Mazda Takeri
Welten liegen zwischen diesem Auto und dem derzeitigen Mazda 6.
 

Schluss mit fadem 6

Takeri, die Vorschau auf den nächsten Mazda 6: Das Auto wird schärfer – und die ganze Marke dazu.

31.03.2012 Autorevue Magazin

Es ist ziemlich ruhig geworden um die Marke. Seit Jahren hat uns kein neuer Mazda mehr hinter dem Ofen hervorgeholt. Die wirtschaftlichen Nachrichten sind auch nicht die besten, der starke Yen setzt den vergleichsweise kleinen Hersteller unter Druck. Mazda reagiert aber richtig: volle Offensive jetzt. Man macht zwar die Elektrokomödie der anderen nicht mit, freilich aus Geldmangel, kann aber gut kommunizieren, dass es vernünftig ist, hier noch etwas ­zuzuwarten.

Mit der neuen Design­sprache Kodo, die das Sportlich-Dynamische betont, und zunächst zwei neuen Modellen in der Pipeline soll auf konventioneller Antriebsebene jedoch Terrain gewonnen werden. Der erste Kodo-Mazda wird im Sommer der CX-5 sein, ein schneidig gezeichnetes Kompakt-SUV. Und dann gleich der 6, das wichtige Mittelklassemodell der Marke.

Wie der Mazda 6, den wir für den Spätsommer erwarten dürfen, aussehen wird, zeigt die angeblich schon sehr realitätsnahe Studie Takeri. Das Kodo-Design lebt der Mazda Takeri voll aus. Fast schon logisch ist eine coupéhafte Seitenansicht. Hier aber ist noch eins draufgesetzt, die Designer möchten, dass wir an ein Raubtier unmittelbar vor dem Sprung denken, und irgendwie vermittelt das Auto das wirklich. Der Eindruck soll auch im echten 6 nicht verloren gehen, sagt ­Peter Birtwhistle, der im europäischen Entwicklungs- und Designcenter im schönen Oberursel Chefdesigner ist.

Vom aktuellen Mazda 6 zu dem, den wir hier erahnen, wird es ein großer Schritt sein, und Mazda will damit im ­Konzert der sportlichen Premiums auch ein bissl mitspielen. Über cooles Design und einen kampffähigen Preis sollte das auch funktionieren, der Ruf der Marke ist ja intakt.

Außerdem soll der 6 mit großer Sparsamkeit punkten. Im Zentrum steht die Skyactiv-Technologie, die hier mittels 2,2-Liter-Dieselmotor umgesetzt wird. Die Start-Stopp-­Automatik „i-stop“ erlaubt erstmals das praktisch verzögerungsfreie Anstarten mit nur einem Verdichtungstakt.

Und dann ist da i-Eloop, die neue Spezialwaffe, das weltweit erste Bremsenergie-Rückgewinnungssystem, das mit einem Kondensator arbeitet. Der kann deutlich schneller geladen und entladen werden als eine Batterie. Geht man vom Gas, erzeugt ein Generator Strom, den er an den Kondensator schickt. Der wird ­innerhalb von Sekunden voll geladen und verteilt die Energie an die elektrischen Komponenten im Auto. Die können bei voller Ladung für rund eine Minute versorgt werden, was vor allem im Stop-and-Go-Verkehr den Motor als Stromlieferanten entlastet.

Das System ist technisch unkompliziert, preisgünstig, und wenn es stimmt, dass ­damit bis zu zehn Prozent Treibstoff eingespart werden können, ist es die geniale Alternative zum Hybrid-Prinzip. Beziehungsweise die Ergänzung, da Mazda mit Toyota eine Zusammenarbeit vereinbart hat, um deren Hybrid-Technologie mit den Skyactiv-Motoren zu verbinden.

Mehr zum Mazda Takeri gibt es im Interview, das Wolfgang Hofbauer geführt hat.

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