Mercedes Benz A 220 CDI silber heck hinten seite
Der Trend zu dynamischen Formen und Coupélinie hat auch den letzten Rest Rundumsicht aus der A-Klasse getilgt. Aber fesch ist er schon.
 

Testbericht: Mercedes-Benz A 220 CDI

Ein Auto ohne Reminiszenz an den Vorgänger. Nostalgiefreier, durchtrainierter Bausparkiller.

04.10.2013 Online Redaktion

Die Ingenieure haben vor der Entwicklung der neuen A-Klasse den Reset-Knopf gedrückt. Der doppelte Boden für verschiedene Antriebsarten war überflüssig, und jüngere Kundschaft schreckte die gut gemeinte erhöhte Sitzposition eher ab. Die neue A-Klasse ist nicht als Nachfolger geplant, sondern als Konkurrent für Audi und BMW. Zwei Marken, die Mercedes beim Absatz überholt haben.

Mercedes Benz A 220 CDI silber armaturen innenraum cockpit

Lüftungsdüsen ­werden unterschätzt. Der neuen A-Klasse ­stehen ihre ausgezeichnet. Ganz allgemein gilt: hervorragende  Verarbeitung, tolle Haptik und filigranes Navi.

Heraus kam ein Auto, das aus dem Stand auf die Ge­fühls­ebene von Audi A3 und BMW 1er springt.

Straffes Fahrwerk und dynamische ­Linien für die Kunden und reichlich Ausstattungsoptionen für den Cashflow. Für das nonchalante Überlegenheits­gefühl bisheriger Mercedes-Modelle blieb kaum Platz.

Das muss so sein. Denn derart offensiv, wie die A-Klasse in die erste Reihe drängt, könnten sich C-Klasse-Fahrer fragen, ob sie im richtigen Auto sitzen – so es denn emo­tionale Überschneidungen gäbe.

Gibt es aber nicht. Außer beim Preis. Das getestete Auto kostet beim Händler 48.275 Euro. Für 2.000 Euro weniger gibt es die neue E-Klasse mit dem gleichen Motor. So etwas kann passieren, wenn man beim Ankreuzeln der 53 Seiten langen Preisliste der A-Klasse allzu forsch ist. Aber das ist ein deutsches Problem. In der ­Basisausstattung herrscht in etwa Gleichstand zwischen A-Klasse, A3 und 1er.

Mercedes Benz A 220 CDI silber kofferaum hutablage

Wer ihn sportlich will, der kann jetzt auch.

Das AMG Sportpaket (2.640 Euro) soll die Liebhaber der sportlichen Kompakten auf die Seite von Mercedes ziehen – bisher bei BMW beheimatet. Es kleidet den A 220 CDI, den Vorzeigediesel der Marke in der Kompaktklasse, in ein passendes Gewand. 18-Zöller außen, Carbon-Optik innen und ein Sportfahrwerk samt Tiefer­legung unter dem Blech. Auf schlechten Straßen können die Kilometer des Alltags lang werden, aber wer hier das Kreuzerl gemacht hat, will das so. Und die Optik ist stimmig. Denn die 170 PS ziehen kräftig an. Beim Anfahren quietschen bei Bedarf die Pneus, und ohne Atempause geht es weiter, bis die Tachonadel mit Führerscheinentzug droht. Die Elek­tronik jongliert dabei, quasi beiläufig, mit sieben Gängen, ohne dass es dem Fahrer auffallen würde.

Was die klassischen Mercedes-Kunden zum kompromisslosen, sportlichen Grundton sagen, bleibt abzuwarten. Andererseits … für die ist die neue A-Klasse nicht gedacht.

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