Mazda MX-5 Roadster Kompressor Konzept mehr Leistung
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Darling lernt fliegen

Mehr Power für den Mazda MX-5 – das Kompressor-Konzept.

18.06.2012 radical mag

Wir wissen nicht, wie viele Fans von Mazdas Kult-Roadster MX-5 schon Stoßgebete gen Himmel geschickt haben, um endlich mehr Leistung zu erhalten. Denn bislang war bei 160 Pferdestärken Schluss. Sicher nicht wenig, schließlich wiegt der kleine Zweisitzer fast nichts (ab 1080 kg), verfügt über ein hervorragendes Fahrwerk und ist als problemloser Langläufer bekannt. Aber so ein wenig mehr Druck in der einen oder anderen Situation wäre schon schön. Zwar gab es einige Versuche, dem Roadster etwas mehr Leben einzuhauchen, aber keine Leistungssteigerung hat bisher den Segen des Werkes oder eines Importeurs bekommen.

Das könnte sich endlich ändern. In Deutschland hat sich der Importeur der Sache angenommen und ein Konzeptauto auf die Räder gestellt, das sich gewaschen hat. Der „Yuscho“ (japanisch für «Sieg») soll die PS-Jüngern in der MX-5-Gemeinde nun endlich die langersehnte Mehrleistung bringen.

Die Deutschen setzen auf einen Kompressor um dem Zweiliter-Motor mehr Power zu verleihen. Herzstück des Umbaus ist ein MP62-Kompressor (System Roots) vom amerikanischen MX-5-Spezialisten Flying Miata sowie ein großer Ladeluftkühler (der MX-5 heißt in einigen Ländern Miata). Zudem wurde das Triebwerk mit einer angepassten Motorsteuerung, neuen Einspritzventilen und Metall-Sportkatalysatoren ausgerüstet. Spezielle Cosworth-Kolben und Pleuel ergänzen das Motor-Umbaupaket.

Doch auch am Fahrwerk wurde gearbeitet, um den Mazda sicher bis zu einem Topspeed von 240 km/h bewegen zu können. Das Sechsgang-Schaltgetriebe wurde mit einer speziellen Sportkupplung ausgerüstet und die auf 4,1 verkürzte Achsübersetzung soll die Sprinterqualitäten in allen Gängen weiter optimieren.

Die Achse stammt übrigens vom MX-5 mit Fünfganggetriebe. Das Fahrwerk mit Bilstein Sportstoßdämpfern, größeren Querstabilisatoren und Sportfedern von Eibach ist auf die höheren dynamischen Anforderungen ausgerichtet.

Mazda MX-5 Roadster Kompressor Konzept mehr Leistung

Das Resultat kann sich sehen lassen: 241 PS soll das Cabrio nun abdrücken, hinzu kommt ein Drehmomentmaximum von 274 Nm. Der Standard-Roadster verfügt lediglich über 188 Nm. Leistung ist also da, das Fahrwerk scheint gerüstet – bleibt nur eine Frage: wie fährt sich der vor kurzem an der AMI in Leipzig vorgestellte Power-Roadster.

Sensationell können wir sagen, denn wir durften einem Prototypen auf einer Rennstrecke im Elsass die Sporen geben. Klar, auch mit 241 PS ist der MX-5 nicht der absolute Supersportwagen.

Aber, und das scheint bei einem Fahrzeug dieser Klasse besonders wichtig, der Wagen ist genauso fahrbar wie ein Serienmodell. Kein zickiges Getue, die Sportkupplung ist genauso gut dosierbar wie das Serienteil und wohl das Wichtigste: im Gegensatz zu einigen anderen System ist vom Kompressor fast nichts zu hören. Natürlich muss man wegen der kürzeren Gesamtübersetzung etwas öfter zum Schalthebel greifen, das macht dank der hervorragenden Schalthebelführung und der kurzen Schaltwege aber einfach nur Spaß.

Und der kleine Japaner hat wirklich Druck. Vor allem das massiv gesteuerte Drehmoment ist an jedem Kurvenausgang deutlich spürbar. Auch der „Yusho“ braucht zwar etwa 3000 Umdrehungen, um wirklich heftig aus den Pflöcken zu kommen. Er ist kein Monster, der bereits aus dem Drehzahlkeller mächtig anschiebt. Aber das Fahren in höheren Drehzahlregionen passt zu diesem agilen, feinnervigen Auto.

Das modifizierte Fahrwerk macht all dies völlig easy mit. Haken schlagen wie ein Hase mit dem Bauch voller Frühlingsgefühle ist eh eine Spezialität des MX-5, wegen des geringen Gewichts und der sehr kompakten Abmessungen ist der Mazda für unsere Bergstraßen geradezu prädestiniert. Dass er jetzt am Kurvenausgang auch noch heftig anschiebt, macht den Roadster zum Spaßmobil.

Aber es gibt auch Schattenseiten. So zum Beispiel, dass der Wagen noch ein Einzelstück ist. Noch ist der Entscheid nicht gefallen, ob man den Umbau in einer Kleinserie realisieren soll. Doch die Rückmeldungen aus der Schweiz, Österreich oder Italien dürften dafür sorgen, dass die Deutschen Nägel mit Köpfen machen und das Ding auch wirklich bauen.

Unser Fazit: baut das Ding. Und zwar sofort! Und an alle Leser: Diesen Link kopieren und mit einem Kaufwunsch dem Händler des Vertrauens schicken.

Für die Geschichte bedanken wir uns bei den Kollegen von www.radical-mag.com

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  • Nm/Generation

    … schier unendlich langes warten auf flachgebaute Limo’s od. Combi’s(wie in den 80ern), Drehmomentstark ab 2000rpm, aber mit wenig PS(die man eh nicht ausfahren kann heute)…

  • Newtonmeter

    Bitte, bitte bauen. Gerne mit bis zu 300 PS, der Heckantrieb kann damit umgehen – die Klientel hoffentlich auch.

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