Mercedes-Benz E-Klasse dyn voli
Zahlreiche Maßnahmen Richtung Sparsamkeit und zwei neue Motoren.
 

Vorstellung: Mercedes-Benz E-Klasse

Vom langsamen Bohren dicker Bretter.

17.06.2011 Autorevue Magazin

Es ist ja ganz normal, dass ein Autohersteller seine Produkte laufend verbessert, ganz un­abhängig von Modellwechsel-Zyklen. Mercedes hat sich diesmal bei dieser selbstverständlichen Arbeit an der ­E-Klasse besonders angestrengt. Immerhin gilt es über die laufenden Verbesserungen hinaus von zwei neuen Benzinmotoren zu berichten.

Fangen wir damit an: Es gibt ein neues V6-Aggregat, das als Saugmotor konzipiert ist und gegenüber dem Vorgängermodell einen von 90 Grad auf 60 Grad verkleinerten Zylinderwinkel besitzt. Damit schafft man bei gleichem Hubraum nun mehr als 300 PS (306 gegenüber 292). Das Ganze natürlich bei geringerem Verbrauch und damit CO2-Ausstoß, und zwar gleich um 20 Prozent. Der neue V8-Motor des E 500 hat jetzt nur mehr 4,6 Liter Hubraum (bisher 5,4 l), dafür aber zwei Turbolader, die für 408 PS gut sind. Mit 209 Gramm CO2 je Kilometer erfreut man sich des geringsten Verbrauchs in dieser Leistungsklasse.

Als zentraler Drehpunkt des kleinen Fortschritts auf breiter Ebene sticht die 7G-Tronic-Plus-Automatik heraus. Sie steht jetzt auch für alle Vier­zylinder-Varianten zur Ver­fügung (ausgenommen Erdgas). Die wichtige Neuigkeit hier ist eine neue Drehmomentwandlerüberbrückung, die den Schlupf wirklich an­nähernd ­gegen null senkt und ­somit Verbrauchswerte ermöglicht, die auch von ­einem sehr gut abgestimmten Schaltgetriebe nicht mehr ­geschlagen werden können. Ein nicht unerheblicher Teil des Fortschritts ist auch auf das nunmehr besonders dünnflüssige Getriebeöl zurückzuführen. Mit zunehmender Verbreitung der Top-Automatik gibt es nun bei den Vierzylindern den praktischen Wähl­hebel an der Lenksäule, womit am Mitteltunnel Platz wird für zusätzliche Ablagen.

Mit einem effizienten Generatormanagement ist es jetzt auch möglich, im Schiebe­betrieb Energie zurückzugewinnen, also zu rekuperieren. ­Andererseits wird der Generator beim Beschleunigen lastfrei geschaltet, um die volle Motorkraft für den Vortrieb zur Verfügung zu stellen.
Vier Benziner und drei Diesel besitzen mittlerweile die Start-Stopp-Automatik serienmäßig. Warum diese Einrichtung nicht sofort eingeführt wurde und nicht in allen Fahrzeugen erhältlich ist, liegt daran, dass der technische Aufwand dafür doch ganz erheblich ist. So benötigt etwa das Automatikgetriebe eine eigene elektrisch angetriebene Ölpumpe, um bei den vielen Startvorgängen auch verlässlich Druck im System vorzuhalten.

Der Startvorgang verläuft bei den Benzinern deshalb ganz besonders geschmeidig, weil beim Neustart immer zuerst in jenen Zylinder eingespritzt wird, der für den Startvorgang gerade am günstigsten positioniert ist.

Im Zuge steigender Spritpreise rechnet man auch mit zunehmendem Interesse an der Erdgas-Variante. Der E 200 NGT hat 163 PS und im Erdgasbetrieb eine Reichweite von 360 km. Die Motorsteuerung erlaubt jetzt ein ruckfreies Umschalten von Superbenzin auf Gas und umgekehrt.

Auch an der Inneneinrichtung wurde ein wenig gefeilt, so finden wir nun etwa ein farbiges Display im Kombiinstrument.

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