McLaren P1 stat vore
Ein Wirbelsturm, der den Bugatti Veyron geradezu banal dastehen lässt.
 

Im Auge des Sturms

Poliertes CFK und viel Gelb, durcheinandergewirbelt von 916 PS Systemleistung.

07.03.2013 Online Redaktion

Jetzt ist sie also da, die endgültige Version des P1, und McLaren rühmt sich, die Studie aus Paris fast unverändert in die Serie übernommen zu haben. Wobei Serie relativ ist: 375 Stück werden gebaut. Man kann nur hoffen, dass nicht alle sofort als Wertanlage eingemottet werden.

McLaren P1 stat vorne

Denn die Fahrleistungen des P1 sind gigantisch: Ein 3,8-Liter-BiTurbo-V8 bringt 737 PS (542 kW) und 720 Nm, ein Elektromotor steuert weitere 179 PS (132 kW) und 260 Nm bei. In Summe rechnet sich die Fahrzeugelektronik 916 PS Systemleistung aus, 900 Newtonmeter ergießen sich über das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Hinterachse. Der Elektromotor wird außerdem dazu verwendet, die Schaltvorgänge weiter zu beschleunigen. Mit einem blauen Knopf am Lenkrad („Instant Power Assist System“) kann man sich den vollen Boost geben: Null auf Hundert in unter drei Sekunden, null auf zweihundert in unter sieben Sekunden und null auf dreihundert in 17 Sekunden. Da schaut der selige McLaren F1 blass aus. Wieso die Höchstgeschwindigkeit elektronisch bei 350 Stundenkilometern abgeregelt wird, ist hingegen unbegreiflich.

McLaren P1 Detail

Immerhin hat sich McLaren diesmal richtig Design getraut, ein wilder Sturm aus blank politiertem Sicht-Carbon und pubertären Lackfarben zieht sich über das gesamte Exterieur, ab und an durchzogen von nahezu unsichtbaren Scheinwerferelementen und geerdet durch ein Abgasrohr, Schuhgröße 45. Wie das mit der Anhängerkupplung für den Wohnwagen vereinbar ist, konnten die Herrschaften am McLaren-Stand nicht sagen.

McLaren P1 stat hinten

Mit den traditionellen Flügeltüren eröffnet sich eine strenge Kammer, viel schwarz und grau, form follows function, keine Ablenkung, kein Chichi. Nur der blaue Knopf am Lenkrad. Die Carbon-Keramik-Bremsen sind aus einem neuen Materialmix, der die Wärme noch schneller abzuleiten vermag und bisher nur in der Weltraumtechnik angewandt wurde. Es gibt auch einen E-Modus, bis zu zwanzig Kilometer kommt der P1 rein elektrisch, mittels Ladekabel kann man die Lithium-Ionen-Batterie in zwei Stunden wieder aufladen. Damit sind auch die ökologischen Bedenken vom Tisch: Unter 200 Gramm CO2 pro Kilometer (also wohl 199 g/km) verbraucht der P1 im Durchschnitt.

McLaren P1 stat vorne

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