Maybach
Aus für Maybach. Auch China konnte die Marke nicht retten.
 

Maybachs Ende

Mercedes erklärt das Abenteuer Maybach für beendet.

28.11.2011 Online Redaktion

Die Marke Maybach wollte unter der Regie von Mercedes nie so wirklich in Schwung kommen. Zuletzt machten allerlei Ideen die Runde, wie die Marke noch zu retten sei. Eine Kooperation mit Aston Martin sei denkbar. Ein Aufwand, den man bei Mercedes offenbar nicht mehr betreiben möchte. Die Marke wird eingestellt.

Der Plan, Aston Martin mit ins Boot zu holen, hatte Charme. Die größte Schikane beim Kampf, Maybach auf Kurs zu bringen, war der Spott, dass es sich bei den Modellen der Luxusmarke nur um eine aufpolierte S-Klasse handeln würde. Eine neue, britische Plattform, hätte dieses Problem lösen können. Dazu kommt es jetzt nicht mehr.

Maybach

Bei der Ankündigung, die Marke einzustellen hielt sich Dieter Zetsche, der Daimler-Vorstandschef, im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gar nicht mehr lange mit den Absatzzahlen auf. Zu schlecht. Fertig. Und aus. Nicht einmal der chinesische Markt konnte die Zahlen auf ein erwähnenswertes Niveau hieven (2009 waren es 200 Stück).

Gleichzeitig laufen bei Mercedes aber die Pläne auf Hochtouren, in der Premiumklasse kräftig Boden gut zu machen und bis 2020 Marktführer in diesem Segment zu werden. Derzeit gibt es drei Varianten der S-Klasse, in absehbarer Zeit sollen es sechs sein. Mit der Verdoppelung der Modelle, soll nach Möglichkeit auch eine Verdoppelung der Absatzzahlen einhergehen. Derzeit werden jährlich 80.000 S-Klasse verkauft.

Das zeugt von Selbstvertrauen. Im Interview lässt sich Zetsche auch mit den Worten zitieren: „Es wäre nicht sinnvoll, ein Nachfolgemodell für den jetzigen Maybach zu entwickeln. Die kommende S-Klasse ist ein in jeder Hinsicht so überlegenes Fahrzeug, dass sie die Maybach-Modelle ersetzen kann.“ Womit die Marschrichtung klar wäre. Weswegen die 150 Maybach-Mitarbeiter auch nicht um ihre Jobs fürchten müssen. Sie sollen bei Mercedes unterkommen. Bis 2013 kann man Maybach noch kaufen. Dann soll die neue S-Klasse kommen.

Hier findet sich unsere Hommage an die Marke, das Auto und den Lebensstil.

Ganz oben ist Luft, wie Rolls-Royce beweist:

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  • Schöner Beitrag von maagiora. Danke dafür.

  • Es reicht halt leider nicht nur auf den Partys und Festen der HNWI´s präsent zu sein. Man muss auch langfristig einen eigenen Stil und Aura etablieren. Der Stil von Maybach ist leider inkognito geblieben. Ausserdem wenn die Produktsubstanz nicht stimmt, weder von der Ästhetik noch von der Innovation, nutzt alles Marketing nix. Wo sind die Themen oder Stories die Maybach angeschoben hat? E-Mobilität in die Luxusklasse einzuführen, vielleicht sogar das erste F-Cell Auto am Markt zu sein. Luxus-Marketing ohne Geschichten funktioniert heute nicht mehr. Es ist fast schon essentiell. Zum Schluss. Wir reden hier immer noch über ein Auto. Das nur an irgendwelche Bling-Bling Stars oder Magnaten zu verkaufen, setzt nur einen kurzfristigen Trend, aber etabliert keine Marke. das Thema ist dann wohl bei Daimler irgendwann auch eingeschlafen.
    Daimler wird auch realisiert haben das Maybach für Abstrahleffekte auf Mercedes irrelevant ist. Mit Fahrzeugen wie einem neuen Pullman oder einem 4-sitzigen Ocean Drive kann man eher Trickle-Down Effekte generieren. Das Problem hat BMW aber mit Rolls Royce auch. Ist aber weniger tragisch, da die Marke lebt, und durchaus allein überlebensfähig ist.

  • Statuskrah

    Mehr Tempo, das Adagio braucht mehr Tempo! Glenn Gould z. B. ist in 4:14 fertig. http://www.youtube.com/watch?v=Vr8j8O9uzx4&feature=related.

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