suzuki sj 410 cabrio
Die Cabrioversion des SJ 410 spielte sich vor allem auf den Rücksitzen ab, vorne gab’s sozusagen Targa-Gefühle. Frischluft kam dennoch ausreichend, das Auto war eine Empfehlung für fröhliche Freizeitgestaltung.
 

Landfloh, stadtfest – Geschichte des Suzuki SJ

Das Aussehen änderte sich, der Charakter aber blieb. Bis heute.

25.09.2013 Autorevue Magazin

In Japan geht die Ahnenlinie des Suzuki SJ sogar bis 1968 ­zurück, bis zum HopeStar ON 4WD mit Zweizylinder-Zweitaktmotor. Die Europareife erlangte der kleine Geländewagen erst 1978 mit dem LJ 80, so kam die neue Idee erstmals auch nach Österreich: Klein, hart, kompromisslos, langsam, aber mit Charakter und unerschöpflichem Potenzial als Spiel- und Werkzeug. Die Frontscheibe ließ sich um- und auf der Motorhaube ablegen, der kleine Geländewagen stand auf einem ebenso klassischen wie gut dimensionierten Rahmen, und neben dem (auch geschlossen) luftigen Cabrio gab’s einen Kastenwagen. Also war er in der Nähe von Surfbrettern ebenso anzutreffen wie beim Waidmann oder Förster, und Suzuki galt fortan auch als Pkw-Hersteller.

Die Überarbeitung zum SJ 410 im Jahr 1983 kostete ein paar Charakterfalten an der Karosserie, ließ aber die Technik nahezu unverändert.

Gewachsen war aber der Vierzylinder-­Reihenmotor, nunmehr 970 ccm groß und 45 PS stark. Damit stieg die Höchstgeschwindigkeit von 107 auf 115 km/h, meistens reichte der Hinterradantrieb, vor dem Entgleiten der Traktion wollte der Vorderradantrieb zugeschaltet werden. Wie tief in der Automobilgeschichte der SJ 410 noch wurzelte, zeigte sich, wenn man seiner Technik unter den Rock schaute: Trommelbremsen rundum, noch ohne Bremskraftverstärker. Keine Einspritzung, sondern ein Vergaser nach Großväter Sitte. Gut sichtbare Blattfedern an der Hinterachse, mit ihrer eigentlichen ­Bestimmung nur rudimentär vertraut.

suzuki lj80 weiß cabrio

In Österreich ebnete der LJ 80 ab 1978 den Weg.

1985 kam der neue Motor, und mit ihm die Modellbezeichnung SJ 413:

1325 ccm brachten 64 PS, damit konnte der SJ ein wenig wachsen: Zu Cabrio und Kastenwagen kamen Ver­sionen mit Ladefläche oder geschlossene Modelle mit längerem Radstand und auch mit Hochdach, in Österreich flutschte daneben ein Lieferwagen ins Programm. Damit der neue Motor unter die Haube passte, wurde sie nach oben gewölbt, und viele SJ-Besitzer griffen das Thema fahrwerksseitig auf. Die Anzahl verbreiterter und mit zu üppigen Reifen gequälter Fahrwerke war jedenfalls hoch, allerlei Bügel unterstrichen den Hang des SJ zum Abenteurer, und dass die Federn jetzt etwas weicher waren, nahmen die Passagiere wohlwollend zur Kenntnis. Der Motor war übrigens völlig neu konstruiert, sein Leichtmetall-Block machte ihn 78 kg leicht, damit war der stärkerer SJ-Motor leichter als sein Vorgänger.

suzuki sj 410 kastenwagen kasten

1983 kam der SJ 410 als Cabrio und Kastenwagen.

Die Katalysatorpflicht kostete 1987 vier PS, da wurde der SJ schon parallel in Lizenz von Santana in Spanien produziert. Diese Modelle waren noch rostanfälliger als die japanischen, sie wurden auch in Deutschland verkauft.

Lediglich marginal verändert trat der SJ ab 1988 als Suzuki Samurai auf, breitere Spur und neuer Kühlergrill sorgten für den markanten Auftritt, ein 1298-ccm-Einspritzmotor machten ihn bereit für den geregelten Katalysator. Erstmals gab’s auch Dieselmotoren, sie kamen von Renault und Peugeot. Da war das Konzept des kleinen Gelände-Suzuki schon so stimmig, dass es in Gestalt des Jimny bis heute gültig geblieben ist.

Zur ausführlichen Kaufberatung zum SJ geht’s hier.

 

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