Mercedes-Benz GLK dyn VoLi
Eine richtige Kiste, mit einem Stern von einem Motor.
 

Testbericht: Mercedes-Benz GLK 250 CDI

Ein geradezu zwingendes Alltagskonzept mit einem kritikbefreiten Motor

08.12.2010 Autorevue Magazin

Über SUVs wurde viel Unfug verbreitet, aber spätestens in der europäischen Dimension sind sie einfach von bestechender Schlüssigkeit. So ein GLK ist nämlich ein paar Zentimeter breiter (was sich im Innenraum durchaus angenehm ­erleben lässt) und dabei sogar ein paar Zentimeter kürzer als ein C-Klasse-Kombi, der ja weiß Gott nicht als großes Auto wahrgenommen wird. Und gegen bequemeres ­Einsteigen und mehr Übersicht beim Fahren lässt sich schon überhaupt nichts einwenden.

Kommt dann noch der 250 CDI ins Spiel, fällt auch die ­leidige Verbrauchsdiskus­sion weg. Die Power-Version des 2,2-l-Vierzylinder-Diesel gibt sich nämlich im Alltag aus­gesprochen bescheiden: Im Jahresschnitt sollte sich ein Sieben-Komma-Wert ausgehen, und da sind auch ein paar Spaßattacken und zu spät weggefahrene Salzburg–Wien-Termine drinnen.

Die 204 PS breiten nämlich ein mehr als souveränes ­Leistungsangebot aus. Heutzutage ist so ein Biturbo-Vier­zylinder-Diesel ja in der Lage, 500 Newtonmeter auf die Kurbelwelle zu stemmen, also so viel wie ein ausgewachsener V8. Richtig, das ergibt einen verdammt langen Atem beim Überholen und auf der Autobahnsteigung, mehr Leistung zu verlangen wäre echt frivol. Die Laufkultur ist zwar nicht sechszylindrig, aber trotzdem okay, weil sich der Motor aufgrund der Kraftreserven überwiegend in geräuschtechnischer Kontemplation befindet.

In Handhabung, Haptik, Verarbeitungsqualität ist der GLK ganz mercedes, da fühlt man sich einfach sofort geborgen, es ist ein bissl, wie wenn man daheim die Haustür aufsperrt. Weil so viel passt und ordentliches Augenmaß hat, von den Alltagsmöglichkeiten übers Leistungsangebot bis zum überragenden Fahrkomfort, greift sich so ein GLK wie ein nahezu perfekter Lebensabschnittspartner an – wenn man sich’s leisten kann. Denn rund 50.000 Euro sind ein ordentlicher Happen Geld (bei unserem Testwagen waren es gar fast 65.000). Andererseits liegt der Basispreis rund 2000 Euro unter dem eines gleichwertigen C-Klasse-Kombi mit Allrad und etwa auf Augenhöhe mit einem Audi A4 Avant quattro.

Dass das kleine Mercedes-SUV bisher eher ein Geheimtipp blieb als zum ganz großen Hype zu gedeihen, dürfte wohl daran liegen, dass sich die Designer mit der scharfkantigen Box ziemlich weit rausgelehnt haben, vielleicht zu weit für die Mercedes-Kundschaft.

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