwartungen an Laufruhe und Fahrkomfort werden auch schon mit dem in der M-Klasse neuen Vierzylinder-Diesel voll erfüllt. Klarerweise läuft der Sechszylinder dann etwas geschmeidiger. Was der Vierzylinder halt ­besonders gut kann und weswegen er auch in aller Liebe kultiviert wurde, ist natürlich das Sparen. Mit einem Normverbrauch von 6,0 l/100 km liegt er sensationell günstig. Zu betonen ist auch, dass Mercedes darüber hinaus gleich noch ein Paket guter Argumente gegen erhobene Zeigefinger mitgibt: Die Diesel­motoren erfüllen bereits Euro 6, und zwar mithilfe eines erheblichen technischen Aufwandes, des SCR-Katalysators mit Harnstoffeinspritzung.

Gewichtsparen: Elektrolenkung: weniger Gewicht, besserer Wirkungsgrad.

Die überzeugenden Verbrauchswerte holt man naturgemäß nicht nur über eine gut geregelte Verbrennung ­alleine, ein Bündel an zusätzlichen Maßnahmen trägt zur inneren Verschlankung technischer Vorgänge bei. Nur ein paar Beispiele: Die nunmehr elektrische Servolenkung zapft keine Energie mehr beim Geradeausfahren ab. Auch andere ­Nebenaggregate wurden vom Motor abgekoppelt und arbeiten nur mehr bei Bedarf. Der Armaturenträger ist so ziemlich das größte Magne­sium­stück, das je in einem Auto zur Gewichtsreduktion eingesetzt wurde.

Ebenso zur Gewichtsreduktion wird Dämmmaterial nun aufgespritzt statt aufgeklebt. Trotzdem ist es nicht ganz gelungen, das Gesamt­gewicht unter zwei Tonnen zu drücken. Ähnlich der E-Klasse gibt es nun auch hier eine ­Motorhaube, die sich beim Crash anhebt, um einen Fußgänger-Aufprall zu entschärfen. Bei der E-Klasse funktioniert das mit Federkraft und ist folglich reversibel, hier in der M-Klasse wurde ein pyrotechnisches Element gewählt. Verkürzt gesagt: Wenn die Airbags knallen, knallt’s auch unter der Motorhaube.

Angesichts der Verbesserungen lässt sich freudvoll vermelden, dass die M-Klasse kaum teurer geworden ist, ja aufgrund der besseren NoVA-Einstufung sogar ein bissl ­billiger.

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