Ein MAN-Lkw vor dem Hauptquatier der Firma in München.
MAN sieht seiner Zukunft pessimistisch entgegen.
 

MAN steht vor schwierigen Zeiten

Der Lkw-Hersteller rechnet mit einem starken Gewinnrückgang für das Jahr 2013. Der hohe Verlust im 2. Quartal kam dann doch überraschend.

31.07.2013 APA

 

Der deutsche Lastwagen- und Maschinenbauer MAN rechnet auch in den nächsten Monaten nicht mit einer nennenswerten Verbesserungen seiner Zahlen. Die nähere Zukunft ist von der Konjunkturflaute und hausgemachten Problemen geprägt.

Mehrere Faktoren

Der Umsatz werde 2013 stagnieren und das operative Ergebnis werde sich „sehr deutlich“ verringern, bekräftigte die VW-Tochter am Dienstag in München. Die Rendite werde deshalb ganz erheblich absinken. In der Kernsparte Nutzfahrzeuge komme der Umsatz nicht vom Fleck, weil Zuwächse in Brasilien von weiteren Rückgängen im schuldengeschüttelten Europa aufgezehrt würden. Das Geschäft mit Großmotoren und Turbomaschinen gehe zurück, da weder Schiffsdiesel noch Serviceleistungen besonders gefragt seien. Zudem schlagen hier Millionenrückstellungen für Kraftwerke in der Karibik und auf Korsika ins Kontor.

MAN fällt im Ranking zurück

Die Sparte Power Engineering, einst stabiler Gewinnbringer bei MAN, schrieb deshalb im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen und riss die Rendite des gesamten Konzerns nach unten. Operativ lag die Marge bei minus 0,1 Prozent. Im Nutzfahrzeuggeschäft betrug die Rendite 2,4 Prozent. Damit fiel MAN weit hinter die rivalisierende Konzernschwester Scania (9,4 Prozent) und auch hinter die Konkurrenten Volvo (2,9 Prozent) und Daimler Trucks (3,7 Prozent) zurück.

Minus von 378 Mio. Euro

Der Betriebsverlust der Münchner betrug zehn Millionen Euro, nach 473 Mio. Euro Gewinn vor Jahresfrist. Unterm Strich türmte MAN ein Minus von 378 Mio. Euro auf; im zweiten Quartal fiel der Nettoverlust weit höher aus als erwartet. Sowohl in der Nutzfahrzeugsparte als auch bei Power Engineering schöben die Kunden Investitionen auf oder nähmen dafür weniger Geld in die Hand. Der Auftragseingang ging im ersten Halbjahr um sieben Prozent auf 7,7 Mrd. Euro zurück, der Umsatz um zwei Prozent auf 7,5 Mrd.

Gezielter Pessimismus wegen möglicher VW Übernahme?

Im zweiten Quartal gingen zwar in beiden Sparten wieder etwas mehr Aufträge ein, MAN wollte dies jedoch – anders als einige Konkurrenten – nicht als Hoffnungsschimmer verstanden wissen. Der Konzern erwarte „für das Jahr 2013 nach wie vor keine signifikante konjunkturelle Erholung“. Schwarzmalerei bei der Prognose hatte MAN bereits die Kritik von Aktionärsschützern eingebracht, die argwöhnen, dass der Pessimismus im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot von VW steht. Das Wolfsburger Autoimperium hält gut 75 Prozent an MAN und bietet den restlichen Anteilseignern 80,89 Euro pro Papier. Das ist vielen Aktionärsschützern zu wenig.

Scania und Volvo erging es besser

Die MAN-Rivalen Scania und Volvo hatten in der vergangenen Woche von mehr Lkw-Neubestellungen berichtet und angekündigt, ihre Produktion langsam wieder hochzufahren. Allerdings gingen bei den schwedischen Herstellern auch in Europa wieder mehr Aufträge ein. MAN dagegen verbuchte hier auch im zweiten Quartal ein Minus.

 

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