44 Stunden benötigt der 3D-Drucker für sein Werk.
 

Bis zu 80 km/h fährt dieses Elektroauto. Seine Besonderheit? Es stammt aus dem 3D-Drucker!

Dieses Elektroauto aus dem 3D-Drucker fährt 80 km/h schnell

13.11.2014 Press Inform

Gewöhnungsbedürftig bis pervers sind Pasta und Pizza aus dem 3D-Drucker; böse sind Waffen aus dem 3D-Drucker. Warum nicht auch ein Auto aus dem 3D-Drucker? Local Motors bringt mit seinem 3D-Auto Strati die Leute zum Staunen.

„In ein paar Jahren, vielleicht aber auch schon im kommenden Jahr, können wir ein maßgeschneidertes Auto anbieten. Unter normalen Umständen würde dies Millionen an Entwicklungs- Produktionskosten verschlingen“, so James Earl, seines Zeichens Ingenieur bei Local Motors, und schraubt zufrieden an Strati weiter. Strati ist ein Elektroauto, das, wenn es gerade aus einem gewaltigen 3D-Drucker gehoben wurde, rund 500 Kilogramm wiegt – und anschließend zur weiteren Bearbeitung auf Stützen steht._Local-Motors-3D-(101)

Aus einem Druck

James Earl und sein Team sind gerade dabei die Teile anzubauen, die nicht gedruckt werden können – noch nicht. Dazu gehören Reifen, Felgen, zwei Ledersitze, das Lenkrad, die Federung und der gesamte Antriebsstrang inklusive Motor. Dass sich ein Hersteller 3D-gedruckter Bauteile bedient ist natürlich nicht neu. Doch anders als bei Fahrzeugen wie dem Urbee, bei dem die gedruckten Chassisteile anschließend zusammengesetzt wurden, bestehen Karosserie und Chassis des Strati aus einem Druck. Genauer gesagt haben die 212 Schichten des kleinen, schwarzen Autos insgesamt 44 Stunden Druck- und nochmals acht Stunden Fräsarbeit hinter sich._Local-Motors-3D-(102)

Der Preis des Schichtfahrzeugs

Dieser Prozess des direct digital manufacturing erklärt auch den Namen des Sonderlings. Aus dem Italienischen übersetzt bedeutet Strati Schichten. Diese Art der Fertigung soll in naher Zukunft auf rund 24 Stunden reduziert werden. Local Motors benutzt zahllose mit Glasfasern verstärkte Plastik-Pellets anstelle der üblichen Filamente. Diese Pellets bestehen aus demselben Material, wie die beliebten Kinderspielzeug-Bauklötze aus dem Hause Lego: Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat, kurz ABS. „Besteht ein normales Fahrzeug aus bis zu 10.000 Konstruktionsteilen, sind es bei uns weniger als 50. Wir gehen davon aus, dass wir solch ein Auto bald für 18.000 bis 30.000 Dollar anbieten können“, erklärt Local Motos-Chef Jay Rogers.

Video:

Teile aus dem Renault Twizy

Bis es allerdings soweit ist, verdrehen Fahrzeuge wie der Strati den staunenden Besuchern von Fachmessen und YouTube-Videos den Kopf. Besitzer eines Renault Twizy wird die Fahrdynamik des Strati mehr als nur bekannt vorkommen, denn Batterie, Motor, Verkabelung und vieles mehr kommen direkt aus Frankreich – vom Twizy. So können sich in Zukunft Kunden eines Strati, genauso wie auch die eines Twizy, zwischen einem fünf und einem 18 PS starken Elektromotor mit 33 oder 57 Newtonmeter Drehmoment entscheiden. Vor allem in puncto Höchstgeschwindigkeit ist der Unterschied zu spüren. Hier stehen 45 gegen 80 Kilometer pro Stunde. Der schwarze Zweisitzer kommt dank einer 6,1 kWh-Batterie auf eine Reichweite von rund 100 Kilometern. Das Aufladen dauert 3,5 Stunden.

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Das große Problem des 3D-Autos

Ein großes Problem des fahrtüchtig rund 860 Kilogramm schweren Hecktrieblers ist seine Crash-Sicherheit. Denn das Fehlen von Blechteilen hat eben auch seine Nachteile. Knautschzonen werden hier vergebens gesucht. „Es ist wie ein Fels, der auf eine Mauer trifft“, gibt Jay Rogers zu. Bis der 2,15 Meter lange und 1,52 Meter breite Strati auf die Straße kommt, wird es daher dann doch wahrscheinlich länger dauern, als es dem kleinen Hersteller aus Phoenix im US-Bundesstaat Arizona lieb ist.

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