Mariahilfer Straße
53,2 Prozent der Befragten sind für die Fußgänger- und Begegnungszone.
 

Mariahilfer Straße: JA zur Fußgängerzone

53,2 Prozent der Befragten stimmten dafür, dass die Mariahilfer Straße zu einer Fußgänger- und Begegnungszone umgebaut wird.

07.03.2014 APA

53,2 Prozent der Befragten stimmten für die Antwort „A“ und sprachen sich damit für die Mariahilfer Straße als Fußgänger- und Begegnungszone aus. Insgesamt 17.630 Bewohner der Anrainerbezirke Mariahilf und Neubau votierten dafür, so das Rathaus am Freitagabend. Außerdem ist nun fix: Radfahren bleibt erlaubt.

68,1 Prozent Rücklaufquote

Laut der Auswertung wurden von den 48.642 verschickten Fragebögen 33.122 retourniert. Das entspricht einem Rücklauf von 68,1 Prozent. 185 wurden als ungültig gewertet._apa-grafik-mariahilfer-strasse-befragung

Radfahren und Queren erlaubt

Von jenen Anrainern, die für Antwort „A“ waren, befürworteten weiters 9.459 Personen (55,9 Prozent) die Öffnung von Querungen, 7.453 (44,1 Prozent) waren dagegen. Zudem sprachen sich 9.125 Umfrage-Teilnehmer (52,9 Prozent) für das Radfahren in der Fußgängerzone aus. 8.128 (47,1 Prozent) waren dagegen.

46,8 Prozent dagegen

Die Rücknahme der verkehrsberuhigenden Maßnahmen wurde von 15.307 Personen gewünscht. Das entspricht 46,8 Prozent.

Stimmzettel der MaHü

© Bild: APA / Georg Hochmuth / picturedesk.com

Mehr als 31.000 Beteiligungen

Die Anrainer in den Bezirken Neubau und Mariahilf waren aufgerufen, bei einer Befragung über die Zukunft der Einkaufsmeile zu entscheiden. Mehr als 31.000 Personen haben sich an der Abstimmung beteiligt.

1,6 Kilometer werden umgebaut

Die Anrainerbefragung hat eine Zustimmung für die Beibehaltung der Fußgängerzone im Kern bzw. der Begegnungszonen an den Rändern der Mariahilfer Straße ergeben. Damit wird die Shoppingmeile auf rund 1,6 Kilometern Länge für die kommenden zwei Jahre zur Großbaustelle.

Fertigstellung im Herbst

Noch im Frühjahr soll mit dem schrittweisen und mit insgesamt 25 Millionen Euro budgetierten Umbau begonnen werden, für den Herbst des Wien-Wahl-Jahres 2015 ist die Fertigstellung vorgesehen. Konkret wird die „Mahü“ zum niveaugleichen Boulevard gemacht und einheitlich gepflastert, die klassische Trennung zwischen Fahrbahn und Gehsteigen verschwindet somit.

Mehr Sitzgelegenheiten, Grünflächen und gratis-WLAN

Versprochen wurden auch mehr Sitzgelegenheiten, Grünflächen, Wassertische und Kinderspielgeräte. Eine neue Beleuchtung und kostenloses WLAN sollen ebenfalls kommen. Das jetzige Verkehrskonzept inklusive Einbahnregelungen in den umliegenden Straßenzügen, Tempo-30-Zonen in den Durchzugsstraßen sowie neuer 13A-Busroute bleibt wohl ebenfalls bestehen.

Kommentare zur MaHü auf Twitter:


Reaktionen der Parteien

Die Bezirksvorsteherin des 6. Bezirks (Mariahilf), Renate Kaufmann (SPÖ), freut sich über die Zustimmung zur Fußgängerzone auf der „Mahü“: „Seit zwölf Jahren fordere ich eine verkehrsberuhigte Mariahilfer Straße. Jetzt haben wir von den Bürgern die Legitimation dafür bekommen und werden mit der Neugestaltung den Menschen ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben“, versicherte sie am Freitag.

Kaufleute werden profitieren

Auch die Kaufleute werden laut der Bezirkschefin profitieren: „Die neue Mariahilfer Straße wird wirtschaftlich erblühen.“ Kaufmann und der stellvertretende SP-Bezirksvorsteher von Neubau, Rainer Husty, bedankten sich bei den Anrainern für das Votum.

FPÖ wittert Skandal

Das Ergebnis sei aufgrund seiner „skandalösen Umstände“ sogar als „Verbrechen an der direkten Demokratie“ zu bezeichnen, befand FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus in einer Aussendung.

Weitere Vorwürfe

„Die verfassungsrechtlich im luftleeren Raum schwebende und auf keinerlei festgeschriebenem Regelwerk basierende Karikatur einer Bürgerbefragung hat durch enorme Kosten für Durchführung und Bewerbung, Suggestivfragen mit dubiosen Auswertungsmethoden sowie eine willkürlich vorgenommene Auswahl des Befragtenkreises der direkten Demokratie in unserer Stadt massiv geschadet“, beklagte er.

ÖVP gibt sich konstruktiv

„Die ÖVP Wien hat von Anbeginn der Diskussion an eine grundsätzliche Befragung gefordert und gegen den anfänglichen Widerstand von Rot-Grün auch durchgesetzt“, betonte hingegen Wiens ÖVP-Landesobmann Manfred Juraczka. Während die Mehrheit der Geschäftsleute für die „alte“ Mariahilfer Straße votiert habe, hätten sich die Anrainer mehrheitlich für die Fußgängerzone entschieden. Es liege daher nun an Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne), alle Beteiligten mit ins Boot zu holen.

Die Befragten haben entschieden

„Die Bürgerinnen und Bürger haben entschieden: Sie wollen eine Fußgängerzone. Machen wir also gemeinsam eine Fußgängerzone, die auch wirklich allen gefällt. Eine Fußgängerzone, die die Geschäftsleute überzeugt. Eine Fußgängerzone, die verbindet und nicht Bezirke voneinander trennt. Eine Fußgängerzone, die mit allen Verkehrsmitteln bequem erreichbar ist und auf der man gerne einkaufen geht“, ersuchte der ÖVP-Chef.

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