Trotz AMG-Schwellern kein Schürzenjäger.
 

Mercedes-Benz C Testbericht

Die allgemein geschmeidige C-Klasse in individuell zugespitzter Ausführung.

01.01.2008 Autorevue Magazin

Zu Daimler-Chrysler-Zeiten dürften doch einige Talente der Ingenieure versickert sein. Einerseits hat Audi in Sachen Qualität und Komfort den Blinker zum Überholen rausgegeben. Und was die Sportlichkeit angeht, war BMW schon längst nicht mehr in Schach zu halten. Wie schnell man wieder Gas geben kann, wenn neue Rahmenbedingungen neue Perspektiven eröffnen, sieht man jetzt immer deutlicher. Mercedes darf wieder Mercedes sein. Das belebt die Szene.

Die neue C-Klasse gleitet auf der Schiene der Vernunft genauso geschmeidig, wie sie jetzt auch über das rational Argumentierbare hinaus gute Figur macht. Es ist nur die Frage, auf welche Art man sich dem Baukasten C-Klasse nähert. In der spielerischen Interpretation des Angebots ergibt sich nämlich eine erstaunlich erfrischende Variante: C 320 CDI mit AMG-Paket. Hier treffen über 500 Nm Drehmoment

auf eine straffe Fahrwerksauslegung. Wer dann noch ein paar Euro drauflegt, etwa knapp drei Tausender für das Command-APS-Multimedia-System mit Linguatronic (Sprachsteuerung), ist sogar in der wegweisenden Premium-Gegenwart angelangt. Und die inneren Werte finden auch an der Karosserie ihre Entsprechung. Die AMG-Schürzen und Schweller stellen nach außen hin unzweifelhaft, aber ohne peinliche Übertreibung klar: Hier komme ich.

Dabei funktioniert das alles schon ohne Motortuning. Der Dreiliter-Diesel ist ein derartig schlüssiges Kraftpaket, dass der Allradantrieb eine willkommene Einrichtung zur gerechten Verteilung der Antriebsmomente über alle vier Räder darstellt. Dazwischen arbeitet eine Automatik, die mit sieben Gängen und ihrer ausgeprägten Intelligenz den Fahrer von allem freispielt, was ihn in diesem Milieu der fortgeschrittenen Kraftentfaltung nervös machen könnte. Der Allradantrieb erhebt sich weit über die Schlechtwetter-Hilfe zum integrierten Bestandteil des Systems „geordneter Vortrieb“.

Auf diese Weise vollgepackte Autos laufen erfahrungsgemäß Gefahr, gleich auch die Last des Überflusses durchspüren zu lassen. Aber genau das konnte man geschickt vermeiden. Der Wagen hält dich fest, trägt dich in aller Leichtigkeit fort und zwickt trotzdem nirgends.

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