Aston MArtin Zagato Historie Radical Mag
Der Aston Martin DB7 Vantage Zagato, ab 2002.
 

Legendenbildung – Teil 2

Aston Martin und Zagato. Eine Legende. Und keiner weiß warum.

02.06.2011 radical mag

Hier geht es zum ersten Teil der Geschichte.

Wahrlich keine sportlichen Großtaten. Und weil die Zagato-DB4 auch ganz schön teuer waren, blieb ihnen Anfang der 1960er Jahre der Erfolg versagt. Nur 19 Stück wurden gebaut, dann gaben Aston Martin und Zagato die Produktion auf. Doch obwohl Aston Martin in den folgenden Jahren auf den Rennstrecken dieser Welt keinen Blumentopf mehr gewann, die Nachfolger des DB4 nicht mehr schöner, aber dafür bedeutend schwerfälliger wurden, die Fahrzeuge in den 1970er und 1980er Jahren nicht mehr gerade das waren, was man als klassische GT bezeichnen wollte, konnte die Marke ihren Ruhm und Ruf irgendwie wahren, sogar mehren.

Und als die Oldtimer-Branche sich ab Mitte der 80er Jahre aufzuheizen begann, die DB4 GT Zagato plötzlich von Gebrauchtwagen zu millionen-teuren Legenden wurden, erinnerte man sich in Newport-Pagnell daran, dass es da doch noch sechs Chassisnummern gab, die Anfang der 1960er Jahre nicht verwendet worden waren.

1988 wurden in England sechs Chassis komplett neu aufgebaut, nach den Vorgaben aus den 60er Jahren. Diese wurden nach Italien transportiert. Damit die Nach-Neubauten auch wirklich dem Original entsprachen, wurde extra ein „echter“ DB4 GT Zagato mitgeschickt und komplett zerlegt, damit die Bau- und Arbeitsweise der 1960er Jahre kopiert werden konnte. Danach gingen die Fahrzeuge wieder zurück nach England, wo sie im Werk bei Aston Martin den letzten Schliff erhalten konnten. Es dauerte doch ziemlich lange, bis 1991, bis die vier Fahrzeuge, bezeichnet als „Sanction II“, endlich fertig waren. Verkauft und kassiert hatte Aston Martin aber für die alten, neuen Chassisnummer 0192, 0196, 0197 und 0198 schon 1988, innert einer Viertelstunde waren die Fahrzeuge verkauft gewesen, zum Preis von umgerechnet 1,2 Millionen Euro.

Fehlen noch zwei, und die gab es dann auch noch, genannt „Sanction III“. Im Gegensatz zu den „Sanction II“ durften diese beiden letzten DB4 GT Zagato (mit den Chassisnummern 0334/R und 0424/R) dann auch das Zagato-Emblem tragen. Was, was den „Sanction II“ verwehrt geblieben war. Das war insofern erstaunlich, als dass sich Zagato und Aston Martin schon 1984 auf eine neuerliche Zusammenarbeit geeinigt hatten, und zwar im Hinblick auf das 25-Jahre-Jubiläum des DB4 GT Zagato.

Ab 1986 wurden auf Basis des damaligen V8 – nicht unbedingt als Inbegriff der Eleganz geltend – zuerst 52 Coupé (oder waren es doch 89?) und dann auch noch 37 Cabrio (oder waren es nur 25?) gebaut. Auch die Zagato-Version des V8 war ein eher kontroverses Fahrzeug. Zwar gab sich Zagato Mühe, gewisse Reminiszenzen in das Design zu integrieren, doch als so richtig gelungen darf man die V8 Zagato, die bis 1990 gebaut wurden, nicht unbedingt bezeichnen. Ziemlich gewöhnungsbedürftig war etwa der Buckel auf der Motorhaube. Aber sie waren mit ihrem 430 PS starken V8 sehr schnell. 300 km/h waren möglich, und so schreckte das Preisschild von 156.600 Dollar (Cabrio: 171.000 Dollar, obwohl nur 305 PS stark) damals kaum jemanden ab, der ein solches Fahrzeug wollte. Die Zagato-V8 sind heute immerhin die einzigen V8, die von den Sammlern noch so einigermaßen begehrt sind.

Doch damit war noch nicht Ende der Fahnenstange. Im Oktober 2002 wurde in Paris der DB7 Vantage Zagato vorgestellt, eine weitere Sonderserie. Wie der Name sagt, basierte dieses Modell auf dem DB7, der bereits 1993 seine Premiere auf dem Genfer Salon erlebt hatte. Angetrieben wurde diese neue Zagato-Variante vom 426 PS starken 6-Liter-V12, der ab 1999 in den DB7 eingebaut wurde. Genau 100 Stück des DB7 Vantage Zagato wurden gebaut, eines für das AM-Museum, die restlichen 99 gingen für 250.000 Dollar in den Verkauf. Der ein Jahr später vorgestellte Aston Martin DB AR1 war das offene Schwester-Modell, basierte auf dem DB7 Vantage Volante – und kostete erstaunlicherweise nur geringes Geld: 226.000 Dollar. Auch vom AR1 wurden 100 Stück gebaut, eines ging direkt ins Museum.

Und warum AR1? Das steht für „American Roadster“ und zeigt sehr deutlich, wo Aston Martin die Kundschaft für das Fahrzeug zu finden glaubte. Der AR1 war gleich motorisiert wie das DB7 Vantage Zagato, schaffte 299 km/h Höchstgeschwindigkeit und soll in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt haben. Das war doch einiges schneller als die originalen DB4 GT Zagato, die etwas über sechs Sekunden brauchten von 0 auf 100 km/h und als Höchstgeschwindigkeit knapp über 240 km/h erreichten.

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