Ein Mähdrescher von Claas im Weizenfeld.
Claas mit Rekordumsatz von 3,8 Milliarden Euro.
 

Landtechnik-Branche weiterhin in der Boomphase

Bill Gates und Warren Buffet machten es vor, sie investierten in Aktien von Landtechnikherstellern, mittlerweile sind sie Großaktionäre bei John Deere.

16.12.2013 APA

96 Milliarden Euro Umsatz wird der Branche für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, wie Traktoren, Häcksler oder Mähdreschern, von Experten prognostiziert. Im Jahr 2006 waren es 56 Milliarden Euro. „Und die Boomphase ist noch nicht zu Ende“, so Christoph Götz, Branchenexperte beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Mehr als die Hälfte dieses Kuchens teilen sich sechs „Global Player“ der Landtechnik-Branche.

John Deere an der Spitze

Unangefochten steht der US-Konzern John Deere an der Spitze, gefolgt von dem europäischen Konzern CNH/Fiat Industrial, dem US-Unternehmen AGCO, dem ostwestfälischen Familienbetrieb Claas, Kubota aus Japan und Same Deutz aus Italien. Eine genaue Rangfolge ist jedoch schwierig zu ermitteln, da Mischkonzerne wie Kubota die Zahlen der einzelnen Sparten nicht ausreichend angeben.

Claas mit Rekordumsatz

Claas präsentierte am Montag einen neuen Rekordumsatz von 3,8 Milliarden Euro. Im Schnitt legen die Einnahmen des ostwestfälischen Familienunternehmens damit seit zehn Jahren um 9,8 Prozent pro Jahr zu.

Buffet und Gates als Großaktionäre bei John Deere

Aber auch die Konkurrenz wächst. Zum Vergleich: Branchen-Primus John Deere mit Großaktionären wie dem Software-Milliardär Bill Gates oder dem Investor Warren Buffet wuchs um sieben Prozent und erzielte mit Landtechnik und Rasenmähern in diesem Jahr allein einen Betriebsgewinn von umgerechnet 3,34 Milliarden Euro.

Positives Europa

In diesem Jahr sei der Umsatz der Hersteller in Deutschland um sieben Prozent auf etwa 8,2 Milliarden Euro gestiegen, sagte VDMA-Landtechnik-Experte Götz. Für 2014 rechnet auch er mit einem stabilen Geschäft der Branche weltweit auf dem jetzigen hohen Niveau. In Europa würden bis zu 40 Prozent der Landtechnik-Hersteller Wachstum erwarten, weitere 40 Prozent mit einem stabilen Geschäft. „Die Stimmungslage ist gut.“

Auch China boomt

Die meisten Hersteller sehen Wachstumsmärkte vor allem in den Schwellenländern Brasilien, Indien und China sowie in Afrika. Beispiel China: Dort hat sich der Anteil an der weltweiten Produktion von Landtechnik von 7,4 Prozent im Jahr 2006 auf nunmehr 19,3 Prozent ausgeweitet. Nicht zufällig hat Claas in China eine Mehrheitsbeteiligung an einem Landtechnikhersteller übernommen.

Landflucht führt zu Mechanisierung

In den Schwellenländern nehme die Landflucht zu, die Landwirtschaft müsse mit immer weniger Beschäftigten immer mehr Menschen ernähren. Das erfordere eine umfassendere Mechanisierung, heißt es bei John Deere.

Claas arbeitet an Drohnen

Das 100-jährige Familienunternehmen Claas arbeitet heute – ebenso wie Amazon oder die Post – an einer besonderen Neuheit: dem Einsatz von Drohnen. Die sollen Rehkitze aufspüren, die sich im Getreidefeld verstecken – und sie so vor dem Tod im Mähdrescher bewahren.

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