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Er ist gelb, er ist schnell, er ist Manhart MH4 550

Der deutsche Autotuner Manhart hat sich BMW verschreiben. Aus dem M4 machen die Wuppertaler den MH4 550 – 120 PS Steigerung inklusive.

09.04.2015 Press Inform

Bei der ersten Testfahrt mit dem BMW-M4-Mutant war die Abgasanlage rund um den Edelstahl-Sportendschalldämpfer und seine 90 Millimeter-Downpipes noch nicht ganz so, wie es sich das Manhart-Team vorstellt. Doch warum akustisch kleckern, wenn doch mächtig geklotzt werden kann? Das Ergebnis, das unter dem Höllenlärm innerhalb der sechs insgesamt 3,0 Liter fassenden Brennkammern produziert wird, sind satte 555 PS und 820 Newtonmeter. Ein paar Knopf- und Drehbewegungen später erscheinen auf dem großen Bildschirm in der Mittelkonsole die passenden Leistungs- und Kraft-Anzeigen. Wie schon beim kleinen Bruder MH2 400 WB haben sowohl auf der Tachoscheibe als auch auf den beiden PS- und Nm-Anzeigen die Höchstwerte offensichtlich nicht mehr draufgepasst.

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© Bild: Werk

Die Tachonadel bis zum Anschlag

Wer jetzt einen Blick auf die bei 330 km/h endende Geschwindigkeitsanzeige wirft, bildet wie von selbst die Frage: „Das soll nicht reichen?“ Nein! Denn der gelbe MH4, mit den Manhart-Wasserzeichen auf seinen beiden Seiten, kommt auf 340 km/h. Damit die Kraft, die lediglich an den 21-Zoll großen 295er-Breitreifen am Heck ankommt, tatsächlich auf die Straße übertragen werden kann, steht die Traktionskontrolle nahezu bei jedem Gasstoß parat. Selbst im dritten und bei leicht feuchtem Untergrund auch noch im vierten Gang sind mehrere Meter lange Reifenspuren kein Problem – die Kraft scheint fast unbändig.

Der Sound des Manhart MH4 550

120 PS mehr

Gepaart mit dem martialischen Sound und dem mithilfe des dreifach verstellbaren Gewindefahrwerks um 35 Millimeter tiefer gelegten Äußeren, ist schon auf den ersten Blick klar, dass der einstige BMW M4 eine enorme Mutation erfahren hat. Rund 60.000 Euro kostet allein diese Transformation in einen 4,67 Meter langen und zwei Meter breiten Autobahnkönig. Das Goldgelb-Matt folierte Gesamtkunstwerk steht für rund 140.000 Euro parat. Allerdings verhält es sich mit dem Manhart MH4 550 anders, als mit anderen Supersportlern. Denn der Wuppertaler muss erst kennengelernt werden. Die M5 Sportbremsanlage mit sechs Kolben, das Gewicht von knapp 1.572 Kilogramm und das unter anderem per Schaltwippen zu zähmende Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe sind die eine Sache. Die um 120 PS und 270 Newtonmeter gesteigerte Motorleistung die andere. Fahrer und Fahrzeug brauchen eine gewisse Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Denn einfach einsteigen und losfahren kann schnell übel enden.

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© Bild: Werk

Auf was besonderen Wert gelegt werden sollte

Neben den erst einmal auf Temperatur zu bringenden Bremsen muss vor allem das Fahrwerk auf die kommende Herausforderung perfekt eingestellt werden. In der komfortabelsten Einstellung sollte auf sehr schnelle Autobahnpassagen jenseits von 250 Kilometern pro Stunde verzichtet werden. Zu instabil wird die Verbindung mit dem Untergrund und zu schwammig der gesamte Fahreindruck. Für längere Überlandfahrten auf schlechten Straßen ist diese Einstellung hingegen überraschend angenehm. Das Gefühl, in einer wahren Rennmaschine zu sitzen, verschwindet ob der komfortablen Federung im Nu. Dieser Eindruck verhärtet sich, wenn die per Fernbedienung de- und aktivierbare Klappensteuerung aus dem Spiel genommen wird. Allerdings beginnt das gewaltige Sechszylinder-Orchester bei einem beherzten Tritt aufs Gas auch ohne die Erlaubnis der Fernbedienung. Zu groß ist der Druck, der mit lautem Getöse einfach hinten raus will.

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© Bild: Werk

Und ohne Traktionskontrolle?

Komplett auf Rennbetrieb eingestellt bietet der Manhart MH4 550 einen um ein Vielfaches gesteigerten Spaßfaktor – vorausgesetzt die Gewöhnungsphase war erfolgreich und der Fahrer ist sich seiner Grenzen bewusst. Ganz Mutige entmündigen die perfekt arbeitende und aufpassende Traktionskontrolle per Knopfdruck und verkürzen per Powerslide den Wendekreis des einstigen M4s um mehr als die Hälfte.

Dank an press-inform

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