mazda 3 hybrid 2014 mazda3 seite
 

Mazda3 Hybrid: Prius my Mazda

Im Heimatland Japan gibt es den brandneuen Mazda3 mit Hybrid-Technik – vom Konkurrenten Toyota.

21.11.2013 Press Inform

Der Mazda3 Hybrid ist schon ab Winter in Japan zu bekommen. Die Mazda-Führung machte ernst und kaufte wie vor Jahren angekündigt die Elektrotechnik von Toyota für seine Dreier-Reihe ein. Vorgestellt hatten die Japaner den Mazda3 Hybrid dieser Tage auf der Tokyo Motor Show.

Mazda3 Hybrid: Außen ein Mazda3 – fährt sich aber wie ein Toyota Prius.

Zumindest was den Antrieb angeht. Spaß macht das Ganze abgesehen von der direkten Lenkung und dem angenehm abgestimmten Fahrwerk nicht unbedingt; doch der japanische Kunde will eben ein Hybridangebot. Und dieses hat Mazda mit dem Prius-Seitensprung nunmehr im Portfolio.

mazda 3 hybrid 2014 mazda3 außen seite vorne front

Der Hybridantrieb ist dabei ausschließlich in der Stufenheckversion des Mazda3 verbaut. Weil die Japaner die Nomenklatur mit Zahlen nicht ins Herz geschlossen haben, tragen nicht nur die Modelle von Mazda andere Namen. So prangt am Heck der viertürigen Dreier-Limousine das Signet Mazda Axela. Ansonsten gibt es keine Unterschiede – abgesehen vom Hybridantrieb. Das leicht veränderte Cockpit gibt unter anderem Informationen über Tempo, Reichweite und Verbrauch sowie über Gangwahl und den Akkuladezustand. Die Batterie liegt mit seiner Nickel-Metall-Hydridtechnik betagterer Bauart über der Hinterachse. Das Kofferraumvolumen büßt dem Benziner gegenüber 107 Liter ein.

mazda 3 hybrid 2014 mazda3 rot innenraum cockpit

Der Mazda3 Hybrid Innenraum unterscheidet sich von den der „Normalos“. Gut so.

Von der Dynamik der normalen Mazda3 ist an Bord des Mazda3 Hybrid nicht viel geblieben.

Das liegt nicht zuletzt an der überschaubaren Motorleistung. Die 100 kW / 136 PS Gesamtleistung spalten sich in einen 73 kW / 99 PS starken Vierzylinder-Verbrenner mit 142 Nm bei 4.000 U/min und einen 60 kW / 82 PS starkes Elektromodul, das vom Start weg 207 Nm Drehmoment leistet. Obschon der Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum aus der bekannten Skyactiv-Familie mit einer hohen Verdichtung von 14:1 stammt, wurde er auf exakt die Motorleistung heruntergedrosselt wie der blutleere Toyota Prius. So bewegt sich der Mazda3 Hybrid nicht zuletzt durch das nervige CVT-Getriebe, das die Kräfte von Verbrenner und Synchron-Elektromotor vereinigt, nahezu in allen Fahrzuständen wie zugeschnürt. Wer will, kann über einen Taster am Armaturenbrett auch einen reinen Elektromodus ansteuern, der jedoch nur für eine kurze Strecke von rund zwei Kilometern reicht.

mazda 3 hybrid 2014 mazda3 motor

Mazda3 Hybrid: Zäher Antrieb

Auf der Uferstraße zwischen Pacifico Yokohama und Yamashita Park fährt sich der 1,4 Tonnen schwere Hybride erwartet träge und zäh. Wie man es vom temperametlosen Toyota Prius kennt, werden Gaspedalbefehle mit einem lauten Aufheulen des Motors kommentiert, ehe sich das stufenlose Getriebe auf die Anforderungen des Fahrers eingestellt hat und den Wagen beschleunigt. Das ändert sich kaum, als es mit flotter Fahrt die Yokohama Bay Bridge hinaufgeht, um nach Daikoku zu gelangen. Wer sich auf das deplatzierte Automatik-Getriebe, dessen zwei Schaltgassen man ebenfalls vom Toyota Prius kennt, erst einmal eingestellt hat, schwimmt dagegen locker im Verkehr mit. Im japanischen Normzyklus soll sich die 4,58 Meter lange Kompaktklasse-Limousine mit 3,2 Litern Super auf 100 Kilometer zufrieden geben. Der identische 120-PS-Benziner aus Europa ist rund 100 Kilogramm leichter und verbraucht im europäischen Normzyklus als Handschalter 5,1 Liter; mit Sechsgang-Automatik 5,6 Liter. Auch, weil der Mazda 3 Hybrid an Alltagsnutzen kaum etwas eingebüßt hat.

mazda 3 hybrid 2014 mazda3 wählhebel schalthebel

Zunächst ist der Mazda3 Hybrid nur für den japanischen Heimatmarkt vorgesehen.

Der Preis ist mit 2,5 Millionen Yen, rund 18.000 Euro, allemal eine Einladung zum sparen. Denkbar, dass er es so auch über den Pazifik Richtung USA schafft, wo der Dreier das erfolgreichste Mazda-Modell ist. Eine Plug-In-Version, wie mittlerweile auch beim Toyota Prius erhältlich, ist zunächst nicht vorgesehen. „Das gilt auch für Europa“, ergänzt Mazda Europa-Chef Jeff Gaydon, „hier wird es erst einmal keinen Hybriden geben. Da setzen wir ganz auf unsere effizienten Skyactiv-Diesel-Motoren.“ Und auf den Fahrspaß, denn der kommt mit dem Hybriden eindeutig zu kurz. Ganz im Gegensatz zu den europäischen Benzinern und Dieseln.

mazda 3 hybrid 2014 mazda3 anzeige cockpit tacho

Vielen Dank an die Kollegen von press-inform.de

Mehr zum Thema
  • nomorerevue

    kann mich Ravenbird nur vollinhaltich anschliessen,
    im Übrigen sehen wir das Ergebnis dieser japanischen Superhybridtechnik: blutleere Ökokraxn, mit überschaubaren Spritsparerfolgen und letztklassigen Ökogesamtbilanzen – nein danke!

  • Ravenbird

    Manche Menschen scheinen zu glauben, die Hybriden seien das Gelbe vom Ei.
    Das Gegenteil ist der Fall:
    Im Elektromodus muß der E-Motor alle Benzin-Komponenten mitschleppen.
    Im Spritmodus schleppt der Benzinmotor den Elektroantrieb mit sich.
    Im Mischmodus sind sie sich gegenseitig im Weg.
    Einzig die Rekuperation beim Bremsen bleibt als Vorteil des E-Antriebes, aber selbst da gibt es bessere Alternativen wie Schwungmassen (Porsche) oder die Aufladung der normalen Akkus im Auto, die dann nicht mehr zur Gänze von der Lichtmaschine geleistet werden muß.
    Hinzu kommt, daß die Akkus nach einer bestimmten Anzahl von Ladezyklen einfach hin sind (kennt jeder vom Handy) und niemand sie einfach austauscht. Der Wert eines neuen Akkus übersteigt in jedem Fall den Zeitwert des Wagens.
    „Fahren’s halt im Spritmodus“, ist die ernüchternde Antwort der Werkstätten, wenn sie eine solche Akkuleiche reinbekommen und der Kunde wiederbelebt worden ist nach dem Preisschock.
    Die Gefahr für Rettungskräfte durch hohe Spannungen, die überall bei Unfällen anliegen kann, ist auch nicht zu unterschätzen.
    Ein wichtiges Argument gegen Elektroautos im Allgemeinen – egal ob Hybrid oder rein elektrisch – sind die fehlenden Werkstätten. Diese müssen nämlich teuer umgebaut werden, um die gesetzlichen Anforderungen für das Hantieren mit Starkströmen einhalten zu können.
    Es wird noch eine Weile dauern, bis Elektro vor allem außerhalb von Ballungszentren eine Rolle spielen wird, wenn die Politik so weiter schläft wie bis jetzt.
    Andererseits: Wer schläft, macht sonst keinen Blödsinn.

pixel