Mercedes-AMG GT3
Rennwagen Mercedes-AMG GT3 Genf 2014; Racecar Mercedes-AMG GT3 Geneva 2014
 

Mercedes-AMG GT3: In der Pipeline

Auf dem Genfer Salon bläht der Mercedes-AMG GT3 seine Backen, auf den Renneinsatz müssen die Teams noch bis Ende des Jahres warten. Aus Gründen.

27.02.2015 Online Redaktion

Einsteigen und lossiegen, das spielt’s nicht in der Tourenwagen-Liga. Da braucht es Trainings, Testläufe, Eingrooven auf den neuen Rennwagen. Und weil das Serienmodell des Mercedes-AMG GT erst in den nächsten Wochen auf den Markt kommt, wäre eine Teilnahme an der diesjährigen Tourenwagen-Saison ein Hazard-Spiel – schließlich starten viele internationale Rennen bereits im April. So kommt es AMG gerade Recht, dass man das neueste Spielzeug aus Affalterbach in den kommenden Monaten noch fit machen kann für die Aufgaben, die da ab 2016 kommen: Es gilt, Konkurrenten wie Audi R8, Porsche 911, Corvette Z06 oder Ferrari 458 auf die Plätze zu verweisen.

Mercedes-AMG GT3

Mercedes-AMG GT3 Specs

Und die passenden Talente scheint der Mercedes-AMG GT3 mitzubringen. Schon das Serienmodell tritt nicht gerade schwachbrüstig auf, im Tourenwagen verdichten sich die Insignien des Bösen zu artgerechtem Drama: Die organische Kieselform wird von Kiemen aufgerissen und der Heckflügel würde manchem Schneepflug zur Ehre gereichen. Zusätzlich zur deutlich breiteren Spur, dem niedrigen Schwerpunkt und der guten Gewichtsverteilung will der Mercedes-AMG seine Gegner mit besonders präzisem Einlenkverhalten, hoher Querbeschleunigung und maximaler Traktion angreifen. Die Fahrzeugstruktur des GT3 basiert wie die des Straßenmodells aus einem Aluminium-Spaceframe. Das Gesicht mit dem rundlichen Kühlergrill erinnert an den legendären Mercedes 300 SLR, der in den 50er Jahren die Carrera Panamericana dominierte. Etwas Heritage muss sein.

Mercedes-AMG GT3

Karbonisation

Der Pilot des Rennstreckenneulings wird bei Unfällen unter anderem durch eine Karbonsitzschale und einen integrierten Überrollkäfig aus hochfestem Stahl geschützt. Um das Fahrzeuggewicht zu senken, sind Motorhaube, Türen, vordere Kotflügel, Schürzen, Seitenwand, Schweller, Diffusor sowie Heckdeckel und -flügel aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigt.

Mercedes-AMG GT3

Der GT3 greift auf den altbekannten Motor aus dem SLS zurück

Da in den weltweiten GT3-Klassen keine Turbomotoren zugelassen sind, muss der Mercedes AMG GT3 auf den neu entwickelten Vierliter-V8 mit Turboaufladung verzichten. Stattdessen brüllt im Vorderwagen des Renners der aus dem Mercedes SLS AMG GT3 bekannte V8-Saugmotor mit 6,3 Litern Hubraum. Für die Rennteams bedeutet dies im Vergleich zu einem Turbomotor anwenderfreundliche Technik, hohe Zuverlässigkeit, lange Wartungsintervalle und niedrige Laufkosten. Das sequenzielle Sechsgang-Renngetriebe des GT3 ist – wie beim Serien-GT – nach dem Transaxle-Prinzip an der Hinterachse montiert und ermöglicht damit eine optimale Gewichtsverteilung. Die Tourenwagen-Saison 2016 dürfte eine spannende werden.

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