„Man kann einen Menschen keine 2 Tonnen schwere Todesmaschine fahren lassen“

„In Zukunft könnte es gesetzlich verboten werden, dass Menschen Autos steuern“ – Tesla-CEO Elon Musk spricht über die Zukunft autonomer Autos.

20.03.2015 Online Redaktion

Bei der Eröffnung der NVIDIA GPU Technology Conference in San Jose, Kalifornien, sprach Tesla-Boss und Mobilitätsvisionär Elon Musk über die Zukunft selbstfahrender Autos. Musk nahm sich dabei wie gewohnt kein Blatt vor dem Mund und traf den Nagel dabei mehr als einmal genau auf den Kopf. Die besten Zitate aus dem Gespräch Musks mit NVIDIA-Ceo Jen-Hsun Huang haben wir für Euch zusammengefasst; und legen euch stark nahe, sie auch zu lesen.

Elon Musk auf der NVIDIA GPU Technology Conference in San Jose

  • „Ich glaube nicht, dass wir uns wegen autonomer Autos Sorgen machen müssen. Das ist eine einfache Form der künstlichen Intelligenz und nichts, das sehr schwierig umzusetzen ist – autonomes Fahren, das viel sicherer ist als wenn ein Mensch hinterm Steuer säße, ist viel einfacher, als die Leute glauben.“
  • „Ich denke, dass es ganz normal werden wird. Wie einen Aufzug zu benutzen. Lange Zeit hat es Liftboys gegeben, die den Aufzug bedienen mussten, und dann wurde ein einfacher Mechanismus entwickelt, mit dem die Aufzüge einfach per Knopfdruck zu einem bestimmten Stockwerk dirigiert werden konnten. Niemand muss den Aufzug mehr bedienen. Mit dem Auto wird es genau das selbe sein.“
  • „In Zukunft könnte es gesetzlich verboten werden, dass Menschen Autos fahren, weil es einfach zu gefährlich ist. Man kann einen Menschen keine 2 Tonnen schwere Todesmaschine fahren lassen.“
  • „Bereits mit der jetzigen Ausstattung könnte ein Tesla definitiv selbst auf der Autobahn fahren und auch die Spuren wechseln. Derzeit gibt es 360 Grad-Ultraschall-Sensoren, die einen Bereich von knapp über 5 Metern in jede Richtung abdecken, und eine nach vorne gerichtet Kamera sowie einen nach vorne gerichteten Radar.“
  • „Kompliziert wird es in städtischen Gebieten, wo man 30 oder 40 Meilen pro Stunde fahren darf. Unter 5 bis 10 Meilen die Stunde ist es einfach, weil wir bei diesen Geschwindigkeiten noch mit Ultraschall arbeiten können, weil das Auto bei diesen Geschwindigkeiten noch innerhalb der Reichweite der Ultraschallsensoren stehen bleiben kann. Aber bei Geschwindigkeiten von 10 bis 50 Meilen die Stunde, die in städtischen Gebieten üblich sind, kann eine Menge unvorhersehbarer Dinge passieren. Beispielsweise eine Straßensperre, oder ein Bauloch in der Straße, oder – ein großes Problem – spielende Kinder auf der Straße. Auf der Autobahn mit 50 mph und mehr wird es wieder einfacher, weil weniger unvorhergesehene Dinge passieren können. Fahren auf der Autobahn ist unkompliziert, niedrige Geschwindigkeiten sind unkompliziert. Aber alles dazwischen ist sehr anspruchsvoll.“
  • „Aber, auch wenn das ein wenig selbstgefällig klingt: Ich sehe es beinahe als ein gelöstes Problem an. Wir wissen genau, was wir tun müssen, und wir werden es in wenigen Jahren geschafft haben.“
  • „Von dem Zeitpunkt an, wo ein selbstfahrendes Auto sicherer ist, als wenn eine Person hinter dem Steuer säße, werden mindestens noch 2 oder 3 weitere Jahre vergehen, bevor es gesetzlich erlaubt wird. Alle werden zahlreiche Statistiken fordern, die beweisen, dass das autonome Auto nicht nur so sicher ist wie eine fahrende Person, sondern viel sicherer. […] und der Beweis dafür wird überwältigend sein.“
  • „Wenn Autos vollständig autonom werden, wird die Sicherheitsfrage wichtiger denn je. So, wie Autos jetzt funktionieren, könnte jedes System im Auto einen mechanischen Defekt erleiden oder aus einem anderen Grund plötzlich nicht mehr funktionieren. In diesem Fall kann man immer noch das Bremsen mit dem eigenen Fuß am Bremspedal oder das Lenken mit der Hand am Lenkrad übernehmen. Aber wenn es kein Lenkrad und kein Bremspedal oder ähnliches gibt, dann wird es wirklich, wirklich gefährlich.“
  • „Wir verwenden viel Zeit darauf, Car-Hacks zu verhindert. Obwohl es sehr schwierig ist, mehrere Autos oder ein willkürliches, zu dem man keinen direkten Zugang hat, zu hacken. Wie bei einem Smartphone oder Laptop, konzentriert man sich darauf, sicherzustellen, dass es keinen System-weiten Hack geben kann. Also stecken wir hier viele Bemühungen hinein, und wir beauftragen auch viele Außenstehende mit dem Versuch, unser System zu hacken.“
  • „Bestimmte, essentielle Teile des Autos – wie das Lenkrad oder der Motor – sind durch eine zusätzliche Sicherheitsstufe geschützt. Selbst wenn sich jemand in eine „kosmetische“ Komponente einhacken kann, wird es ihm zusätzlich erschwert, etwas zu hacken, das zu einer tatsächlichen Gefahr werden könnte. Selbst wenn jemand in der Lage ist, eine blöde Nachricht auf das Display zu bringen, wird es ihm nicht möglich sein, die Lenkung oder den Motor zu kontrollieren.“
  • „Viele Menschen halten uns [Tesla, Anm.] für das führende Unternehmen bei elektrischen Autos, aber ich denke, wir werden auch bei autonomen Autos die führende Rolle spielen… zumindest bei autonomen Autos, die die Leute kaufen können“.
  • „Wir werden viel Aufwand in die Entwicklung des autonomen Fahren stecken, weil es viele Leben retten könnte.“
  • „Was künstliche Intelligenz angeht, mache ich mir keine Sorgen über etwas einfaches wie autonome Autos oder intelligente Klimaanlagen in einem Haus. Es sind andere, tiefergehende Dinge, bei denen wir vorsichtig sein müssen. Ich denke, dass es viele verschiedene Arten von künstlicher Intelligenz gibt, und es ist eigenartig dass wir so nahe an wirklicher künstlicher Intelligenz dran sind. Es wirkt seltsam, dass wir in dieser Zeit leben werden.“

Falls Ihr Elon Musks komplette Meinung wissen wollt: Das ganze Gespräch könnt Ihr Euch hier ansehen:

Video: Elon Musk im Gespräch mit NVIDIA-Ceo Jen-Hsun Huang

NVIDIA GPU Technology Conference, in San Jose

Broadcast live streaming video on Ustream

  • wissender

    Sicherlich für viele ganz interessant total langweilig Auto zu fahren. Übrigens wird es dann auch egal sein was für eine Marke das Auto sein wird, es ist eh nur eine langweilige Transportkiste und nur angenehm, weil man nicht laufen muss. Genau genommen ein Automat ohne Seele. Adios Autofahrer

  • Michi

    Wo er recht hat hat er recht:

    “Man kann einen Menschen keine 2 Tonnen schwere Todesmaschine fahren lassen”

    Moderne Autos sind einfach zu schwer… Menschen sollten Autos wie eine Lotus Elise mit 700 Kilo fahren!

  • stefan kraus

    Ich hab‘ auch einen motorrad-führerschein ;) Davon abgesehen: Wird interessant, wenn dann das erste „autonome“ auto einen crash baut and es um die „schuldfrage“ gehen wird….

  • aral

    “In Zukunft könnte es gesetzlich verboten werden, dass Menschen Autos
    fahren, weil es einfach zu gefährlich ist. Man kann einen Menschen keine
    2 Tonnen schwere Todesmaschine fahren lassen.”

    ein weiterer schritt in richtung aufhebung persönlicher freiheit, ein weiterer schritt in richtung gleichgeschaltete, unterwürfige sklavenmasse. das alles – wie immer – unter dem vorwand der sicherheit.
    tja die angst ist eben ein mächtiges herrschaftsinstrument.
    das recht mobil zu sein, zu entscheiden wann ich wie, wohin fahre ist ein hart erkämpftes recht für das viele unserer europäischen vorfahren ihr leben lassen mussten.
    hier gäbe es einmal einen GRUND sich zu EMPÖREN, bloß tut’s keiner, weil niemand die tragweite solcher aussagen behirnt.

  • Hausmasta

    Ich finde, man sollte ein paar größenwahnsinnigen und geldgeilen Silicon-Valley-Milliardären nicht die Herrschaft der Welt übergeben.

    • Basta

      Warum soll man ein automatisiertes Auto erfinden und in die Welt setzen um Menschenleben zu retten, wenn gleichzeitig in mörderischen Kriegen hunderttausende Menschenleben gewaltsam vernichtet oder entführt werden…. Erfindet lieber etwas gegen den religiösen Grössenwahnsinn gewisser Menschen, dass endlich alle in Ruhe und Freiheit im eigenen Land ihr Leben selbständig gestalten können….

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